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Rückenschmerzen,
Hexenschuss,
Rückenschmerzen sind in den Industrieländern
die Volkskrankheit Nummer Eins.
Im zweiten Lebensjahrzehnt beginnen die Alterungsprozesse im Körper. Die Bandscheiben sind sehr früh davon betroffen. Vor allem der Gallertkern verliert im Lauf der Jahre immer mehr Flüssigkeit. Der Effekt: Die Zwischenwirbelscheibe schrumpft. Im Prinzip ist das nicht schlimm. Wirken allerdings zusätzliche Fehlbelastungen beispielsweise durch Haltungsfehler oder Instabilitäten in den Zwischenwirbelgelenken auf eine "alternde" Bandscheibe ein, kommt es zum krankhaften übermäßigen Verschleiß. Am Ende bilden sich Risse und Spalten in der Bandscheibe, sie verliert ihre Elastizität und damit ihre Funktionsfähigkeit. Rückenbeschwerden sind dann vorprogrammiert, denn hat die Bandscheibe erst einmal ihre Elastizität verloren, kann sich der Gallertkern ungünstig verlagern. Wenn der Schmerz im Rücken sitzt, liegt es nicht immer an den Bandscheiben. Die Zahl anderer Ursachen ist groß und erschwert dem Arzt nicht selten die Diagnose. So treten Rückenschmerzen auch oft bei Magen-Darm-Problemen, Nieren-Erkrankungen und Schlaflosigkeit auf. Sogar Zahnschmerzen oder auch die weibliche Menstruation können Rückenschmerzen hervorrufen. Für einen Arzt sehr schwer zu diagnostizieren sind Belastungskreuzschmerzen. Sie können immer wieder in Abhängigkeit von der Körperhaltung auftreten: Es gibt keinen krankhaften Befund auf dem Röntgenbild. Ursachen des Schmerzes sind falsche Ernährung, falsche Bewegungsabläufe, Bewegungsmangel, Stress und Ärger. Die Muskulatur ist verspannt und reagiert schmerzhaft auf Druck. Nicht nur die genaue Diagnose, auch die Behandlung ist extrem schwierig. Bandscheiben, Hexenschuss, Ischias & Co.
Verliert das Bandscheibengewebe an Flüssigkeit und Eigendruck, so wird sie zusammengerückt und weicht nach den Seiten aus, vornehmlich natürlich dahin, wo die höchste Druckbelastung stattfindet. Die Bandscheibe wölbt sich vor. Ist die Kraftrichtung nach hinten in Richtung des Wirbelkanals gerichtet, so beengt die sich vorwölbende Bandscheibe den schmalen Raum für das Rückenmark und seine Nerven. Auf
den Engpass reagieren die Nerven natürlich
mit einem Reizzustand, der umso heftiger ausfällt,
je mehr sie eingeengt und abgedrückt werden.
Sind erst einmal Risse im Bandscheibengewebe
aufgetreten, dann genügen bereits geringe
Kräfte und Überlastungen, um den weichen
Gallertkern aus diesen Rissen auszupressen.
Das meist nach hinten Behandlungsmöglichkeiten Die Krankengeschichte (Anamnese) des Patienten und eine ausführliche Untersuchung sind von äußerster Wichtigkeit. Um die Ursache der Beschwerden weiter abzuklären, empfiehlt sich, wenn notwendig, zunächst eine orientierende Röntgendiagnostik. Im Röntgenbild kann bereits in den meisten Fällen zwischen Verschleißerkrankungen, Entzündungen oder Tumorerkrankungen unterschieden werden. Eine weiterführende Diagnostik ist in unklaren Fällen oder bei Fragestellungen einer operativen Behandlung (z. B. Nervenlähmungen) notwendig. In Frage kommen die Kernspintomographie (= Magnetresonanztomographie MRT), die Computertomographie (CT) oder die Knochenszintigraphie. Welche Untersuchung in Frage kommt, beurteilt der Arzt von Fall zu Fall. Bandscheibenvorfälle, die nicht zu einer Lähmung geführt haben, können in erster Linie konservativ, also ohne Operation, behandelt werden. Ist das Rückenmark bzw. einer oder mehrere der austretenden Nerven so stark