Thema
der Woche
Kalenderwoche
29; Jahr 2006
Die Sojabohne
-
eine für (fast) alles !?

Ob
im Tank, in Hautcremes, oder auf dem Teller - die Sojabohne liefert die Rohstoffe
für eine Vielzahl von Produkten, vor allem aber schmeckt sie gut und
ist zudem aus ernährungswissenschaftlicher Sicht äußerst empfehlenswert.
Die
Sojabohne (Glycine max), ist eine aus der Mandschurei stammende Öl- und Eiweißpflanze
und kam 1873 zur Weltausstellung nach Wien und wurde von G. Haberlandt erstmals
in Europa für die Pflanzenzucht bearbeitet. Die Sojabohne ist eine Ölpflanze.
Ihr Hauptwert liegt in ihrem hohen Gehalt an Eiweiß (etwa 39 %) und an Öl
(etwa 17 %), wobei letzterer ungewöhnlich für Bohnen ist. Bei einem
Großteil der Weltproduktion wird zuerst das Öl extrahiert, die Restmasse
(Sojaextraktionsschrot oder Sojakuchen) wird als Futtermittel genutzt, aber auch
als Fleischersatz in der vegetarischen Küche verwendet.
Die Sojabohne erfreut sich seit Jahren steigender Beliebtheit unter den Alternativkulturen.
Dazu beigetragen haben ein relativ stabiles Preisniveau und die im Vergleich zu
anderen Alternativkulturen sichere Ertragsleistung. Vegetarisch,
praktisch, gut Ernährungstechnisch
gelten Sojabohnen quasi als vegetarische Variante der eierlegenden Wollmilch-Sau,
mit dem Unterschied, dass es sie tatsächlich gibt. Der Vergleich ist tatsächlich
nicht ganz unzutreffend, denn sowohl die Vielzahl der aus der Sojabohne gewonnen
Produkte, wie die Inhaltsstoffe der zur Familie der Hülsenfrüchtler
stammenden grünen Bohne sind beachtlich. Neben
ihrem außergewöhnlich hohen Eiweiß- und Ölgehalt enthält
sie rund 35 Prozent Kohlenhydrate, sowie eine Vielzahl an wichtigen Enzymen. Als
besonders wertvoll gilt die Sojabohne auch wegen ihres hohen Gehalts an sogenannten
Phytoöstrogenen, also jenen sekundären Pflanzenstoffen, die eine
ähnliche chemische Struktur aufweisen wie das weibliche Sexualhormon Östrogen.
Phytoöstrogene bedeutet dabei nichts anderes, als pflanzliche Östrogene.
Insbesondere die Wirkung der Isoflavone aus Soja und Rotklee wurde in den letzten
Jahren eingehend untersucht. Wissenschaftler fanden heraus, dass diese pflanzlichen
Hormone in den Zellen die Stellen besetzen, an denen sonst die Östrogene
"andocken". Soja wäre somit - bei entsprechender Dosierung - ein
mögliches Hormoersatzmittel. Asiatische
Frauen klagen jedenfalls während ihrer Wechseljahre weit weniger über
Beschwerden wie Hitzewallungen oder Osteoporose als vergleichsweise europäische
Frauen. Diesem Vorteil, den asiatische Frauen genießen, sind Us-Wissenschafter
nachgegengen. In verschiedenen Versuchsreihen haben sie den Einfluß von
Soja auf Wechseljahrbeschwerden, bzw. auf den Hormonhaushalt von betroffenen Frauen
untersucht. Dabei haben sie festgestellt, dass Soja zwar zu einer gewissen Linderung
der Beschwerden beiträgt, aber bei weitem nicht im erwarteten Ausmaß. Folgende
positive Eigenschaften werden derzeit jedenfalls vermutet: -
präventive
Wirkung bei hormonabhängigen Tumorarten (Prostata-, Gebärmutter-,
Brustkrebs) -
Vorbeugung von
Osteoporose - Vorbeugung
von Arteriosklerose und damit vorbeugend gegen Herzinfarkt und Schlaganfall
- Senkung
des Krebsrisikos insgesamt durch das Abfangen von freien Radikalen. Diese Wirkung
wird auch als
antioxidativ bezeichnet. -
Vorbeugung und Abschwächung von Hitzewallungen
Aussagefähige
Studien zu Nutzen, Risiken und Nebenwirkungen bei der Anwendung in den Wechseljahren
liegen jedoch noch nicht in ausreichendem Umfang vor. Dies gilt auch für
Präparate mit Rotklee (Trifolium pratense). Das Problem in der Praxis: Um
eine entsprechende Schutzwirkung zu erzielen, müsste man zum Beispiel mindestens
ein Pfund Tofu am Tag essen. Damit Phytoöstrogene in der Nahrung ihre protektive
Wirkung entfalten können, müssen sie langfristig und in ausreichender
Menge in die Ernährung integriert werden. Nur, wer regelmäßig
Phytoöstrogene zu sich nimmt, kann mit ihrer Schutzwirkung jedenfalls im
Zusammenhang mit
Wechselbeschwerden rechnen. Eine Daueranwendung von Phytoöstrogen-Präparate
kann daher nicht empfohlen werden. Nahrungsmittel
Aus der Sojabohne werden verschiedenste Produkte gewonnen: - Sojasauce:
entsteht durch die Fermentierung von Sojabohnen
Durch
das Pressen der Sojabohne wird Sojaöl gewonnen. Der Presskuchen, der bei
diesem Vorgang entsteht, wird zur Herstellung von Tofu, Miso (Würzpaste für
Suppen, Soja-Fleischersatz, Sojamilch, -joghurt, und -mehl verwendet.
