Thema
der Woche
Kalenderwoche
8; Jahr 2007
Lebensmittelkennzeichnung:
Über Inhaltsstoffe Bescheid wissen

Die
Kennzeichnung von Inhaltsstoffen diverser Lebensmittel ist für
den
Konsumenten eine wichtige und notwendige Informationsquelle,
leider hapert es
aber noch immer an einer einheitlichen und leicht verständlichen
Umsetzung.
Eine Info-Kampagne des Europäischen Informationszentrums
für Lebensmittel (EUFIC)
soll nun Licht in den Begriffe-Dschungel bringen.
Konsumenten
möchten wissen, was in ihrem Essen ist. Aus einer Vielzahl
von Gründen können sie sich wünschen, bestimmte
Zutaten zu vermeiden. In Europa müssen nahegehend alle
abgepackten Lebensmittel gemäß EU-Recht gekennzeichnet
sein. Dennoch dürfte die Terminologie der Inhaltsstoffkennzeichnung
für Verbraucher nicht immer offensichtlich sein. Für
manche Konsumenten ist es auch ein Problem, die benannten Zutaten
zu interpretieren.
Inhaltsstoffkennzeichnung
nach EU-Gesetzgebung
Die Lebensmittel-Kennzeichungsverordung sieht zwar vor, dass
Lebensmittel deutlich sichtbar und gut lesbar gekennzeichnet
sein müssen. Aber das ist nicht immer der Fall, wie ein
AK-Test bereits zeigte: Fast jedes zehnte Produkt war schleißig
gekennzeichnet.
Basierend auf der aktuellen Gesetzgebung (siehe Literaturhinweise
am Ende) ist es vorgeschrieben, alle in einem Lebensmittelerzeugnis
enthaltenen Zutaten aufzulisten, inklusive Wasser und Zusatzstoffe,
erscheinend in absteigender Reihenfolge des Gewichts. Ebenso
muss jeder Bestandteil eines Zutatengemisch aufgelistet werden,
es sei denn, die Zutat wurde schon als eigenständiger Inhaltsstoff
genannt oder ist unterhalb eines bestimmten Grenzwertes vorhanden
vorausgesetzt, es ist kein potenzieller allergieauslösender
Stoff.
Zusätzlich
wurden 12 potenziell allergieauslösende Lebensmittelinhaltsstoffe
ermittelt, die immer klar gekennzeichnet werden müssen.
Zudem gibt es spezifische Regeln für die Kennzeichnung
von Zusatzstoffen, Süßstoffen, Aromastoffen sowie
Lebensmittelinhaltsstoffen von genetisch modifizierten Organismen.
Desgleichen müssen Zutaten, die bestrahlt wurden, einschlägig
vermerkt werden.
Inhaltsstoffe
& Zutaten
- Johannisbrot
wird aus der essbaren Kernhülse des Johannisbrotbaumes
hergestellt. Das süße Fruchtfleisch wird als Alternative
für Schokolade benutzt. Aus den Samen wird Johannisbrotkernmehl
extrahiert und als Emulgator, Stabilisator und Geliermittel
-
Lebensmittelzusatzstoff
(E410) - in Süßwaren, Getränken und gebackenen
Produkten verwendet.
- Carrageenan
ist ein natürlich vorkommendes Kohlenhydrat, das aus
roten Meeresalgen extrahiert wird. Es wird als gelierender,
verdickender und stabilisierender Lebensmittelzusatzstoff
(E407) verwendet und kann in Süßspeisen, Saucen
und Fleisch vorkommen.
- Guarkernmehl
ist ein Polysaccharid, das aus der Büschelbohne gewonnen
wird. Hoch raffiniertes Guarkernmehl wird in Lebensmitteln
als verdickender und stabilisierender Lebensmittelzusatzstoff
(E412) eingesetzt, speziell in Götterspeisen, Eiscreme
und Salatdressings.
- Hydriertes
Pflanzenöl
ist ein allgemeiner Gattungsname, der sich auf Pflanzenöl
bezieht, das durch einen Hydrogenierung genannten Prozess
in einen festen beziehungsweise halbfesten Zustand versetzt
wird. Alle hydrierten Pflanzenöle (wie etwa Sonnenblumen-,
Soja- und Granolaöl) werden durch diesen Begriff erfasst.