geschädigt, dass es zu Lähmungen oder sogar zur Inkontinenz von Blase und/oder Darm kommt, ist meistens eine Operation erforderlich. Selbst bei schweren Bandscheibenschäden und Verschleißerkrankungen kann oft auf eine Operation verzichtet werden Notfälle mit drohenden oder eingetretenen Lähmungserscheinungen natürlich ausgenommen. Wen es so richtig erwischt hat, der weiß: Die Schonung fordert sich der Körper von selbst. Entspannung und möglichst schmerzfreie Lagerung sind also zunächst die wichtigsten Aspekte. Auf die unterschiedlichen Wirbelsäulenstörungen reagiert der Körper immer mit der typischen Reizantwort: Schmerz, Durchblutungssteigerung und Gewebeschwellung, der so genannten Entzündungsreaktion. Diese Art der Entzündungsreaktion hat nichts mit den uns im Allgemeinen bekannten Entzündungen mit Keimen (Bakterien oder Viren) zu tun. Der Körper zeigt nur ähnliche Reaktionen, um Störungen selbst zu heilen. Der Schmerz zwingt uns zur Ruhe und Schonhaltung, die Durchblutungssteigerung hilft das Gewebe geschmeidiger zu machen und gestörte Zellfunktionen schnellstens zu reparieren. Die Schwellung ist eine Folge der Durchblutungssteigerung oder der erhöhten Zellaktivitäten. Man spricht also besser von Reizreaktion oder Reizantwort. Nachteilig ist, dass es durch die Gewebeschwellung häufig zu Engpässen der Nerven kommt, die Schmerzreaktion wird erhöht, die Reizantwort verstärkt, die Reaktion schaukelt sich unnötig auf. Aus diesem Grund werden fast routinemäßig entzündungshemmende Medikamente eingesetzt, die gleichzeitig eine schmerzlindernde Wirkung haben. Zumeist fallen sie in die Gruppe der so genannten Rheumamittel, in der medizinischen Fachsprache nicht steroidale Antirheumatika (NSAR), da sie kein Kortison (= Steroid) enthalten. Sind die Beschwerden sehr stark, so ist man gezwungen, auf die stärkste uns zur Verfügung stehende entzündungshemmende Substanz, das Kortison, zurückzugreifen. Kortison wird meist in Kombination mit lokalen Betäubungsmitteln vor Ort injiziert, also in jene Region, die das Beschwerdebild verursacht. Wärme- oder Kältebehandlung? Wärme wirkt muskelentspannend und schmerzlindernd. Zur Wärmebehandlung geeignet ist die Wärmflasche, ein erwärmtes Gelpaket, ein Kirschkernkissen oder die feuchte Wärme einer Fangopackung (erhältlich in Apotheken und Sanitätsfachgeschäften), aber auch eine Wärmedecke, ein Wärmekissen, ein heißes Bad oder die Bestrahlung mit einer besonders tiefenwirksamen Rotlichtlampe. Kälteanwendungen gehören eigentlich in das Gebiet der akuten Verletzungen. Doch kurze Kältereize fördern die Durchblutung, eine Reaktion, die für Heilungsvorgänge nützlich ist. Man kennt diese Reaktionen aus den Kneipp´schen Bädern. Badebehandlung Eine gezielte Badebehandlung kann wahre Wunder wirken. Die Wärmezufuhr lockert die Muskulatur, der Auftrieb des Wassers reduziert das Körpergewicht und damit auch die Belastungen der Wirbelsäule bei Bewegungsübungen. Daher haben sich Thermal-Bewegungsbäder in der Behandlung von Rückenbeschwerden überaus bewährt. Besondere schmerzlindernde Effekte werden in der Kombination mit der Elektrotherapie in Form von so genannten Zwei- und Vierzellenbädern oder dem Stangerbad erzielt. Dabei wird ein spezieller schwacher Gleichstrom durch das Wasser geschickt, der die elektrischen Reizimpulse der Nerven sozusagen filtert und dabei reduziert. Bei einer Badebehandlung ist es wichtig, dass Herz- und Kreislauf- Funktion in Ordnung sind. Daher sollte zuvor Ihr Arzt um Rat gefragt werden.
