Medizinlexikon:
Ischias-SyndromGenau
genommen handelt es sich beim Ischias-Syndrom um keine Krankheit sondern um die
Bezeichnung von Schmerzen im Bereich des sog. Ischias-Nervs. Es handelt sich hiebei
um eine Reizung des "Nervus ischiadicus", welcher in der Medizin häufig
unter dem Begriff "Lumbo-Ischialgie" genannt wird. In
unseren Breiten treten diese an kalten (feuchten) Tagen bei vielen Menschen auf.
Männer sind öfter davon betroffen als Frauen - das Ischias-Syndrom tritt
auch bei jüngeren Menschen häufig auf! Ein intensiver (tief bohrender)
Schmerz aus der Lendengegend oder aus dem Kreuz bis ins Bein ist nach einer plötzlichen
Bewegung (aber manchmal auch spontan) ein typisches Erkennungsmerkmal. Die Beschwerden
treten treten immer einseitig (links oder rechts) auf.
Wenn das Ischias-Syndrom
und dessen Ursache nicht behoben wird (siehe Behandlung), drohen chronische Schmerzen. Bei
einer angemessenen Reaktion gehen die Nervenschmerzen in einigen Wochen zu Ende
- manchmal auch sehr schnell, wenn z.B. eine "verrutschte" Bandscheibe
wieder zwischen die Wirbel zurückrutscht.
Häufige
Ursachen: - Bandscheibenvorfall
(oder drohender Bandscheibenvorfall) im Bereich der Lenden- und Sakralwirbel
- Verspannungen
der Rücken-Muskulatur verstärkt durch Kälte/Zug
- Verspannungen
durch Heben, Tragen, andauerndes Arbeiten in gebückter Haltung
- Chronische
Verspannungen / Nervenentzündung (sogar via entzündete Zähne)
- Abszesse,
Tumore, Metastasen in der Wirbelsäule (selten)e
Diagnose: Durch
die "klassischen" Erkennungsmerkmale (siehe Einleitung) ist die Diagnose
"Ischias" oft schnell gestellt. Auch leichtes Klopfen auf die Wirbelsäule
lässt geschultes Personal oft Hinweise auf einen Bandscheibenvorfall erkennen.
Des weiteres können auch die Beinnerven sehr empfindlich auf Dehnung reagieren.
Eine populäre Möglichkeit der Untersuchung auf Ischias: Der Betroffene
liegt in Rückenlage und möchte ein Bein (gestreckt) anheben. Dies ist
häufig mit eindeutigen Schmerzen verbunden. Häufig werden in der
Diagnostik auch bildgebende Verfahren wie
Computertomografie
oder Magnetresonanztomografie
verwendet. Mögliche
Behandlung: - schmerzstillende
und entzündungshemmende Injektionen bei aktuen Schmerzen
- hochdosierte
Vitamine oder Medikamente
- Kältebehandlung
mit Eis oder Güssen (aktu), dann aber Wärmebehandlungen (Packungen,
Wickeln)
- Bettruhe
(wenn verordnet - fragen Sie den behandelnden Arzt nach der besten Liegeposition)
- Physikalische
Therapie (Wirbelsäulen-Gymnasik, Bäder, Massagen, Reizstrom, Fußreflexzonentherapie,
Wärmebehandlung)
Alternativmedizinische
Behandlungen (z.B. Akupunktur,
Elektrotherapie)- Bandscheibenoperation
(bei Bandscheibenvorfall mit Lähmungserscheinungen)
Prävention: - Rücken
und Muskeln trainieren (Rückenschwimmen, Gymnastik, Radfahren, Langlaufen,
Nordic Walking etc.)
Abnehmen
(Übergewicht belastet die Bandscheiben)- Rückengymnasik
gegen Bandscheibenschäden
- Heilmassage
- Falsche
Angewohnheiten (Schlafstellung, schlechte Büromöbel, Körperhaltung)
erkennen und verbessern.
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