Thema
der Woche
Kalenderwoche
41; Jahr 2006
Entsäuern:
Gesunde Ernährung
im Säure-Basen-Gleichgewicht

Wenn
sauer nicht lustig macht: Eine latente Übersäuerung des Körpers
durch falsche Ernährung mindert etwa die Durchlässigkeit des Bindegewebes
für Nährstoffe und Abauprodukte - sichtbar wird diese Gewebeschwächung
durch Cellulite. Übersäuerung bedeutet aber auch eine dauerhafte
Belastung der Nieren und kann langfristig die Knochenschwäche Osteoporose
auslösen. Bewusstes Essen schützt aber vor Säurestress.
Der
Mensch ist biologisch gesehen ein basisches Wesen. Das Blut ist basisch und muss
auch ständig basisch bleiben ansonsten kann dies lebensbedrohende Auswirkungen
haben. Die Zellen werden von basischem Blut versorgt. Das menschliche Leben entwickelt
sich 9 Monate lang in einem basischen Fruchtwasser. Wenn der Mensch gesund ist
lebt er in einem ausgeklügelten Gleichgewicht von Säuren und Basen.
Unser Körper besteht zu 80% aus Basen und zu 20% aus Säuren, unsere
raffinierte und denaturierte Nahrung führt dem Körper aber ca. 80% Säuren
zu. Eigentlich
ist der Säure-Basen-Haushalt des menschlichen Körpers ausgeglichen.
Doch bei falscher Lebensweise kann das Zusammenspiel von Säuren und Basen
aus dem Gleichgewicht geraten. Eine eiweißhlastige Ernährung mit zu
großen Fleischportionen, genauso wie einseitige Crash-Diäten führen
zu einem wahren Ansturm der Säuren im Körper. Der Organismus muss ständig
darum kämpfen die Balance zu halten, dieser energieraubende und auszehrende
Zustand wird auch als latente Übersäuerung (Azidose, Acidose)
bezeichnet - Gesundheitsstörungen können die Folge sein. Säure-Basen-Gleichgewicht
halten Bei
der Umwandlung von Lebensmitteln in körpergechte Baustoffe und Energielieferanten
entstehen Säuren und Basen. Wobei der Geschmack eines Nahrungsmittels nichts
darüber aussagt, ob es zur Säure- oder Basebbildung im Körper beiträgt.
Der Säure- bzw. Basengehalt wird mit dem pH-Wert angegeben. Die Skala reicht
von 0 bis 7 im sauren Bereich und von 7 bis 14 im basischen Bereich. Bei einem
pH-Wert von 7 sind die positiv und negativ geladenen Teilchen im Gleichgewicht.
Je nach Organ gibt es im Körper unterschiedliche pH-Werte. Nur im Blut muss
der pH-Wert konstant bleiben und zwar bei 7,4. Der
Körper besitzt verschiedene Kontrollmechanismen, um den Säure- Basen-
Haushalt stabil zu halten. Überschüssige Säure wird über die
Nieren ausgeschieden, durch die Ausatmung von Kohlensäure wird ebenfalls
dafür gesorgt, dass der pH-Wert reguliert wird und durch Bikarbonatpuffer
im Gewebe. Über die Haut wird saurer Schweiß ausgeschieden und über
den Darm saurer Stuhl. Eine
kurzzeitige Säure- oder Basenbelastung schadet dem Organismus keineswegs,
da er leistungsfähige Puffersystem hat. Langfristig gesehen wäre es
aber sicher zu empfehlen, nicht zu säureüberschüssig zu essen.
Einige Erkrankungen sind auf Störungen das Säure- Basen- Haushalts zurückzuführen.
Am bekanntesten ist die Gicht, bei der Einlagerungen von Harnsäurekristallen
in den Gelenken entstehen, sich entzünden und schmerzen. Es
ist auch zu vermuten, dass Erkrankungen wie chronische Entzündungen, Geschwüre,
Hautkrankheiten und auch Harnsteine im Umfeld einer Übersäuerung des
Gewebes leichter entstehen können. Ob auch Erkrankungen wie Rheuma, Infektionsanfälligkeit,
Osteoporose bis hin zum Haarausfall durch eine "Übersäuerung"
des Gewebes entstehen können, ist in der Medizin umstriten.
Welche
Lebensmitel machen uns sauer? Eine
gezielte Ernährung mit viel Obst und Gemüse entlastet den Organismus,
sie liefern dem Körper reichlich Basen, dadurch bleiben die Knochen stark,
die Haut straff und die Versorgung der Zellen funktioniert tadellos. Als
Säurelieferanten gelten: Zucker
und zuckerhaltige Süßwaren, Brot aus Weißmehl, Nudeln, Kaffee,
schwarzer Tee, Alkohol, Fleisch, Fisch, Wurstwaren und ganz besonders Fleischsuppen.
