Latex-Allergie

Die Latex-Allergie ist eine Überempfindlichkeit der
Hautzellen auf den Kontakt mit Produkten
aus natürlichem Latex. Die Latexallergie ist damit eine
spezielle Form der Kontaktallergie.
Naturlatex
wird aus dem Milchsaft der ca. 20 m hohen tropischen Kautschukbäume
gewonnen. Im Milchsaft sind fadenförmige Polyisoprenmoleküle
und ebenso wasserlösliche pflanzliche Proteine (Eiweiße)
enthalten. Durch eine chemische Reaktion mit Schwefel werden
die fadenförmigen Moleküle teilweise vernetzt, wodurch
der Kautschuk vulkanisiert. Unter Zusatz von Weichmachern, Alterungsschutzmittel
und Füllstoffen gegen Licht und Lufteinwirkung entsteht
das technische Produkt Natur-Latex, das sich durch hohen Tragekomfort
und hervorragende Fertigungseigenschaften auszeichnet.
Er
wird verwendet für Babyschnuller, Radiergummi, Make-up,
Faschingsmasken, Klebstoffe, elastische Textilien wie Windeln
oder Unterwäsche, Haushaltshandschuhe, Spiel- und Sportartikel
wie Bälle oder Luftballons, Gummimatten, Schaumgummi, Kondome,
medizinische Artikel und andere Gummiprodukte. Auch nicht-elastische
Produkte können mit Latex ummantelt sein.
Charakteristik
Meistens beginnt eine Latex-Allergie beim Gebrauch von latexhaltigen
Handschuhen mit Ausschlag auf den Händen. Andere allergische
Symptome sind heuschnupfenartige Reaktionen wie juckende und
geschwollene Augen, laufende Nase und Niesen. Es können
auch asthmaähnliche Symptome wie Engegefühl in der
Brust, Keuchen, Husten und Kurzatmigkeit auftreten. In seltenen
Fällen können Latex-Allergiker auf den direkten Kontakt
mit dem Allergen auch mit einem lebensbedrohlichen
anaphylaktischen
Schock reagieren. Symptomatisch
dafür sind Nesselausschlag, Atemnot und niedriger Blutdruck.
Der anaphylaktische Schock muss sofort mit Adrenalininjektionen
behandelt werden (d.h. bei diesen Anzeichen sofort den
Notarzt rufen).
Bei einer Latex-Allergie gibt es die Alternative, Kondome aus
einem anderem Material zu verwenden. Latex-Alternativen (z.B.
Polyurethan-Kondome von Durex Avanti) gibt es in Apotheken,
Drogeriemärkten und Kondomgeschäften. Ungefähr
2% der Bevölkerung leiden an einer Allergie gegen Latex,
bei der man zwei Allergietypen unterscheidet: eine durch Zusatzstoffe
(wie z.B. Farbstoffe, Antioxidantien etc., die dem Latexprodukt
hinzugefügt werden) ausgelöste Reaktion, die zu einem
Kontaktekzem oder zu Rötungen und Bläschen führt
und eine durch Latexproteine ausgelöste allergische Reaktion,
die verschieden große, runde und weißliche Hauterhebungen
hervorruft und zur Reizung von Nasenschleimhaut und Augenbindehaut,
zu Bronchialasthma und sogar bis zu einem lebensbedrohenden
Schock führen kann.
Das
größte Risiko, eine Latex-Allergie zu bekommen, haben
Leute, die bereits von einer anderen Allergie (wie z.B. Heuschnupfen)
betroffen sind und die regelmäßig Produkte benutzen,
die auf der Basis des natürlichen Latex hergestellt wurden.
Besonders gefährdet sind z. B. Personen, die täglich
Gummihandschuhe verwenden, wie Ärzte, Krankenschwestern,
Zahnärzte, Zahnarzthelferinnen oder Reinigungspersonal.
Man muss davon ausgehen, dass sich die Allergie bei fortgesetztem
Kontakt mit Latex verstärkt. Personen, bei denen eine Latexallergie
festgestellt wurde, sollten deshalb den Kontakt mit Latexprodukten
so weit wie möglich einschränken.
Latexallergie
und Sex
Leider
gibt es immer mehr Menschen, die auf bestimmte Substanzen allergisch
reagieren. Dazu gehören auch bestimmte Bestandteile des
Gummis (Latex). Deshalb wurde ein Kondom aus Polyurethan (PU)
entwickelt.
