Verfärbungen
der Zähne können unterschiedliche Ursachen haben:
So lagern sich im Laufe der Zeit im Kristallgefüge
des Zahnschmelzes Nikotin, Koffein oder etwa Tannin, das
im Wein enthalten ist, ab. Auch Medikamente (zum Beispiel
Penicilline) und Spurenelemente (zum Beispiel bei zuviel
Fluorid) können Flecken verursachen. Schließlich
wird die individuelle Zahnfarbe im Alter dunkler. Die Bleichmittel
für Zähne funktionieren fast alle nach demselben
Prinzip: Sie enthalten Substanzen, die Sauerstoff-Radikale
im Mund freisetzen. Diese oxidieren oder reduzieren Farbstoffe
im Zahnschmelz und hellen dadurch die Zähne um ein
bis zwei Farbnuancen auf.
Aufhellen in den allermeisten Fällen nicht nötig
Aber
das Aufhellen der Zähne kann auch Nebenwirkungen haben.
Der Zahnschmelz kann erweichen und es besteht die Gefahr,
dass die Zähne brechen; außerdem können
sie schmerzempfindlicher werden. "Die Zähne sollten
deshalb nicht in Eigenregie aufgehellt werden, sondern von
einem Zahnarzt, denn der weiß, wie er solchen Nebenwirkungen
vorbeugen kann", rät Zahnarzt Dr. Bulk. Aus gesundheitlichen
Gründen ist das Aufhellen der Zähne nicht nötig.
"Gewöhnlich versuche ich, meine Patienten davon
zu überzeugen, dass der natürliche Elfenbeinton
der Zähne im Grunde viel schöner ist als das harte
Kalkweiß gebleichter Zähne", sagt Bulk,
beratender Zahnarzt des Deutschen AOK-Bundesverbands.
Aber
noch etwas anderes muss bei dem Wunsch nach helleren Zähnen
beachtet werden: Wer Kunststoff-Füllungen hat, muss
damit rechnen, dass diese Füllungen als dunkel "verfärbt"
das kosmetische Gesamtbild beeinträchtigen, was besonders
bei Zähnen im Sichtbereich stört. Das gilt auch
für die Verblendungen, zum Beispiel bei vorhandenem
Brücken-Zahnersatz, denn alle Bleichmittel hellen nur
natürliche Zähne auf. Aus diesem Grunde sollten
kariöse Zähne im sichtbaren Bereich auch zunächst
provisorisch versorgt werden, um die Farbe der endgültigen
(Kunststoff-) Füllungen dann nach dem Bleachen
anzupassen. Übrigens: Nach zwei bis drei Jahren muss
die Bleaching-Prozedur wiederholt werden, um das ursprüngliche
Ergebnis zu halten. Bleachen ist eine rein kosmetische Maßnahme.
Deswegen werden die Kosten dafür von den Krankenkassen
auch nicht übernommen.
Mittel
zum Zähnebleichen
Das
Prinzip der Aufhellung ist fast immer gleich. Die Mittel
enthalten meist Peroxyde - die dringen in den Zahnschmelz
ein und entfärben dort die verfärbten Moleküle.
Es ist ein ähnlicher Effekt wie beim Blondieren von
Haaren. Gels werden mit einem Pinsel direkt auf die Zähne
aufgetragen. Andere Bleichmittel funktionieren wie ein Filzstift.
Üblich sind auch Plastikstreifen. Sie werden auf die
Zahnfront geklebt und müssen dort für eine halbe
Stunde bleiben, um ihre Wirkung zu entfalten. Auch der Testsieger
der Deutschen Stiftung Warentest, Blend-a-Med Whitestrips
arbeitet nach diesem Prinzip. Sie waren die einzigen, die
einen deutlich sichtbaren Effekt bei den Zähnen erzielten.
Bei
anderen Produkten war das Ergebnis zwar messbar, aber mit
bloßem Auge kaum sichtbar. Dafür gibt es nur
ein "ausreichend". Die Whitestrips bekamen daher
als einzige das Gesamturteil "gut". Mit 39.- Euro
sind sie allerdings das teuerste Produkt im Test. Das Night
Effekts Gel aus dem gleichen Hause ist nur befriedigend,
ebenso wie die Odol-med 3 Zahnweiss-Streifen. Für alle
anderen gab's ein "ausreichend", da sie kaum einen
Effekt zeigen - abgesehen von den Nebenwirkungen.
Mögliche
Nebenwirkungen
Mit
Nebenwirkungen muss man rechnen, sie kommen aber nicht bei
jedem vor. Beispielsweise ist es möglich, das die Zähne
für ein paar Tage empfindlicher sind. Doch Zahn- oder
Zahnfleischprobleme
treten nur für kurze Zeit auf und verschwinden nach
wenigen Tagen wieder. Die meisten Produkte werden über
einen Zeitraum von 14 Tagen beziehungsweise Nächten
angewandt. Beim
Zahnarzt
geht das Bleichen allerdings schneller. Wirkstoffe und Prinzip
sind hier ähnlich, nur die Dosierung ist deutlich höher.
Für eine komplette Behandlung werden pro Kiefer rund
ab rund 200.- Euro fällig. Auch wer zuhause bleichen
will, sollte unbedingt vorher den Zahnarzt aufsuchen.
Das
Risiko, durch Bleichmittel seine Zähne zu schädigen,
ist groß. Der Zahnarzt überprüft, ob irgendwo
kariöse Stellen sind oder etwa undichte Füllungen.
In beiden Fällen kann es sein, das das Bleichmittel
eindringt und zu Nervreizungen führt. Im schlimmsten
Fall kann es eine Wurzelkanalbehandlung nach sich ziehen.
Und die kann dann richtig schmerzhaft werden. Auch wer einen
angegriffenen Zahnschmelz hat oder schwanger ist, sollte
vom Bleichen die Finger lassen. Für alle anderen ist
es eine günstige Möglichkeit, hellere Zähne
zu bekommen - vorausgesetzt, man hat kein unwirksames Mittel
gekauft.