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Medizinlexikon:
Sinusitis - Nasennebenhöhlenentzündung

lat. sinus - Nasennebenhöhle, itis - Entzündung

Hiebei handelt es sich um eine akute oder auch chronische Enzündung der Nasennebenhöhlen.
Die aktue Sinusitis resultiert häufig aus einem einfachen Schnupfen, wobei durch Schwellung der Schleimhäute oder auch anatomische Besonderheiten das Sekret nicht aus den Nasennebenhöhlen abfließen kann.
Symptome sind häufig: Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit (kraftloser Körper).

Ausgelöst wird eine Nasennebenhöhlenentzündung häufig durch Viren, aber auch bakterielle Infektionen oder Allergien können eine Sinusitis auslösen. Eine bakterielle Infektion liegt häufig vor, wenn die Symptome länger als 7 Tage andauern, einseitige Gesichtschmerzen bzw. eitriger Ausfluss aus der Nase vorliegt. Bei beidseitigen Symptomen dürfte eher eine virale Ursache vorliegen.
Ca. 15-20% der Bevölkerung haben im Jahr eine Sinusitis.

Den Begriff chronische Sinusitis verwendet man, wenn eine Sinusitis mehr als 2 bis 3 Monate dauert. Oft resultiert diese aus einer nicht ausgeheilten Sinusitis - meistens sind auch Kieferhöhlen und Siebbeinzellen betroffen.
Klassische Symptome: andauernder Geruchsverlust, chronischer (oft wässriger) Schnupfen, Sekretfluss im Rachen und andauernder, dumpfer Druck über den Nebenhöhlen oder hinter den Augen. Häufig kommt es auch zum Wachstum von entzündlichen Polypen in den Nasennebenhöhlen.
Behandelt wird die chronische Nasennebenhöhlenenthzündung mit Kortisonprodukten (Nasenspray oder Tabletten).

Arten der Sinusitis:

  • Sinusitis ethomidalis (Siebenbeinzellenentzündung)
  • Sinusitis frontalis (Stirnhöhlenentzündung)
  • Sinusitis maxillaris (Kieferhöhlenentzündung)
  • Sinusitis sphenoidalis (Keilbeinhöhlenentzündung)

Verdacht auf Sinusitis:

Eine Sinusitis kann durch einen Abstrich der Nasenflüssigkeit sowie einer gezielten Befragung des Betroffenen festgestellt werden. Bei einer chronischen Sinusitis kann es jedoch sein, daß keine "klassischen" Symptome vorhanden sind - bei Verdacht sollten bildgebende Verfahren wie
Sonographie (zur Verlaufskontrolle oder bei aktuten Schüben), Computertomographie oder Magnetresonanztomographie verwendet werden.

Häufige Symptome:

-) Kopfschmerzen, Druckgefühl oder Schmerzen im vorderen Kopfbereich. Wenn sich der Betroffene nach vorne beugt oder fest auftritt, werden diese Schmerzen stärker.
-) pochender Schmerz über der Stirn, im Wangenbereich (oft mit Zahnschmerzen), hinter den Augen, im Hinterkopf (weniger oft).
-) Schnupfen mit eitrigem Nasensekret
-) Fieber, Müdigkeit, Sehstörungen, starker Husten (bei schwereren Entzündungen)
-) schmerzende Schwellungen (seltener)

Therapie:

-) Schleim flüssiger machen: viel Trinken, Luftfeuchtigkeit erhöhen, Dampfinhalation, Kochsalzlösungen, Präparate lt. Ärzteempfehlung.
-) Nasensprays, Nasentropfen zum Abschwellen der Schleimhäute
-) Medikamente
-) Präparate/Nasensprays zum Verringern der Entzündung
-) Antibiotika (nur bei schwerer Symptomatik bzw. bei hoher Wahrscheinlichkeit einer bakteriellen Infektion)
-) in ganz schweren Fällen: Operativer Eingriff um den Schleimabfluss zu ermöglichen. Oft bei einer schiefen Nasenscheidewand , Polypen etc. vorteilhaft.

Prävention:

-) Kopfbedeckung bei feuchtem Wetter/Wind. Nasse Haare warm halten.
-) Polypen oder schiefe Nasenscheidewand operativ entfernen lassen, sodass die Abflusswege wieder frei sind.
-) um eine chronische Sinusitis auszuschließen sollte man bei oftmaliger Sinusitis einen HNO (Hals-Nasen-Ohren-Arzt) konsultieren.
-) Rauchen vermeiden
-) Nasenspülungen mit Salzwasser
-) Zähne gesund halten (manchmal sind auch Zahnwurzelprobleme verantwortlich)

Interessant ist auch, daß z.B. in vielen asiatischen Ländern das "Hochziehen" der Nase gesellschaftlich akzeptiert ist und dort Nebenhöhlenentzündungen nahezu unbekannt sind. Beim "Hochziehen" und folgendem Schlucken werden nämlich die Bakterien durch die Magensäure zerstört - im Gegensatz zum "Nase-Putzen" wird (noch nicht wissenschaftlich gesichert!) das Eindringen von Erregern in die Nebenhöhle begünstigt.

LINKTIPPS:

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Hans Weiss, Medizinjournalist und Autor ("Bittere Pillen"): Die traurige Erkenntnis aus meiner dreijährigen Recherche: Der Spagat zwischen medizinischer Forschung und kommerziellen Interessen ist oftmals unüberbrückbar. Im Zwiespalt zwischen Ethik und Geschäft siegt im Zweifel immer das Geschäft.
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