- Das
PU-Kondom ist nicht so elastisch und dehnbar wie das Latex-Kondom
und wird deshalb mit einem größeren Durchmesser
hergestellt. ("Normale" Kondome haben einen Umfang
von ca 10,2 cm, das entspricht einem Durchmesser von ca. 3,2
cm. - PU Kondome haben einen Umfang von ca. 12,2 cm (Avanti)
bzw. 11,4 cm (Supra), das entspricht einem Durchmesser von
ca. 3,6 bis 3,9 cm.)
-
PU-Kondome sind vergleichsweise teuer aber bei einer Latex-Allergie
notwendig
- Offiziell
heißt es: "Für PU-Kondome ist nicht bekannt,
wie hoch das Risiko von Schwangerschaft und der Übertragung
von Krankheiten ist." Das heißt, es sind noch keine
abschließenden Tests gemacht worden, die Hersteller
wollen nicht "die Hand ins Feuer legen". Wir meinen
aber: Lieber "so ein" Kondom als gar kein Kondom.
- Das
PU-Kondom ist unempfindlich gegen ölige Gleitmittel.
Damit man nicht "durcheinander" kommt, sollte man
auch hier wasserlösliche Gleitmittel benutzen.
- Eine
Alternative sind die sogenannten Female-Kondome ("Femidom"),
die auch aus PU bestehen und die sich die Frau in die Vagina
einführt. Sie kleiden die Vagina aus und verhindern so
den direkten Hautkontakt. Die Femidome gibt es in der Apotheke.
- Die
Polyurethan-Kondome "Avanti" der Marke Durex, gibt
es inzwischen in der Apotheke (5 Stück ca. 15.- EUR).
- Neu:
Trojan "SUPRA" aus Polyurethan
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Durex Avanti ***
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Kondom
für Latex-Allergiker - sehr dünn und verträgt
auch fetthaltige Gleitmittel.
Durex
Avanti Kondome können aufgrund ihres revolutionären,
neuen Materials dünner hergestellt werden. Sie
bieten höchstmögliches Empfinden für
das natürlichste Gefühl und gleichzeitig den
gewohnten Schutz. Im Gegensatz zu Kondomen aus Naturlatex
können Durex Avanti Kondome mit Gleitmitteln auf
Öl- und Fett-Basis verwendet werden.
Länge:
180 mm / Breite: 64 mm / Wandstärke: 0,04 mm /
Material: Polyurethan/ transparent / ohne Aroma
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Diagnose
und Therapie
Besonders
gefährdete Personen und Personen mit den Symptomen einer
Latex-Allergie sollten sich von einem auf diesem Gebiet spezialisierten
Allergologen testen lassen. Der Prick-Hauttest liefert dabei
zuverlässige Ergebnisse. So kann auch festgestellt werden,
ob man allergisch auf natürlichen Latex selbst oder nur
auf die in Latex enthaltenen chemischen Zusatzstoffe reagiert.
Bisher
gibt es noch keine Behandlungsmethode bei Latex-Allergien. Die
beste Behandlung ist, den Kontakt mit dem Allergen
zu vermeiden. Lediglich die Symptome können durch Medikamente
gelindert werden.
Wichtige
Verhaltensregeln
-
Eine unerkannte Latexallergie kann tödliche Folgen haben
(so traten in den USA mindestens 15 tödliche Anaphylaxien
im Zusammenhang mit Bariumkontrasteinläufen auf, zurückzuführen
auf latexhaltige Darmrohre). Meistens allerdings wird der Zusammenhang
mit einer zugrundeliegenden Latexallergie nicht hergestellt.
Und so schätzt auch die US-amerikanische FDA, daß
nur etwa 1% aller schwerwiegenden Vorkommnisse im Zusammenhang
mit der Latexallergie als solche erkannt und auch wirklich an
sie gemeldet wurden.
-
Von der Latexallergie sind bis zu 17% des medizinischen Personals
betroffen, gefährdet sind besonders Atopiker.
-
Bis zu 70% der Spina Bifida Patienten sind latexallergisch.
