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Tamarinde
Merkmale:
Tamarinde sind die Hülsen des Tamarindenbaums, der zur Familie
der Johannisbrotgewächse zählt. Der Baum stammt vermutlich
ursprünglich aus Äthiopien und wird heute in geringen
Mengen weltweit - hauptsächlich in Indien - kultiviert. Tamarinden
sind etwa 15 bis 20 cm lange flache zimtfarbene Schoten, in deren
Innerem die dunkelbraunen Samen liegen, die von einer klebrigen,
dunkelbraunen Masse (Pulpa) eingehüllt sind. Verwendet werden
nicht die Kerne sondern das Fruchtmark der Schote als Paste oder
Block. tamarinde ist reich an Weinsäure und enthält außerdem
Zitronen-, Apfel- und Oxalsäure.
Verwendung:
Der Geschmack wird hauptsächlich vom hohen Fruchtsäureanteil
bestimmt und schmeckt fruchtig-säuerlich bis süßlich.
Man unterscheidet zwei Arten: die süßliche und die saure
Tamarinde (erinnert geschmacklich an saure Drops). Tamarinde wird
in der ostafrikanischen, indischen und thailändischen, sowie
in der südamerikanischen Küche verwendet. Der saure und
fruchtige Geschmack der Tamarinde verträgt sich ausgezeichnet
mit der Schärfe von Chilies und gibt vielen südindischen
Gerichten ihren charakteristischen scharf-sauren Charakter und auch
ihre dunkle Farbe. Da Tamarinde reich an Pektin ist, bindet es auch
Gelees, Marmeladen, Chutneys und Relishes. Hauptsächlich wird
es wie bei uns Essig bzw. Zitronensaft verwendet.
Zugeschriebene
Heilkräfte:
Tamarinde ist Vitamin C haltig und hat eine abführende Wirkung
und kann so als natürliches und darmschonendes Abführmittel
verwendet werden.
Thymian
Merkmale:
Der ausdauernde Thymian gehört zu den Lippenblütlern und
wird etwa 20 bis 40 cm hoch. Die mehr oder weniger stark verholzenden,
aufrechten Stängel tragen Büschel von graugrünen,
sehr kurz gestielten, länglich-lanzettlichen Blättern,
die auf der Unterseite filzig behaart sind. Die Thymianblüten
sind rosa bis violett. Thymian wird hauptsächlich im Mittelmeerraum
in großem Stil kultiviert. Verwendet werden die Blätter
frisch oder getrocknet, wobei gilt, je intensiver die Sonnenbestrahlung,
desto kräftiger das Aroma.
Verwendung:
Thymian schmeckt sehr würzig mit einem harzig-bitteren Abgang
und ist intensiv im Geruch. Er passt hervorragend zu Zucchini, Melanzani
(Auberginen) und Tomaten, zudem werden Suppen, Salate und Fleischspeisen
(Lamm!) damit verfeinert. Getrockneter Thymian verliert praktisch
nichts an Aroma, ganz im Gegenteil. Er harmoniert mit Oregano, Rosmarin,
Salbei, Bohnenkraut und ist fixer Bestandteil der berühmten
Kräuter der Provence ("herbes de provence").
Zugeschriebene
Heilkräfte:
Neben seinen würzenden Eigenschaften hat das Kraut antiseptische
und konservierende Wirkstoffe, die in Wurstwaren von Vorteil sind.
Ferner wirkt er krampf- und schleimlösend.
Vanille
Merkmale:
Die 2 bis 3 cm starken Lianen der Vanille, einer Kletterorchidee,
ranken sich bis zu 10 m lang an Bäumen empor. Vanille zählt
zur Familie der Orchideengewächse und wird heute in Mittelamerika,
Madagaskar und Reunion angebaut. Nach 6-8 Monaten, kurz vor der
Reife, noch vor dem Aufplatzen, werden die noch gelblich-grünen
Fruchtkapseln gepflückt, die erst durch einen sich anschließenden
Fermentationsprozess das typische Aroma entwickeln. Vanillin ist
der Hauptaromaträger des Gewürzes.
Verwendung:
Die Vanille-Schoten", wie die Fruchtkapseln oft fälschlich
genannt werden, duften unnachahmlich zart und angenehm aromatisch;
sie schmecken charakteristisch süßlich-würzig. Man
bewahrt sie am besten in dicht verschließbaren Behältnissen
(z. B. verkorkten Glasröhrchen) auf. Verwendet wird dann nur
das Fruchtmark der Schote, welches charakteristisch, intensiv und
leicht süßlich riecht und schmeckt. Vanille wird zum
Würzen von Desserts aller Art verwendet und passt hervorragend
zu Kaffee und Schokolade
Tipp:
Der Unterschied zwischen Vanillezucker und Vanillinzucker besteht
darin, dass ersterer aus echter vanille hergestellt wird, hingegen
letzterer nur das synthetisch hergestellte Vanillin enthält.
