Tierallergien

In
den letzten Jahrzehnten haben Allergien durch Tierkontakt zugenommen.
Immer mehr Menschen leben mit Tieren unter einem Dach und nicht
wenige teilen mit ihrem Haustier das Bett. Die Überempfindlichkeit
kann durch unterschiedliche Reizungen beim Kontakt mit Tieren
auftreten: Direkter Kontakt mit dem Fell, Einatmen von allergenenthaltenden
Staubpartikeln (z. B. in Ställen), Epithelien, Speichel, Seren
und Urin.
Epithelien
Bei den haarigen Vierbeinern stecken die Allergene besonders
in der Haut und in den Haaren. Besondere praktische Bedeutung
kommt dabei den Katzen und Nagetieren zu, deren Epithelien eine
starke allergene Potenz aufweisen. Wesentlich geringere Sensibilisierungsraten
finden sich bei Hunden, wobei es Unterschiede zwischen den verschiedenen
Hunderassen gibt. Katzenhaare zählen heute zu den überall vorkommenden
Allergenen, da Katzen derart verbreitet sind, dass sich der
Kontakt mit dem Allergen kaum noch vermeiden lässt.
Auch in "katzenlosen" Haushalten finden sich daher Katzenhaare
und Epithelien. Katzenallergien machen über 50% der Tierallergien
aus. Auch nach Weggeben der Katze bleibt das Allergen noch über
mehrere Monate in den Wohnräumen, trotz intensiver Reinigungsmaßnahmen.
Kreuzreaktionen wurden beobachtet zwischen Katzenepithelien
und Schweinefleisch.
Bei Hunden bestehen große Unterschiede: Langhaarige Rassen sondern
mehr Allergene ab als Kurhaarhunde. Nutztierallergene gelten
bei den betroffenen Berufsgruppen (Tierärzte, Tierpfleger, Landwirte,
Jäger, Förster) als Berufsallergene. Ebenfalls sind Überempfindlichkeitsreaktionen
bei Laborpersonal, das z. B. mit Mäusen und Ratten arbeitet,
bekannt. Bekannte Kreuzreaktionen: Vogelepithelien mit Eiern.
Rinderepithelien mit Rindfleisch, Milch und Milchprodukten.
Federn
Die Möglichkeit einer allergischen Reaktion auf Käfigvögel
wird leicht übersehen, jedoch können diese Tiere schwere
Probleme verursachen. So haben Wellensittiche Drüsen, mit
denen sie eine Lipidprotein-Substanz absondern, die dazu dient,
die Federn zu säubern und diese wasserabstoßend zu
machen. Dieses Talgmaterial und der Speichel trocknen auf den
Federn und bilden pudrige Substanzen, die als Inhalationsallergene
wirken.
Vertreter dieser Käfigvögel: Wellensittich, Papagei,
Tauben und Kanarienvögel.
Besonders Vogelzüchter sind in diesem Fall gefährdet
(Farmer- oder Vogelhalterlunge). Wer auf Vögel allergisch
reagiert, muß sich unter Umständen auch vom geliebten
Federbett verabschieden.
"Falsche"
Tierallergien
Bekommen Sie etwa beim Füttern Ihres Vogels oder Zierfisches
einen Nießanfall?
So unmöglich es auch klingt, Sie sind vielleicht nicht
gegen das Tier allergisch, sondern auf das Trocken-Tierfutter.
Im Vogelfutter können Pollen und Schimmelpilzsporen vorhanden
sein.
In Zierfischfutter, z. B. mit getrockneten Zuckmückenlarven,
haben sich in der Dose Futterbestandteile zu Staub verwandelt,
allergene Eiweiße inklusive. Da man die Guppys im Aquarium
oder den Kleinvogel im Käfig natürlich nicht mit Atemschutz
füttert, wird die minimale Staubwolke allergisch voll wirksam.
Oder das Futter wird den Tieren per Hand gegeben, und man reibt
sich anschließend die Nase.
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