-
Weit wichtiger und gefährlicher als die lange bekannte
Kontaktdermatitis auf Gummiinhaltsstoffe (Typ-IV-Allergie) ist
die häufig noch verkannte Soforttypallergie auf Naturlatex
(Typ-I-Allergie).
-
Die allergischen Symptome reichen von lokalen Hautaffektionen
bis hin zu tödlich verlaufenden systemischen Reaktionen.
-
Vor allem über drei Wege der Exposition gelangt das Allergen
in den Körper: über die Haut, z. B. beim Tragen von
Latexhandschuhen, inhalativ über aerogene Latexpartikel,
die hauptsächlich bei der Verwendung gepuderter Latexhandschuhe
freigesetzt werden, bei diagnostischen und therapeutischen Eingriffen
mit Schleimhautkontakt, hier insbesondere intraoperativ.
-
Zahllose medizinische Produkte und Artikel des täglichen
Lebens enthalten Naturlatex, z.B. Untersuchungs- und OP-Handschuhe,
Haushaltshandschuhe, Gesichtsmasken, Einmalkittel, Kofferdam
(im zahnärztlichen Bereich), Guttapercha, Luftballons,
Autoreifen und viele, viele andere (eine recht gute Übersicht
bietet neben den Latexaustauschtabellen von Dr. U. Nisius die
Latextransparenzliste der Fa. Dahlhausen, Fax 0223/6391348).
Latex-Allergiker sollten die folgenden Regeln befolgen:
- Vermeiden
Sie den Kontakt mit latexhaltigen Produkten. Für die
gebräuchlichsten Produkte aus Naturlatex gibt es Ersatzprodukte
aus synthetischem Latex.
- Weisen
Sie beim Besuch eine Arztes oder Zahnarztes auf Ihre Latex-Allergie
hin. Bestehen Sie darauf als erster Patient am betreffenden
Tag behandelt zu werden, um sicherzustellen, dass die Anzahl
der sich in der Luft befindlichen Latex-Partikel möglichst
gering ist.
- Beachten
Sie, dass einige Latex-Allergiker auch Lebensmittel-Allergien
haben. Die bisher mit Latex-Allergien in Zusammenhang gebrachten
Lebensmittel sind Bananen, Avokados und Kastanien. Sollten
nach dem Genuss dieser Lebensmittel Symptome wie Jucken im
Mundbereich, lokale Schwellungen, Nesselsucht oder Kurzatmigkeit
auftreten, sollten Sie diese meiden.
- Patienten
die auf Latex sehr stark reagieren - die beispielsweise bei
nur kurzer Berührung mit einem Ballon oder Handschuhen
heftig reagieren - sollten zusätzlich folgende Regeln
beachten: Tragen Sie ein Notfall-Armband mit der Aufschrift
Schwere Allergie auf natürlichen Latex".
- Sollten
Sie in Gegenden reisen, in denen medizinische Produkte nur
bedingt erhältlich sind, sollten Sie eine Auswahl von
sterilen Handschuhen aus künstlichem Latex in unterschiedlichen
Größen mitnehmen für den Fall, dass Sie dringend
ärztliche oder zahnärztliche Hilfe benötigen.
- Machen
Sie sich damit vertraut, sich selbst Epinephrine (Adrenalin)
zu injizieren. Die Indikation und Selbstbehandlung sollte
Ihnen von Ihrem Arzt erläutert werden.
Vor einer Operation sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen und mit
ihm die Notwendigkeit eines latexfreien Operationssaales besprechen.
Allergiegefahr
durch Ficus Benjamini
Mehreren
Veröffentlichungen in der allergologischen Literatur der
letzten Zeit läßt sich entnehmen, daß für
Latexallergiker die allseits beliebte Zimmerpflanze Ficus Benjamini
eine ernstzunehmende Gefahr bis hin zu anaphylaktischen Reaktionen
darstellt. Bis zu 50% der Latexallergiker sollen auch gegen
Ficus Benjamini sensibilisiert sein.
Daher kann jedem Latexallergiker, der in seinen Wohnräumen
noch eine derartige Pflanze stehen hat, nur dringlich empfohlen
werden, diese schleunigst daraus zu verbannen.
LINKTIPPS:
.... Allergie-Corner:
Infos von A bis Z
....
Selbsthilfegruppe Latexallergie
....
Problemlösungen bei Allergien gegen Naturlatex
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