Selbsthilfegruppen:
So
What SHG - für Angehörige von Menschen mit Essstörungen
Kontaktperson: Mag. Jahoda Hernalser Hauptstraße 53 A-1170 Wien
Overeaters
Anonymous - Anonyme Esssüchtige St.-Veit-Gasse 25 A-1130
Wien
SHG
- Essen - Fressen - Hungern - Fasten
Kontaktperson: Roland Moser
Maiffredygasse 4 A-8010 Graz
SHG
- Frauen mit Essstörungen
Kontaktperson: Sylvia Gartner
Kasernenstraße 34/2/4 A-7000 Eisenstadt
Verein
- Netzwerk Essstörungen
Kontaktperson: Mag. Christina Schrattenthaler Fritz-Pregl-Straße
5 A-6020 Innsbruck
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MAGERSUCHT:
Jeder
von uns kennt es und hat es schon mal gemacht: Eine Diät! Damit
fängt es meistens in aller Regel an. Wenn man während einer
Diät irgendwann sein Wunschgewicht erreicht hat, kehrt man in
aller Regel zu seinem normalen Eßverhalten zurück. Nicht aber
die später Magersüchtigen. Sie hungern eisern weiter, obwohl
sie ihr Wunschgewicht schon weit unterschritten haben. Ein neues,
noch niedrigeres Gewicht wird definiert - erreicht und erneut
nach unten verschoben. Für viele heißt die Devise jetzt: Gewichtsabnahme
ohne Ende!
Auch wenn bereits das Untergewicht bedrohliche Ausmaße angenommen
hat, wird immer noch weiter gehungert.
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BULIMIE
UND MAGERSUCHT
Magersucht
und Bulimie sind die häufigsten Eßstörungen.
Charakteristisch für Bulimie
sind Anfälle von Heißhunger, bei denen unverträglich große Mengen
von Nahrungsmitteln in kürzester Zeit gegessen und anschließend
wieder erbrochen werden. Auch Bulimie hat Suchtcharakter. Die
Betroffenen versuchen meist, ihr Problem vor der Umwelt zu verbergen,
essen in der Öffentlichkeit wenig, kaufen heimlich ein und ziehen
sich bei ihren Eßattacken zurück. Die Ursachen dürften ähnlich
wie bei der Magersucht sein, jedoch tritt Bulimie häufiger bei
Frauen im Erwachsenenalter auf.
Magersüchtige
leiden ständig unter dem Gefühl zu dick zu sein, selbst wenn
ihr Gewicht bereits weit unterhalb des idealen Wertes liegt.
Akuter Verdacht auf Magersucht besteht, wenn das Idealgewicht
um 15% unterschritten wird und keine körperlichen Ursachen vorliegen.
Betroffen sind in der überwiegenden Mehrzahl junge Mädchen und
Frauen. Bei Männern tritt Magersucht dort auf, wo sozialer Druck
in Richtung Gewichtsreduktion ausgeübt wird. Also beispielsweise
bei Skispringern.
Wie es genau zur Erkrankung kommt ist nicht geklärt. Auffällig
ist jedenfalls, daß es Magersucht nur in Wohlstandsgesellschaften
gibt, wo einerseits ein Überangebot an Essen zur Verfügung steht,
gleichzeitig aber ein oft überzogenes Ideal von Schlankheit
propagiert wird. Magersucht ist eine schwere psychiatrische
Erkrankung, die in manchen Fällen sogar lebensgefährlich werden
kann. Magersucht gehört daher unbedingt richtig diagnostiziert
(um mögliche körperliche Ursachen ausschließen zu können) und
behandelt.
Gemeinsam ist beiden Erkrankungen sowohl Bedürfnis, auf drastische,
gefährliche Art Gewicht zu reduzieren. Besonders Magersüchtige
sind dabei meist nicht in der Lage, ihren eigenen Zustand zu
erkennen und richtig einzuschätzen. Freunde und Verwandte sollten
daher beständig versuchen, die Betroffenen zum Arztbesuch und
zum Beginn einer Therapie zu überzeugen.
In schweren Fällen, wenn ernsthafte gesundheitliche Störungen
oder sogar der Tod durch Mangelernährung drohen, ist eine Einweisung
in ein Krankenhaus unbedingt erforderlich. Je nach schwere der
Erkrankung müssen die Patientinnen mittels spezieller Diät zunächst
auf ein einigermaßen gesundes Gewicht gebracht werden. Gleichzeitig
sollte eine intensive Psychotherapie sowohl in Einzel- als auch
in Gruppensitzungen beginnen. Diese kann mehrere Jahre dauern
und sollte - um Rückfälle zu verhindern - auch weitergeführt
werden, wenn die Patientin wieder Normalgewicht erreicht hat.
Bei der Bulimie sind Spitalseinweisungen weit seltener erforderlich.
Hier hat sich vor allem Psychotherapie in Gruppen bewährt.
