Thema
der Woche
Kalenderwoche
16; 2002
Stressfaktor
Lärm

In
der Arbeit: Telefone, Kollegen und Maschinen. Zu Hause: Radio, Fernsehen und CD-Player. In
der Freizeit: Straßenlärm, Diskotheken und Konzerte - schon ein äußerst
grober Überblick zeigt die Vielzahl von Lärmquellen, denen man Tag
für Tag ausgesetzt ist. Und die Zahl der Lärmerreger wird nicht
weniger.
Lärm,
die "meist laute und unerwünschte Summe von Geräuschen", sorgt
nicht nur für Unruhe, indem er "auf die Nerven geht", er kann auch
das Gehör selbst sowie Herz und Kreislauf schädigen. "Durch Lärm
verursachte Schwerhörigkeit zählt zu den am meisten verbreiteten Berufskrankheiten.
Doch Lärm kann sich auf den ganzen Körper negativ auswirken", sagt
Dr. Heinz Peter Slatin vom Österreichischen Roten Kreuz. So lässt sich
etwa am Ende eines lärmerfüllten Tages eine gesteigerte Müdigkeit
feststellen. Wer
ständig Lärm ausgesetzt ist, setzt seinen Körper ständigem
Stress aus. Stress ist ein uralter Mechanismus: Adrenalin wird ausgeschüttet,
der Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt, ist bereit zu Kampf oder Flucht.
Wenn das über längere Zeiträume hinweg geschieht, sind Folgen von
Schwindel und Kopfschmerzen über Allergien und hohem Blutdruck bis hin zu
einem erhöhten Infarktrisiko möglich. Ständiger Lärm wirkt
sich aber auch auf den Fett-, Kohlenhydrat- und Cholesterinstoffwechsel negativ
aus. Slatin:
"Wenn Nacht für Nacht vor dem Schlafzimmerfenster Autos vorbeifahren
und der Lärm dabei etwa 60 bis 65 Dezibel erreicht, steigt auf lange Sicht
das Infarktrisiko an. 60 Dezibel entsprechen etwa einem auf Zimmerlautstärke
laufenden Radio." Außerdem verkürzt Lärm die Dauer des Tiefschlafs,
der aber für die Erholung besonders wichtig ist. Die Zahl und Länge
der Traumphasen nimmt ab. Erlebtes wird schlechter verarbeitet. Die Folgen:
Schlafstörungen,
Gereiztheit, Depression. Dem
Lärm zu entkommen ist nicht einfach. Doch lässt sich der tägliche
Geräuschpegel eindämmen, indem etwa Kopfhörer nicht laut aufgedreht
werden oder Gehörschutz in der Maschinenhalle getragen wird. Wichtig wäre
es auch, ab und zu bewusst auf Lärm jeder Art zu verzichten und sich einfach
Ruhe zu gönnen. Denn, so Slatin: "Innere Ruhe zu finden ist nur dann
möglich, wenn man auch äußere Ruhe genießen kann."
LINKTIPPS:
.... Ohren-Corner: Infos von A bis Z
....
Hörtests für Kinder
.... Tag gegen den Lärm: Aktiver Lärmschutz
.... Lärm-Online-Informationssystem
.... hier geht's zum Archiv
|