Hydrogenierung erzeugt zum Beispiel bei gebackenen Produkten
eine wünschenswertere Beschaffenheit. Dabei können
jedoch
Transfettsäuren
entstehen,
die als Risikofaktoren mit Herzkrankheiten in Verbindung gebracht
worden sind. Konsumenten wird üblicherweise geraten,
nach den Worten hydriert und teilweise hydriert
in der Zutatenliste zu schauen, um daraus zu schließen,
dass ein Produkt Transfettsäuren enthält. Jedoch
ist dieser Rat nicht ganz korrekt. Teilweise hydrierte Öle
beinhalten eine gewisse Menge an Transfettsäuren (abhängig
vom Grad der Hydrierung), aber voll hydrierte Öle beinhalten
kein Transfett. Alternative Methoden wie etwa Umesterung oder
Fraktionierung werden jetzt in größerem Umfang
genutzt, um feste Margarine und andere fest beschaffene Fette
zu produzieren.
- Ein
hydrolisiertes pflanzliches Protein ist ein Protein,
das aus einer pflanzlichen Quelle wie Mais, Soja oder Weizen
gewonnen und durch saure oder enzymatische Hydrolyse in Aminosäuren
zerlegt wird. Es hat einen fleischigen Geschmack und wird
weitgehend als Aromastoff für pikante Produkte verwendet.
-
Lecithin ist eine fetthaltige Substanz, die in Sojabohnen,
Eidotter und Sonnenblumenöl vorkommt. Es wird meist als
emulsierender Lebensmittelzusatzstoff (E322) gebraucht und
kann in Schokolade, Salatdressing und gefrorenen Süßspeisen
enthalten sein.
- Stärke
ist ein natürlich vorkommendes Kohlenhydrat, das aus
pflanzlichen Quellen (Korn, Wurzel, Hülsenfrüchten)
extrahiert wird. Produkte aus natürlicher Stärke
sind:
- Dextrin
und Maltodextrin sind leichte Kohlenhydrate,
hergestellt durch hydrolytische Spaltung von Stärke.
Dextrine werden im Allgemeinen aus Stärke gewonnen
(aus Korn, Weizen oder Kartoffeln) und als Füllstoffe
und Verdicker in Süßigkeiten, Convenience-Produkten
wie Fertigsuppen sowie Diätprodukten verwendet. Zudem
dienen sie als Trägersubstanzen für Aromen.
- Glukosesirupe sind süße, wässrige
Zuckerlösungen, gewonnen durch unvollständige
Hydrolyse (= Spaltung einer chemischen Verbindung durch
Reaktion mit Wasser) von Stärke durch Säuren oder
Enzyme in Lebensmittelqualität. Abhängig vom Grad
der Hydrolyse beinhalten sie unterschiedliche Mengen an
Glukose. Glukosesirup wird vorzugsweise als Süßstoff
für Süßwaren und alkoholfreie Getränke
genutzt. Zudem dient er als natürliches Substrat zur
Alkoholgewinnung.
-
Modifizierte Speisestärken sind Produkte, die
aus natürlicher Stärke (etwa aus Mais, Weizen
und Kartoffeln) gewonnen werden, die wiederum mit chemischen,
physikalischen und biologischen Mitteln, beispielsweise
durch Vorkochen, behandelt wurde, um erwünschte Eigenschaften
zu erzeugen. Sie werden in der Lebensmittelindustrie als
Verdickungsmittel, Stabilisatoren, Geliermittel, Binder
oder Emulgatoren eingesetzt, zum Beispiel in Soßen,
Bratensaft, Suppen, tiefgefrorenen Gerichten und Süßwaren.
Eine andere Form der Modifikation ist Vor-Gelatinisierung
von Stärke, wodurch diese mit kaltem Wasser ein Gel
bilden kann, wie etwa in vielen Instant-Süßspeisen.
