Österr. Herzverband Landesverband
Wien: Österr.
Herzverband Landesverband Niederösterreich:
SHG
- für Gefäßerkrankte HERZINFARKT: Beim
Herzinfarkt kommt es zum Absterben von Herzmuskelgewebe infolge
einer akuten Durchblutungsstörung in den Herzkranzgefäßen, die
normalerweise die Eigenversorgung des Herzens mit Sauerstoff
gewährleisten. Je größer das abgestorbene Areal, desto gravierender
die Krankheitszeichen. Grundlage des Infarktes ist der Verschluß einer Herzkranzarterie. Zumeist wird dieser Verschluß durch die Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) verursacht, das sich an der Wand eines bereits arteriosklerotisch verengten Gefäßes ablagert und so den Blutstrom unterbricht. Die Verengung von Blutgefäßen wird auch Stenose genannt. Eine Stenose ist oft die Vorstufe eines Verschlusses, die dann zum akuten Herzinfarkt führt. Der Infarkt kann spontan in Ruhe auftreten oder durch körperliche und psychische Streßsitutationen ausgelöst werden. Häufig ereignen sich Infarkte am Morgen oder Vormittag. Grund ist vermutlich, daß der Blutdruck morgens höher und das Blut zähflüssiger als nachmittags ist.
SYMPTOME: Wie bei der Angina pectoris kündigt sich der Infarkt durch plötzlich einsetzende, starke Schmerzen in der Herzgegend an, die bis in den linken Arm ausstrahlen können. Übelkeit, Schweißausbruch oder Erstickungsgefühl begleiten häufig das Ereignis. Der Betroffene verspürt große Angst, fühlt sich schwach und kann plötzlich ohnmächtig werden. Bei älteren Menschen verläuft die Symptomatik nicht selten uncharakteristisch. In Ausnahmefällen sind die Beschwerden auch gering oder der Infarkt wird vom Betroffenen nicht einmal wahrgenommen ("stummer Infarkt"). Im Gegensatz zum Angina-Pectoris-Anfall sprechen die Beschwerden beim Herzinfarkt nicht auf Nitro-Sprays oder Nitro-Kapseln an. AUSWIRKUNGEN: Das abgestorbene Muskelgewebe bildet im Lauf der Zeit eine Narbe. Der Narbenbezirk nimmt nicht mehr an der Herzaktion teil, so daß die Pumpfunktion gemindert wird. Das Herz kann folglich bei körperlicher Belastung nicht mehr adäquat mit einer Steigerung seiner Pumpfunktion reagieren. Der Kranke verspürt eine Einschränkung seiner gewohnten Leistungsfähigkeit. Die Größe des Narbenbezirks bestimmt daher ganz entscheidend die verbleibende Herzfunktion und Lebensqualität. Der Arzt nutzt die sog. Echokardiographie, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Ausgedehnte Infarktnarben führen häufig auch zu einer Vergrößerung des Herzens oder Rhythmusstörungen. Die Sterblichkeit im Zusammenhang mit einem Herzinfarkt wird vom Alter des Patienten stark beeinflusst. Die ersten beiden Stunden nach Eintritt eines Herzinfarktes sind aber generell für den weiteren Verlauf und die Überlebenschance des Patienten von entscheidender Bedeutung. Die Akutsterblichkeit jener Patienten, die im Krankenhaus aufgenommen werden, beträgt heute zwischen weniger als 10 % und knapp 12 %. Weiterhin stirbt aber fast ein Drittel aller Patienten vor Aufnahme in einer Klinik, so dass die Einjahressterblichkeit aller Infarktpatienten in den letzten 30 Jahren nahezu unverändert bei etwa 50 % verblieben ist. Jeder weitere Infarkt (Reinfarkt) läßt die Chancen auf ein Überleben sinken. |
THERAPIE: Der
Herzinfarktkranke gehört sofort ins Krankenhaus. Dort
kann mit Hilfe des Auch nach einem überlebten Infarkt sind weiterhin Medikamente nötig, um die Warscheinlichkeit für einen erneutes Infarktereignis so gering wie möglich zu halten. Zum Standard gehören Betablocker und Acetylsalicylsäurepräparate. Ist die Pumpfunktion des Herzens gestört oder bestehen Rhythmusstörungen, sind weitere Pharmaka notwendig. Für den Infarktpatienten gilt es, alle Lebensgewohnheiten, die den Infarkt begünstigt haben, zu ändern, die Ernährung umzustellen und seine Leistungsreserven schonend einzusetzen. RISIKOFAKTOREN: Menschen,
die einen Herzinfarkt erleiden, haben meist ungesunde Lebensgewohnheiten
und/oder sind familiär vorbelastet. Die Gefahr eines Herzinfarkts
steigt jedenfalls im zunehmenden Alter, bei Übergewicht,
bei hohem Blutdruck, ständigem
PRÄVENTION: Niemand kann sich vor einem Herzinfarkt sicher schützen. Es gibt jedoch Faktoren, die einen erheblichen Einfluß auf die Entstehung einer Herzerkrankung besitzen. Menschen, die mit einem oder mehreren dieser Faktoren belastet sind, haben ein deutlich erhöhtes Risiko. Die Voraussetzungen für eine Herz-Kreislauferkrankung sind außerdem genauso vererbbar wie eine schiefe Nase. Eine familiäre Vorbelastung (sog. positive Familienanamnese), liegt vor, wenn mindestens ein Verwandter ersten Grades (Eltern, Geschwister) vor dem 65. Lebensjahr einen Herzinfarkt erlitten hat. Der Grund für das gehäufte Auftreten dieser Erkrankung in einer Familie liegt meist an einer Fettstoffwechselstörung, die Familie leidet demnach unter erhöhtem Cholesterin und ist gefährdet, einen Herzinfarkt zu erleiden.. Wichtig ist, dass Menschen, die einen Herzinfarkt hatten, auch weiterhin zur Risikogruppe gehören. Denn wer einmal einen Infarkt erlitten hat, kann immer wieder einen erleiden. Deshalb ist es wichtig, seinen Lebensstil komplett umzustellen. Lustlosigkeit
nach Herzinfarkt
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