Thema
der Woche
Kalenderwoche
42; Jahr 2008
Die etwas andere Milch -
warum Stutenmilch so gesund ist

Etwas
süßlich und wässrig schmeckt sie. Anders als
Kuhmilch.
Man muss sich wohl erst an den fremden Geschmack von Stutenmilch
gewöhnen,
hat man seinen Gaumen bisher wahrscheinlich nur mit Kuhmilch
konfrontiert.
Dies sollte man allerdings baldmöglichst ändern,
denn die Milch von Pferden ist äußerst gesund.
Stutenmilchfans:
Dschingis-Khan und Sissi
Bereits
vor 3000 Jahren nutzten die Chinesen Stutenmilch als Heilmittel.
Für die Kaiser der Ming-Dynastie war dieser "göttliche
Nektar" ein Wundermittel, das sie auch in vergorener Form
genossen. Für Nomaden und Hirtenvölker aus dem zentralasiatischen
Raum, war Stutenmilch ein wichtiges Nahrungsmittel, das Brot
und Gemüse ersetzte. Der Mongolenherrscher Dschingis-Khan
führte zur Versorgung seiner Krieger stets eine Stutenherde
mit sich. Auch Kleopatra schwor auf Stutenmilchbäder und
Kaiserin Sissi trank angeblich täglich ein Glas und setzte
sie in der kosmetischen Pflege ein.
Im
19. Jahrhundert setzten sich vor allem russische Mediziner mit
der Wirkung von Stutenmilch auseinander und gründeten zahlreiche
Stutenmilchsanatorien. Besonders bei Lungenerkrankungen und
Problemen mit den Verdauungsorganen wurde die Milch eingesetzt.
Während des zweiten Weltkriegs diente sie dann zur Heilung
von Verwundeten. Bei Schwerverwundeten, die täglich vergorene
Stutenmilch erhielten, heilten die Wunden deutlich schneller
als bei Patienten ohne das Wundermittel.
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Ähnlich
wie Muttermilch
Dass
der weiße Natursaft dem menschlichen Körper
so gut bekommt, ist eigentlich nicht weiter verwunderlich:
Schließlich ähnelt Stutenmilch in seiner biologischen
Zusammensetzung menschlicher Muttermilch. Sie ist fettarm,
dafür reich an Milchzucker, Mineralien und Spurenelementen.
Die sogenannte Albumin-Globulin-Milch enthält große
Mengen dieser einfachen Eiweiße. Sie erfüllen
im Körper Transportfunktionen für Fettsäuren,
Cholesterin, Vitamine, Mineralstoffe und Farbstoffe.
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Stutenmilch
zeichnet sich besonders durch den hohen Lactose-, also
Milchzuckergehalt aus, wodurch sie auch ihr süßliches
Aroma erhält. Lactose ist leicht verdaulich und ernährungsphysiologisch
besonders für die Vorgänge im Darm wichtig.
Milchzucker ist das wichtigste Kohlenhydrat für Säuglinge.
Es
fördert die Bildung der Darmflora und dadurch die
Calciumresorption. Die enthaltenen Oligosaccharide schützen
die Schleimhäute des Magen-Darmtraktes vor schädigenden
Mikroorganismen.
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Über
40 Nährstoffe
Obwohl
die gesunde Milch nur 0,7 - 1,3 Prozent Fettanteil besitzt,
ist sie reich an ungesättigten Fettsäuren. Die Konzentration
der essenziellen Linol-, Linolen- und Arachidonsäure ist
sechs Mal so hoch wie in Kuhmilch. Durch sie werden Herzmuskel,
Muskelgewebe, Magen- und Darmschleimhäute, das zentrale
Nervensystem und die hormonproduzierenden Drüsen positiv
beeinflusst.
Insgesamt
können in der Stutenmilch über vierzig bekannte Nähr-
und Wertstoffe festgestellt werden, darunter auch die Vitamine
A, C, B 1, B 2, B 6, B 12, D und E. Vor allem der hohe Anteil
von Vitamin C, nämlich 86,94-135 Milligramm pro Liter,
ist bemerkenswert. Es ist dies siebenmal mehr als in Kuhmilch
und so regt Stutenmilch besonders die Antikörperbildung
an und stärkt das Immunsystem. Auch im Gehalt von Vitamin
D schlägt die Stutenmilch die Kuhmilch mit Leichtigkeit.