Für Keks und Kuchen ist er geschmacklich ausreichend, für
frische Desserts, Eis und Sorbets empfiehlt sich unbedingt die Verwendung
von frischer Vanille. Um das Fruchtmark freizusetzen, wird die Frucht
in der Mitte der Länge nach aufgeschnitten und das Mark mit
dem Messerrücken vorsichtig herausgeschabt.
Zugeschriebene
Heilkräfte:
Vanille wirkt - besonders in Kombination mit Kakao - stimmungsaufhellend.
Wacholderbeeren
Merkmale:
Der Wacholderbaum bzw -strauch gehört zur Familie der Zypressengewächse
und ist in ganz Europa sowie Teilen Asiens verbreitet. Er ist ein
immergrünes Nadelgehölz, das - je nach Lage - von 30 cm
bis zu 12 m hoch und weit über 1000 Jahre alt werden kann.
Die Beeren sind zuerst grün und erhalten nach einem Jahr ihr
typisches dunkelblaues - an Heidelbeeren erinnerndes Aussehen. Die
Würzkraft ist stark vom Klima und der Sonneneinstrahlung abhängig.
Verwendung:
Wacholder hat einen würzig-süßen, leicht harzigen
Geschmack und verströmt einen intensiven Duft nach Nadelwald.
Die Beeren des Wacholder werden zum Aromatisieren von Speisen, wie
Wildgerichte und Sauer-, Rot- und Weisskraut, sowie von Spirituosen,
wie Gin und Wacholderschnaps, verwendet. Wacholder-Holz, -Triebe
und -Beeren werden auch gerne zum Verräuchern verwendet. Grob
zerstoßen entfaltet Wacholder sein Aroma am besten. Bei der
Dosierung gilt Zurückhaltung, da er im Geschmack sehr dominant
ist. Er harmoniert mit Thymian, Majoran, Lorbeer, schwarzem Pfeffer,
sowei Knablauch und Senfkörnern.
Tipp:
Frisches Bohnenkraut immer als ganzes zum Gericht geben und vor
dem Servieren herausnehmen. Getrocknetes Bohnenkraut, luftdicht,
dunkel und kühl lagern. Sparsam verwenden, es entwickelt erst
beim Kochen das volle Aroma.
Zugeschriebene
Heilkräfte:
In der Medizin nutzt man, meistens in Tees, die harntreibenden Wirkstoffe
der Wacholderbeeren. Außerdem wirkt er gegen
Sodbrennen. Wacholderrauch
gilt als reinigend und desinfizierend und wurde schon im Mittelalter
verwendet.
Wasabi
Merkmale:
Die Wasabi-Pflanze, deren Wurzel in der japanischen Küche als
scharfes Gewürz dient, gehört zur Familie der Kreuzblütengewächs
und wird umgangssprachlich häufig auch als grüner Meerrettich
bezeichnet. Ursprünglich stammt er aus Japan, wird heute aber
in vielen asiatischen Ländern, sowie zunehmend auch in Australien
und Neuseeland angebaut. Die Pflanze gedeiht sowohl in feuchtem
Boden als auch in seichtem Gewässer.
Verwendung:
Wasabi ist hierzulande als Pulver in Gläsern und Dosen oder
als Paste in kleinen Tuben erhältlich. Frisch importierte Wurzeln
finden sich nur in Spezialgeschäften. Die Schärfe ist
unterschiedlich, am schärfsten ist frisch aus der Wurzel zubereiteter
Wasabi. Wasabi und auch das getrocknete und gemahlene Pulver erinnern
im Geschmack sehr dem Kren (Meerrettich) wobei echter Wasabi deutlich
schärfer als europäischer Meerrettich ist. Wasabi ist
essentieller Bestandteil der japanischen Küche, sowohl Sushi
als auch Sashimi (roher Fisch) werden damit gewürzt.
Tipp:
Da die Senföle oxidationsempfindlich sind, sollten Wasabi-Tuben
nach dem Öffnen sofort wieder verschlossen und im Kühlschrank
gelagert werden. Frisch geriebener Wasabi verliert seine Würzkraft
sogar schon nach etwa einer halben Stunde, bei den Tuben wird dies
mittlerweile durch Konservierungsmittel und den luftdichten Verschluss
verlangsamt.
Zugeschriebene
Heilkräfte:
Wasabi spielt in der japanischen Heilkunde eine große Rolle.
Einige Inhaltsstoffe - die sogenannten Isothiocyanate - wie sie
etwa auch in Broccoli vorkommen, sind in der Medizin bereits seit
längerem für ihre schützende Wirkung gegen Krebs
bekannt, zudem beugen sie nachweislich Karies vor.
