Thema
der Woche
Kalenderwoche
24, Jahr 2003
Was
ist autogenes Training?

1920
von J. H. Schultz begründete psychotherapeutische Methode
der
konzentrativen Selbstentspannung, durch erlernbare Übungen
die Beherrschung
von sonst nicht willkürlich beeinflussbaren körperlichen
und seelischen
Funktionen zu erlangen, wodurch psychisch-vegetative Störungen
(z. B. Verkrampfungszustände, Schlaflosigkeit) behoben
werden können.
Durchführung
Autogenes
Training wird zumeist in kleinen Gruppen (seltener im Einzelsetting)
in 12 wöchentlichen Sitzungen während einer
Dauer von 610 Wochen vermittelt. Jede Übung mit ihren
verschiedenen Komponenten (z.B. Schwere" und Wärme"
und z.B. Atemwahrnehmung") dauert insgesamt 35
Minuten und wird im Sitzen (ggf. auch im Liegen) bei geschlossenen
Augen durchgeführt. Während des praktischen Trainings
schweigt der Therapeut.
Die Übenden konzentrieren sich anfangs auf die Wahrnehmung
ihres Gebrauchsarms mit der Leitvorstellung mein Arm ist
schwer". Sofern 23mal täglich zuhause geübt
wird, generalisiert die Schwereempfindung auf Arme und Beine,
und Wärmeempfindungen werden zusätzlich angesprochen
(Arme und Beine sind schwer Arme und Beine sind
warm ich bin ganz ruhig"). Wenn zuweilen Wärmeempfindungen
vor oder zugleich mit der Schwere realisiert werden, wird die
individuelle Ausgestaltung der Übung den Empfindungen angepaßt.
| Jede
tagsüber durchgeführte Übung wird intensiv
zurückgenommen (Dynamisierung"). Die Übungsformeln
können fortschreitend schlagwortartig verkürzt
werden (Ruhe-Schwere-Wärme"). Durch die
passiv-gelassene Konzentration (was geschieht, ist
gut") auf entspannungsgekoppelte Vorgänge, automatisiert
und intensiviert sich schon bei diesen psychotherapeutischen
Grundübungen" die Entspannung. Zusätzlich
können weitere Komponenten (Organübungen) trainiert
werden: |
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Rhythmisch
ablaufende Körpervorgänge (Herzschlag, Atmung),
ein strömendes Wärmegefühl im Bauchraum
(Sonnengeflecht) und eine angenehme Kühle der Stirn
werden passiv gelassen fokussiert. Weiterhin kann der
Übende dazu angeleitet werden, mit formelhafte
Vorsatzbildungen" persönliche Leitsätze
zu bilden, die auf Symptomreduktion oder Persönlichkeitsreifung
abzielen und bei therapeutischem Vorgehen im Rahmen umfassender
Behandlungspläne besonders wichtig sind.
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In
welchen Bereichen wird autogenes Training eingesetzt?
Die
Wirkung des autogenen Trainings wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts
erforscht und experimentell bestätigt. Autogenes Training
ist wirksam bei ängstlichen und nervösen Störungen,
Schlafstörungen und psychosomatisch bedingten Krankheitssymptomen
bis hin zu leichten depressiven Verstimmungen und auch bei der
Rauchentwöhnung.
Es kann des weiteren zur Gedächtnissteigerung eingesetzt
werden. In der Medizin und Psychotherapie ist autogenes Training
ein anerkanntes Verfahren zur Behandlung von Angstzuständen
und wird im Sportbereich seit vielen Jahren zur Leistungssteigerung
verwendet.
Was
sind die Voraussetzungen für autogenes Training?
Autogenes Training setzt seelische Gesundheit, Lernbereitschaft
und ein gewisses Maß an Selbstdisziplin voraus. Menschen,
die an einer akuten Psychose, an
Schizophrenie
oder depressiven Psychosen leiden, ist das autogene Training
nicht geeignet. Auch bei Hirnabbau und Demenzen wie der Alzheimer-Krankheit
ist die Methode nicht wirksam - hier ist ärztliche Behandlung
angezeigt.
Das
autogene Training sollte nur unter qualifizierter Anleitung
durchgeführt werden. Falsche Durchführung des autogenen
Trainings kann die Symptome, die man damit beseitigen oder lindern
möchte, verschlimmern.
LINKTIPPS:
.... ÖGATAP - Österreichische Gesellschaft für
Autogenes Training und Allgemeine Psychotherapie
.... Information zum Themenbereich "Autogenes Training
(AT)" - Bundesministerium für Gesundheit
.... Autogenes Training als Entspannungstechnik
.... Balancing: das natürliche Anti-Stress-Programm
.... Klangmassage: Entspannungstherapie durch Töne &
Schwingungen
.... alles zum Thema Alternativmedizin
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