Zu den Basenlieferanten zählen: Kartoffel,
Gemüse, Obst, rohe Milch und manche Käsesorte, die meisten Kräuter.
Spitzenreiter bei der Basenbildung sind alle dunkelgrünen Blattsalate. Auch
Trockenfrüchte - hier besonders Datteln, Feigen und Rosinen- zählen
zu den Top-Basen-Bildern. Neutrale
Lebensmittel sind: wasser, Butter, kalt gepresste Öle, Walnüsse.
Liegt
der pH-Wert im Blut unterhalb von 7,36 spricht man von einer Azidose. Der
Referenzwert liegt je nach Labor bei 7,36 bis 7,44. Liegt er darüber, so
spricht man von einer Alkalose. Das Phänomen einer akuten Übersäuerung
(Azidose) und das Gegenteil davon (Alkalose) sind sowohl auf der Ebene
des Blutes als auch als Gewebsazidose in der Medizin, insbesondere in der Intensivmedizin,
bekannt. Im Konzept der Basischen Ernährung ist jedoch nicht von einer akuten
Azidose und Alkalose des (arteriellen) Blutes die Rede, sondern ausschließlich
von einer chronischen Übersäuerung der Körpergewebe außerhalb
des Blutes. Zahlreiche
Symptome werden in der Komplementärmedizin auf eine Übersäuerung
zurückgeführt:
Sodbrennen,
chronische Magen-Darmstörungen (z. B. Candida albicans),
Cellulite,
Haarausfall,
brüchige Haare, fahle Haut, Hautunreinheiten,
Akne,
Rheuma und
Gicht,
Neurodermitis,
Allergien,
Arterienverkalkung, Diabetes,
Osteoporose,
Schmerzen und Verspannungen, sowie ein geschwächtes Immunsystem. In diesem
Zusammenhang wird die sogenannte Basische Ernährung etwa seit 1970 in der
Alternativmedizin bzw. Komplementärmedizin, nicht aber innerhalb der Schulmedizin
oder der Ernährungswissenschaften angewendet. Eine chronische Übersäuerung
als Krankheit bzw. Krankheitssfaktor ist in dieser Form wissenschaftlich auch
nicht anerkannt, da eine messbare pH-Absenkung im Blut in den genannten Fällen
nicht nachweisbar ist.
Eine Wirksamkeit der basischen Ernährung, insbesondere bezüglich der
Vermeidung oben genannter Krankheiten wiederum, konnte bisher nicht nachgewiesen
werden, abgesehen von Nebeneffekten durch eine insgesamt gesundere Ernährung
(z. B. Fleischverzicht, Vermeidung von Kohlenhydraten mit hohem glykämischen
Index). Tipps
& Tricks zur ausgewogenen Ernährung im Säure-Basen-Gleichgewicht
Grundsätzlich
gilt: Kombinieren Sie - vorzugsweise fettarmes - Fleisch oder Fisch mit einer
großen fettarm zubereiteten Gemüse- oder Kartoffelportion. Denn ca.
250 gr.Obst oder gemüse gleichen die Säurebildung aus, die von 100 gr
Fleisch, Fisch oder Getreide entstehen. Morgens:
Kaffee, und schwarzer Tee sind Wasserräuber - der Körper hat nach dem
Genuß weniger Flüssigkeit zur Verfügung als vorher. Sie müssen
deswegen aber keinesfalls auf ihren gewohnten Morgenkaffee verzichten, trinken
sie alledings ein großes Glas Wasser nach. Frisches Obst, Vollkornmüsli,
verdünnte Obstsäfte, Honig und Dörrobst sind zudem eine interessante
Abwechslung. Mittags:
die ideale Zeit, um den Löwenanteil Basen aufzunehmen. Gemüsesuppen
und Kräuter bringen ein Basenplus! Bevorzugen Sie als Eiweißlieferanten
pflanzliche Lebensmittel (z.B. Bohnen) - Sie kommen damit leichter ins basen-Plus
und essen weniger Fett und sparen so Kalorien. Flüsssigkeit ist nötig,
um anfallende Säuren über die Nieren auszuscheiden. Leitungswasser und
stille Mineralwässer sind neutral, Kräutertees bringen Mineralstoffe
mit und sind daher ideal. Nachmittags
laufen die Stoffwechselvorgänge langsamer ab, da können manche Nahrungsmittel
stärker gären. z.b. frisches Obst, Salat, Rohkost. Bedenken Sie dies
wenn Sie zu Blähungen neigen sollten. Abends
nur kleine Portionen, gut gekaut, möglichst vor 19.00 Uhr.
Zur Wiederherstellung des Säure-Basen-Gleichgewichtes, also zur Entsäuerung,
und zur Neutralisierung der anfallenden Stoffwechselgifte kann eine Basenmischung
eingenommen werden. Eine regelmäßige Einnahme im Sinne einer Vorbeugung
zur Übersäuerung ist sicher nicht sinnvoll. 3774287988
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