- Polyalkohole
sind Zuckeralkohole oder hydrierte Kohlenhydrate. Sie sind
auch bekannt als Zuckerersatzstoffe, Masse-Süßstoffe
oder zuckerfreie
Süßstoffe.
Manche Polyalkohole kommen natürlich in vielen Früchten
und Gemüsesorten vor, wie beispielsweise Sorbit in Äpfeln
und Birnen. Die meist gebrauchten Polyalkohole sind Sorbit,
Mannitol, Maltitol, Isomalt, Lactitol, Xylitol und Erythritol.
In Lebensmitteln werden Polyalkohole meist als Süßstoffe
eingesetzt, um
Zucker
zu ersetzen. Zudem erfüllen sie weitere technische Funktionen,
einschließlich ihrer Wirkung als Masse-Mittel,
Emulgatoren, Verdickungs-, Glasierungs- und Antiklumpmittel.
Anders als andere Kohlenhydrate fördern sie nicht die
Zahnfäulnis und verursachen keinen schlagartigen Anstieg
des Blut-Glukosespiegels. Zudem liefern sie, im Vergleich
zu anderen Kohlenhydraten, weniger Kalorien. Polyalkohole
kommen vor in zuckerfreien Lebensmitteln, in Light-Produkten
ohne Zuckerzusatz oder mit reduziertem Zuckergehalt, zuckerfreien
Süßigkeiten und Kaugummis.
Müssen
Kaloriengehalt und enthaltene Nährstoffe angegeben werden?
Nein.
Die Nährwertkennzeichnung ist derzeit eine freiwillige
Kennzeichnung. Eine Verpflichtung besteht nur, wenn bei einem
Produkt auf dem Etikett, bei der Aufmachung oder in der Werbung
eine nährwertbezogene Angabe wie fettarm oder
reich an Vitamin C gemacht wird. Dann müssen
zumindest Energiegehalt (kJ, kcal) und die Hauptnährwerte
(Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate) in Gramm pro 100 Gramm
oder ml bzw die Vitamine mengenmäßig genau angegeben
werden.
Zum Seitenanfang.
Problem
Mindestschriftgröße
Eine
Mindestschriftgröße, um die Lesbarkeit am Etikett
zu garantieren, ist in der Lebensmittelkennzeichunungs-Verordnung
nicht vorgesehen. In einem Erlass des Gesundheitsministeriums
wird eine Schriftgröße von zwei Millimeter lediglich
empfohlen. Stark eingeschränkt wird die Lesbarkeit und
Übersichtlichkeit obendrein, weil die Etikettierung oft
in mehreren Sprachen erfolgt, um die Produkte für den Vertrieb
in der EU tauglich zu machen. Im Einzelfall kommt auch der Schriftfarbe
und der Farbe des Etiketts große Bedeutung zu.
Wer
ist Ansprechpartner bei Problemen mit einem Lebensmittel?
Die
Lebensmittelkennzeichnungsverordnung verpflichtet zur Angabe
des Namens und der Anschrift eines Ansprechpartners auf der
Verpackung. Dies kann der Hersteller selbst sein, aber auch
der Händler oder der Verpacker des Produktes. Damit soll
ein Verantwortlicher für das Produkt insbesondere für
den Beschwerdefall feststellbar sein. Ein Hinweis auf die Herkunft
des Produktes ist aus dieser Angabe aber nicht ableitbar.
Quellenangabe:
Arbeiterkammer
Wien (Lebensmittelkennzeichnung),
Europäisches
Informationszentrum für Lebensmittel
LINKTIPPS:
.... Exotische Früchte (Teil1)
.... Exotische Früchte (Teil2)
.... Kleines Gewürz-ABC
.... Honig
als Heilmittel
....
Nahrungsmittelallergien in der Adventzeit
.... Kräuter richtig konservieren
.... Brennessel:
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.... Kindererlebensmittel - schau genau!
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Sind Light-Produkte wirklich Schlankmacher?
.... Smoothies
- sinnvolle Alternative zu Obst & Gemüse?
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Geschmacksverstärker: unnötig und nicht ganz ungefährlich
.... Pestizide, Geschmacksverstärker
und Konservierungsmittel
.... Gesund-TV: Fernseh-Tipps zum Thema
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