Thema
der Woche
Kalenderwoche
43; Jahr 2000
Nasenbluten

Nicht
immer ein harmloser Notfall. Da
blutet sie also. Und wenn nicht gerade
"höhere Gewalt" im Spiel ist, Sie gestürzt sind oder hingebungsvoll
gebohrt haben,
ist das Rätselraten bezüglich der Ursachen groß. Meistens ist
Nasenbluten (Epistaxis)
harmlos, gelegentlich aber das erste Symptom einer Allgemeinerkrankung.
Die
meisten Menschen machen sich nur Gedanken um ihre Nase, wenn sie ihnen optisch
nicht gefällt und wenn sie blutet. Blutungen der dünnen Schleimhaut sind weder
ungewöhnlich noch selten. Denn die Nase, das "Tor zu den Atemwegen", braucht zur
Erfüllung ihrer Aufgaben (täglich 10.000 Liter Atemluft wärmen, befeuchten und
filtern sowie Krankheitserreger abwehren) eine mit besonders vielen Gefäßen versorgte
Schleimhaut. Zudem reagieren gerade die kleinen Verästelungen am Naseneingang
bei Einwirkung von außen hochsensibel. Dennoch gibt es Unterschiede - zwischen
lokal bedingtem und symptomatischem Nasenbluten. Sofern es dank Erster Hilfe nach
wenigen Minuten zum Stillstand kommt, brauchen Sie sich nicht zu sorgen. Erweist
sich das Nasenbluten jedoch als unstillbar oder wiederholt sich aus nicht eindeutigen
Gründen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Gründe
fürs Nasenbluten Lokal
bedingtes Nasenbluten ist die klassische Folge von leichten oder
schweren mechanischen Einwirkungen (wie z .B. Prellungen, Frakturen etc.), von
Schleimhautrissen nach starkem Schnäuzen oder dem Entfernen von Borken. Weitere
Auslöser können sein: trockene Luft, krankhafte Veränderungen im vorderen Nasenbereich
(z B. Gefäßerweiterungen, Krampfäderchen) sowie Schnupfen oder Nasenpolypen. Symptomatisches
Nasenbluten kann das erste Warnsignal für verschiedene Erkrankungen
sein: Bluthochdruck, Atherosklerose, Virusinfektionen (wie Masern, Scharlach,
Pfeiffer-Drüsenfieber, Influenza), Gerinnungsstörungen, Diabetes und einer genetisch
bedingten Gefäßerkrankung: der Osler-Rendu-Weber-Krankheit. Keine Krankheiten,
aber ebenfalls denkbare Auslöser fürs Nasenbluten sind Menstruation, Schwangerschaft
sowie die Einnahme von Acetylsalicylsäure: Eine US-Studie mit 326 über 50-jährigen
Patienten hat ergeben, dass Personen, die seit 50 beziehungsweise 100 Tagen Acetylsalicylsäure
eingenommen hatten, doppelt so oft wegen Nasenbluten ins Krankhaus eingewiesen
wurden wie Patienten aus Kontrollgruppen. Bleibt
die Ursache unklar, können gutartige Tumore wie das Nasenrachenfibrom oder
Karzinome in den Nebenhöhlen dafür verantwortlich sein.
Erste Hilfe bei leichtem Nasenbluten
-
Oberkörper
hochlagern oder aufrecht, nach vorn geneigt sitzen - Mund
leicht öffnen.
In jedem Fall: Ruhe bewahren.
-
Blut,
das den Rachen runterfließt, nicht schlucken, sondern möglichst
ausspucken.
-
Die
Nasenflügel einige Male fest zusammendrücken.
-
Falls
dann noch etwas Blut fließt, einen Tampon aus Gazestreifen
oder Mull drehen und vorsichtig ins Nasenloch schieben.
-
Nacken
und Stirn kühlen (mittels Eispackung, Waschlappen oder kalter
Kompressen) um die Durchblutung der Nasenschleimhaut zu
verringern.
-
Nach
erfolgreicher Blutstillung einige Stunden nicht schnäuzen.
©
Beitrag von almeda.de
LINKTIPPS: |