Sie besitzt die 17-fache Menge an Vitamin D, das vor allem für
den Einbau von Calcium in die Knochen benötigt wird und
dessen Mangel bei Kleinkindern zu Rachitis führen kann.
Stutenmilch
für Säuglinge
Die
beste Ernährung für den Säugling ist naturgemäß
die Muttermilch. Kann aber das Kind nicht von der Mutter gestillt
werden und kommt auch noch eine Kuhmilchunverträglichkeit
hinzu, ist Stutenmilch eine gute Alternative. Durch den geringen
Fettanteil und wenig Kasein ist sie leichter verdaulich als
Kuhmilch, enthält jedoch trotzdem alle wichtigen Wirkstoffe.
In den ersten Wochen kann Stutenmilch ohne Zusätze verabreicht
werden, später sollte ein hochwertiges Pflanzenöl,
wie Sonnenblumen- oder Distelöl, hinzugefügt werden,
um den Energie- bzw. Fettgehalt zu erhöhen.
Bei
ca. der Hälfte der Kinder, die als Säugling an einer
Kuhmilchallergie leiden, verschwindet diese Unverträglichkeit
innerhalb von vier Jahren.
Hilfe
bei Neurotermitis
Seit
150 Jahren setzen auch westeuropäische Heilpraktiker und
Naturmediziner auf die Heilkraft der Stutenmilch. Besonders
bei Neurodermitis
und Schuppenflechte
wird das Nahrungsmittel erfolgreich eingesetzt. Wissenschafter
aus Jena haben diese Wirkung nun auch durch eine Studie bestätigt.
23 Neurodermitis-Patienten tranken über einen Zeitraum
von vier Monaten täglich einen Viertel Liter Stutenmilch
und danach ebenfalls die gleiche Zeitspanne lang eine Vergleichsmilch.
Bei den regelmäßigen Kontrollen des Hautbilds konnte
eindeutig eine Besserung festgestellt werden. Bei einem Drittel
der Patienten kam es zu einer 30-prozentigen Verbesserung des
Schweregrad der Neurodermitis. Wie auch auf Medikamente nicht
alle Patienten gleich ansprechen, profitierten auch nicht alle
Patienten von der Stutenmilchtherapie. Allerdings ist Stutenmilch
ein Nahrungsmittel und kein Medikament, wodurch die Wirkung
durchaus positiv zu bewerten ist.
Weitere
Anwendungsgebiete sind Leber-, Magen- und Darmstörungen,
Durchfälle und Verstopfungen, dazu fehlen allerdings wissenschaftliche
Studien.
Auch
in der Kosmetik wird Stutenmilch immer häufiger angewandt.
Diese Pflegeprodukte fördern die Durchblutung und regen
den Stoffwechseln an, wodurch sie vor allem für empfindliche,
reife und pflegebedürftige Haut geeignet sind.
In
Österreich gab es 2006 fünfzehn Betriebe, die Stutenmilch
erzeugten. Dadurch, dass eine Stute nur ein Fünftel der
Milchleistung einer Kuh schafft, ist die Milch vergleichsweise
teuer. 11,92 Euro müssen durchschnittlich für einen
Liter aufgebracht werden.
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[kate] =
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MDR:
Gesund durch Stutenmilch
- Haflinger
Gestüt Meura: Zusammensetzung der Stutenmilch
- Friedrich-Schiller-Universität
Jena: Stutenmilch gegen Neurodermitis
LINKTIPPS:
.... Gewinnung von Stutenmilch unter Tierschutzsgesichtspunkten
.... Neurodermitis bei Kindern
.... Gesunde Ernährung für Kinder und Jugendliche!
.... Lebensmittelunverträglichkeit
.... Laktose-Intoleranz und Kuhmilchallergie
....
Ökologische Getränk: gesund & umweltschonend
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