Operation? Strahlen die Wirbelsäulenschmerzen in Arme oder Beine aus und sind sie mit Gefühlsstörungen verbunden, so ist dies meist ein Warnsignal für eine ernsthafte Erkrankung mit einem Nervenengpass. Führt ein Bandscheibenvorfall zu akuten Lähmungserscheinungen der Muskulatur, so ist die Zeitspanne, in der ein konservativer Behandlungserfolg abgewartet werden kann, nur sehr kurz. Bei einer Lähmungsdauer von mehr als ein oder zwei Wochen, ist bereits mit bleibenden Nerven- und Muskelausfällen zu rechnen. Natürlich
ist das Operationsverfahren abhängig
von der jeweiligen Wirbelsäulenerkrankung.
Grundsätzlich gilt es zu entscheiden,
ob nur der jeweilige Engpass der Nervenwurzel
oder des Rückenmarks beseitigt werden
muss (z. B. Bandscheibenvorfall) oder
ob darüber hinaus Instabilitäten
oder Defekte (Tumore, Entzündungen)
bestehen, die eine Versteifung des betroffenen Bei
Bandscheiben gilt grundsätzlich zu
entscheiden, ob es sich lediglich um eine
Bandscheibenvorwölbung oder um einen
regelrechten Bandscheibenvorfall handelt.
Bandscheibenvorwölbungen führen
in der Mehrzahl der Fälle nicht zu
Nervenausfällen, so dass sich die
Frage zur Operation nur selten stellt.
Auch die meisten Bandscheibenvorfälle
werden konservativ behandelt. Ist der
Druckschaden jedoch so hoch, dass es dadurch
zu akuten Lähmungserscheinungen kommt,
steht häufig eine Operation an. Von
einem hinteren Zugang aus Eine Bandscheibenoperation kann heute als relativ kleiner Eingriff mit Hilfe eines Operationsmikroskops vorgenommen werden. Der Betroffene wird, nachdem die Narkose eingesetzt hat, auf dem Bauch gelagert und mit sterilen Tüchern abgedeckt. Nur ein kleiner Bereich über der Lendenwirbelsäule wird als Operationsgebiet freigelassen. Dieses wird sorgfältig desinfiziert, bevor die Operation beginnt. Der Eingriff wird dann durch einem Hautschnitt eingeleitet, der meist nicht länger als etwa fünf Zentimeter ist. Dann wird die Wirbelsäule freigelegt. Das geschieht, indem die oberflächlich gelegenen Rückenmuskeln vorsichtig in einem kleinen Bereich von der Wirbelsäule abgeschoben werden. Um dann direkt an den Ort des Bandscheibenvorfalls zu gelangen kann es notwendig werden, einen kleinen Anteil des Wirbelknochens abzutragen. Durch diese geringe Knochenentfernung ist die Stabilität der Wirbelsäule jedoch nicht beeinträchtigt. Nun kann der Operateur den Bandscheibenvorfall zumeist deutlich erkennen und vorsichtig entfernen. Dabei achtet er sehr sorgfältig auf die in der Nachbarschaft verlaufenden Nervenfasern, um diese nicht zu verletzen. Um zu verhindern, dass lockeres Bandscheibengewebe nach der Operation erneut einen Nerv beeinträchtigt und so zu Beschwerden führt, wird das gesamte lockere Bandscheibenmaterial entfernt. Durch die Operation wurde der eingeklemmte Nerv vom Druck durch das Bandscheibengewebe befreit. Jetzt kann er sich wieder erholen. In dieser Erholungsphase ist es ratsam, sich noch körperlich zu schonen. Wichtig sind außerdem krankengymnastische Übungen. Zusätzlich sollten bei Bedarf Medikamente gegen Schmerzen und gegen Muskelverspannungen eingenommen werden. Nach der Operation bleibt der Betroffene normalerweise noch eine Woche in der Klinik. Dort werden Heilungsverlauf und Wundheilung beobachtet und beurteilt. Nach der Entlassung übernimmt der Hausarzt die weitere Therapie. Er setzt die Krankschreibung fort (in der Regel 4 bis 6 Wochen, damit eine ausreichende körperliche Schonung gewährleistet ist) und verordnet ambulante Krankengymnastik sowie, falls notwendig, Medikamente gegen Schmerzen und Muskelverspannungen. Komplikationen nach der Oparation sind selten. Wenn es nach der Operation zu einer erheblichen inneren Narbenbildung in unmittelbarer Nähe des Nervengewebes kommt und dieses eingeengt wird oder wenn es während der Operation zu einer Nervenverletzung gekommen ist (was nur sehr selten der Fall ist!), können sich chronische Schmerzen entwickeln. Neue Therapie verspricht Hilfe: Oxithermie Die
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