BULIMIE:
Eß-Brechsüchtige
sind in der Regel normalgewichtig, dennoch sind sie davon überzeugt,
"zu dick" zu sein. Diese Situation erscheint zunächst nicht
besonders problematisch. Sie wird es dadurch, daß die Betroffenen
einerseits unfähig sind, ihre strengen Diätplänen einzuhalten,
und andererseits auf jede Abweichung von diesen Plänen mit Angst
und noch strengeren Diätvorhaben reagieren, die erneut scheitern.
Die Betroffenen meinen endlich einen Ausweg gefunden zu haben,
indem sie zugeführte Nahrung erbrechen, oder aber abführende
Mittel einsetzen. Allerdingsbleibt die erhoffte Gewichtsabnahme
aus, da die Betroffenen zunehmend mehr essen. Essen und erbrechen
heißt jetzt der Teufelskreis. Ihrer Angst vor einer Gewichtszunahme
zu entgehen versuchen sie durch erbrechen auszugleichen. Die
darauf einsetzenden Schuld-und Schamgefühl führen zu erneuten
Spannungen und Unruhe. Der Kreislauf essen- erbrechen- essen
kann sich schließlich mehrmals täglich wiederholen. Anders als
Magersüchtige, die ihre Erkrankung lange leugnen, stehen Eß-/
Brechsüchtige von Anfang an unter großem Leidensdruck bis hin
zur Selbstmordgefährdung!
Die Folgen diesen Verhaltens sind:
- ständiges
Erbrechen und Mißbrauch von Abführmitteln (kann zu Störungen
des Elektolythaushaltes führen)
- Herzrythmusstörungen
(Gefahr bleibender Nierenschäden)
- MagenerweiterungVerletzung
und Schwellung der Speiseröhre
- Wassereinlagerungen
in den Gelenken
- Verstopfung
- Menstruationsstörung
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Der
Blick der Betroffenen ist verstellt. Sie können sich nicht so
wahrnehmen, wie sie von ihrer Umwelt wahrgenommen werden. Nicht
der gesamte Körper steht im Blickfeld, sondern einzelne Körperteile
wie z.b. Oberschenkel, Bauch oder Hüften. Die Waage wird zur
wichtigsten Kontrollinstanz, denn sie sagt, ob die aufgebrachte
Leistung zur Gewichtsabnahme erbracht wurde oder nicht. Die
Methoden zur Gewichtsabnahme werden immer rigider. Nahrungsmittel
werden in "erlaubte" und "unerlaubte"eingeteilt!
Erlaubte Nahrungsmittel sind selbstverständlich nur kalorienarme,
wie z.b. Knäckebrot, Salat, Gurken etc. Das Denken handelt ausschließlich
um das Essen, wie z.b. "Welche Leistung muß vorher erbracht
werden?"- "Wann darf welche Nahrung zugeführt werden?" Die Betroffenen
sind "süchtig" danach, immer weiter abzunehmen, fern von aller
Vernunft, Gesundheit und Ästhetik. Nicht alle erreichen ein
bedrohliches Untergewicht. Das Körpergewicht kann von 15%-55%
unter Idealgewicht sinken! Einige pendeln sich auf ein bestimmtes
Gewicht ein und sind bemüht dieses auch zu halten. Allen gemeinsam
aber ist die Angst, wieder zuzunehmen. Diese Angst kann panikartig
sein! Einige der Betroffenen führen zur Begleitung der Kalorienreduktion
ein kalorienverbrauchendes Körpertraining durch. Mehrere Stunden
pro Tag wird damit verbracht Aktivitäten wie z.b. schwimmen,
Radfahren, Jogging zu verbringen. Deutlich wird auch hier wieder
die Zwanghaftigkeit in Bezug auf "Dauer", "Ablauf", und "Härte"
des Trainings. Wichtig ist es für die Betroffenen, daß die Vortagsleistung
zumindest erreicht wird, wenn irgendwie möglich aber überschritten
wird. Es ist irreführend wenn man, den Betroffenen glaubt, daß
sie appetitlos sind. Sie leiden Hunger, aber sie leugnen dies
hartnäckig ihrer Umwelt gegenüber.
Viele Magersüchtige versuchen ihre Hungergefühle durch Kaugummikauen
und durch die Zufuhr von kalorienloser Flüssigkeiten zu vertreiben.
Andere versuchen ihren Hunger durch einen verstärkten Umgang
mit Nahrung zu bewältigen. Sie werden nicht müde, Angehörige
zu verführen, immer noch mehr zu essen, während sie selbst hungern.
Für 60% der Magersüchtigen kommt eines Tages der Punkt, an dem
sie ihre Kontrolle verlieren und somit das harte Hungerregime
durchbrechen. Sie essen dann mehr als sie sich erlauben. Häufig
ist dies der Anfang von Heißhungerattaken - die Magersucht hat
sich zur Bulimie ausgeweitet.
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merklicher
Gewichtsverlust (BMI von 17,5<)
-
ständiges
Frieren
-
Aussetzen
der Menstruation
-
ungewöhnlich
hohes, verbissenes Sportprogramm
-
Entwickeln
von umständlichen Eß-Ritualen
Der Körper stellt sich auf die chronische Unterernährung ein:
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