Zimt
Merkmale:Der
Zimt ist eines der eigenartigsten Gewürze. Seine Lieferanten
sind einige Gewächse der Pflanzengattung Cinnamomum aus der
Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae), vor allem der Ceylon-
oder Echte Zimtbaum (Cinnamomum verum) und die Kassia oder der Chinesische
Zimtbaum (Cinnamomum aromaticum). Beide Gewächse sind bis zu
zehn Meter hohe tropische Bäume mit lorbeerähnlichen Blättern.
Zimt ist ein Rindengewürz. Die jungen Triebe werden geschält
und die innere Rinde getrocknet, dabei rollt sie sich charakteristisch.
Je dünner die Rinde, desto feiner das Aroma. Beim chinesischen
Kassie wird die Innenrinde ausgewachsener Bäume verwendet.
Sie ist dann ein bis drei Millimeter dick, etwas dunkler als Zimt
aus Sri Lanka und kräftiger im Geschmack. Der preislich billigere
"chinesische Zimt" (Kassia-Zimt) kommt zumeist gemahlen
in den Handel.
Verwendung:
Zimt ist hocharomatisch, fein, süßlich aber auch leicht
bitter im Geschmack. Der Duft ist charakteristisch und intensiv.
Gemahlen wird Zimt vielfach in Backwaren verwendet, er würzt
außerdem Milchreis, Eis, Bratäpfel und Obstsalate. Zimt
harmoniert besonders mit Nelken, Kardamom, Ingwer, Lorbeerblatt,
Kreuzkümmel, Piment, Vanille, Muskat und Kurkuma. Zwar würzt
Zimt bei uns außerdem gelegentlich auch Braten (Ente, Gans,
Wild, Lamm und Sauerbraten), wird in der Tendenz aber eher im Zusammenhang
mit Süßspeisen eingesetzt. Außerdem können
Tee, Kakao und Kaffee von seinem Aroma profitieren, ebenso Glühwein
und Punsch.
Zugeschriebene
Heilkräfte:
ist eine aromatische Heil - und Gewürzpflanze mit anregenden,
antiseptischen und erfrischenden Eigenschaften. Der Geschmack ist
ein wenig scharf und adstringierend. Die Wirkung auf den Körper
ist erhitzend. Zimt ist ein gutes Mittel zur Entgiftung und schafft
Frische, stärkt das Gewebe und erhöht dessen Spannkraft.
Zimt hat auch schmerzlindernde Eigenschaften und regt die Schweißabsonderung
an. Es ist ein gutes Mittel, um Erkältungen, Kongestionen und
Entzündungen zu lindern. Zimt, Kardamon, Ingwer und Nelken
werden zusammen als Tee bei Husten und zur Verdauungsförderung
verwendet. Man sollte es nur in kleinen Mengen, messerspitzenweise,
gebrauchen.
In
der indischen Ayurveda-Medizin werden fast alle Teile des Zimtbaumes
verwendet: Blätter, Rinde, Wurzeln. Aus den Blättern wird
beispielsweise Öl gewonnen. Das Öl wärmt den Körper,
wirkt entzündungshemmend bei Erkältungen und Darminfektionen.
Doch auch die westliche Medizin testet derzeit intensiv die Heilwirkung
von
Zimt, vor allem gegen Diabetes. Der im Zimt enthaltene Wirkstoff
MHCP soll den Blutzuckerspiegel senken, so die Aufnahme von Glukose
in den Zellen verstärken also ähnlich wie Insulin
wirken.
Es
wird aber auch eine mögliche schädliche Wirkung vom (billigeren)
Cassia-Zimt diskutiert: Cumarin ist ein Aromastoff, der in höheren
Konzentrationen in Zimtsorten vorkommt, die unter dem Begriff Cassia-Zimt
zusammengefasst werden. Bei besonders empfindlichen Personen kann
Cumarin schon in relativ kleinen Mengen Leberschäden verursachen,
die Wirkung ist allerdings reversibel. Damit die tolerierbare tägliche
Cumarin-Aufnahmemenge (0,1 Milligramm Cumarin pro Kilogramm Körpergewicht
und Tag - gilt auch für besonders empfindliche Verbraucher)
nicht überschritten wird, sollten Lebensmittel mit hohen Cumarin-Gehalten
nicht in größeren Mengen verzehrt werden. Umgerechnet
bedeutet dies, das etwa ein Verzehr von 3 Zimtsternen bei Kindern
und bis zu 15 Stück bei erwachsenen (wohlgemerkt pro Tag über
einen längeren Zeitraum) sicherheitshalber nicht überschritten
werden sollte um Leberschäden zu vermeiden.
Verbraucher,
die in der Vergangenheit viel Zimt zu sich genommen haben, brauchen
sich keine Sorgen zu machen, dass ihre Leber bleibend geschädigt
wurde. Bei Patienten, bei denen es durch die Gabe von Cumarin zu
einer leichten bis mittelschweren Leberentzündung gekommen
ist, hat sich die Leber innerhalb weniger Wochen nach Absetzen des
Medikaments vollständig erholt.
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