- Sojamilch:
die gemahlenen Sojabohnen werden mit Wasser vermischt. Anschließend wird
dieser Brei aufgekocht aund ausgepresst. Beim Pressen entsteht eine feste Masse
und Sojamilch. Sojamilch lässt sich mit Kuhmilch vergleichen, ist aber laktose-
und cholesterinfrei. Allerdings enthält die Milch aus Soja weniger Kalzium
als Kuhmilch.
- Tofu
wird aus Sojamilch gemacht und die Herstellung ist vergleichbar mit der Käserei.
Die Sojamilch wird erhitzt und anschließend wird ein Gerinnungsmittel dazugegeben,
welches verursacht, daß sich die feste Masse von der Flüssigkeit trennt.
Die feste Masse wird gepresst und das Resultat heißt Tofu. Tofu läßt
sich genauso verarbeiten wie Fleisch und ist ein besonders leichtes Lebensmittel
(nur 131 kcal/100g).
Tofu
wird überwiegend beschrieben als: rein pflanzlich, leicht verdaulich, reich
an B-Vitaminen, kalorienarm, mineralstoffreich, glutenfrei und cholesterinfrei.
- Sojaöl
wird zur Produktion von Margarine, Brat- und Backfette verwendet. Bei der Herstellung
von Sojaöl wird Lezithin gewonnen. Lezithin ist ein Emulgator und Stabilisator
d.h.: es verbindet Wasser und Fett, Flüssigkeit und feste Masse. In der industriellen
Produktion von Lebensmitteln wird dieses Lezithin vermehrt eingesetzt (z.B.: Schokolade,
Wurst).
Soja
ist ein wichtiger Nahrungsersatz für:
- Milcheiweißallergiker, da Soja laktosefrei ist - Personen mit hohen
Blutfettwerten, da Soja kein Cholesterin enthält - Personen mit einer
Glutamatallergie, da Soja glutenfrei ist - Vegetarier Wellness-
oder Wunder-Bohne? In
den letzten Jahren sind zahlreiche Studien über den Einfluß von sojahältiger
Nahrung auf die menschliche Gesundheit erschienen. Die Theorien von den positiven
Effekten reichen von der Eindämmung eines zu hohen Cholesterienwertes, bis
zur Linderung von Menopausebeschwerden bei Frauen. Aber es sind auch Stimmen laut
geworden, die vor einem übermäßigen Konsum von Sojaprodukten warnen.
Vor allem im Zusammenhang mit genetisch verändertem Soja wird immer
wieder zu Achtsamkeit geraten. US-Forscher
haben in einer Versuchsreihe herausgefunden, dass Nahrungsmittel auf Sojabasis
das Immunsystem schwächen* können. Vor allem Babys sind durch Muttermilchersatz
auf Sojabasis gefährdet (*siehe auch Artikel der
Medical
Tribune).
Fest
steht jedenfalls: Soja enthält viele
Ballaststoffe, zahlreiche Mineralstoffe, Vitamine und
Spurenelemente, außerdem hochwertiges pflanzliches Eiweiß.
Diese Kombination macht die Pflanze sehr wertvoll und unterstützt
zum Beispiel viele Vegetarier bei ihrer Ernährung die von
manchen Medizinern sogar als gesünder als die Ernährung
von Fleischessern bezeichnet wird. So ist der Proteingehalt
von Soja über dem von Fleisch, Fisch oder Käse angesiedelt.
Durch Soja allein ist es einem Menschen im Prinzip möglich
seinen Proteinbedarf zu decken. Neben diesen Vorteilen für
die Ernährung wirkt sich Soja auch positiv auf den Cholesterinspiegel
aus.
Dank
der vielen Ballaststoffe machen Sojabohnen-Gerichte besonders lange satt, beeinflussen
das Darmgleichgewicht positiv und schlagen sich mit schlanken 150 kcal pro 100
g auch nicht auf die Hüften. Verwendet man die kleinen grünen Bohnen
statt Hartkäse oder Feta als Zutat für einen frischen Sommersalat, führt
man seinem Körper nicht einmal die Hälfte bzw. nur zwei Drittel der
Energie zu. Ganz nebenbei wandern jede Menge wertvolles Magnesium, Kalzium, pflanzliches
Eisen und das besonders wichtige Herzschutzvitamin Folsäure in die Nährstoff
hungrigen Körperzellen. Herzlich verführerisch ist auch der hohe Eiweißanteil
der Sojabohnen, von dem sogar der Cholesterinspiegel bei regelmäßigem
Genuss harmonisch profitieren kann. Nach
Angaben der Fa. IGLO decken 100 g Zarte Sojabohne (als Tiefkühlprodukt erhältlich)
- Kalzium
15 %
- Eisen
17 %
- Vitamin
B1 18 %
- Ballaststoffe
13 %
der täglich empfohlenen Menge. LINKTIPPS:
.... Lebensmittelallergien
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.... Heilpflanze Preiselbeere
.... Artischocke:
Delikatesse & Heilmittel
.... Vegetarische Rezepte
.... www.iglo.at
.... www.tofu.at
.... Gesund-TV: Fernseh-Tipps zum Thema
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