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Die
genauen Zusammenhänge und Ursachen sind noch nicht restlos
bekannt. Das Hormon, das nachweislich am meisten für
Haarausfall ursächlich ist, hat die Bezeichnung Dehydrotestosteron
(DHT). Außer dem erblich bedingten Haarausfall gibt
es gelegentlich den kreisrunden Haarausfall (Alopecia Areata),
der schubartig auftritt und durch kreisrunde, stark abgegrenzte
Stellen charakterisiert ist. Diese Form tritt bei Männern,
Frauen und Kindern auf. Es handelt sich vermutlich um die
Auswirkung einer Autoimmunreaktion, die auf jeden Fall als
Krankheit vom Arzt behandelt werden muß. Die genauen
Ursachen sind noch nicht restlos bekannt. Dieser Haarausfall
kann sich bis zum Verlust des gesamten Haupt- und Körperhaares
weiterentwickeln.
Es
soll nicht der Eindruck entstehen, daß Haarausfall so
einfach durch Wundermittel in den Griff zu bekommen ist. Alle
bisher bekannten Therapien sind noch weit davon entfernt,
für alle Betroffenen wirklich zufriedenstellende Ergebnisse
zu garantieren. Auch sollten die möglichen Risiken und
Nebenwirkungen bekannt sein, die vor allem bei unsachgemäßer
und unbedachter Vorgehensweise auftreten können. Es sei
jedem dringend empfohlen, sich ein wenig Grundlagenwissen
anzueignen, um ein Verständnis und ein gewisses Urteilsvermögen
im Zusammenhang mit den verschiedenen Präparaten zu erlangen.
Als
Mann kann man Finasterid einnehmen, ein Prostatamittel, das
ohne weitere schwere Nebenwirkungen den männlichen Haarausfall
stoppt. Das Medikament ist seit Jahresanfang auch in Deutschland
erhältlich. Finasterid ist in der Bundesrepublik Deutschland
schon seit längerem unter dem Präparatnamen Proscar im Handel.
Bislang ist es ausschließlich zur Behandlung von Prostataerkrankungen
(benigne Prostatahyperplasie) zugelassen. Die Zulassung für
die Behandlung des anlagebedingten männlichen Haarausfalls
(androgenetische Alopezie) erfolgte, da durch das Medikament
gezielt ein Enzym (5-alpha-Reduktase) gehemmt werden kann,
welches die Umwandlung von Testosteron in den Haarausfall
verursachenden Abkömmling des Testosterons (DHT) verursacht.
Dadurch normalisiert sich die Dauer der Wachstumsphase des
Haares wieder und die Haarwurzeln schrumpfen nicht so schnell.
Das
Präparat ist verschreibungspflichtig, die Medikamentenkosten
(geschätzt ca. EUR 50-75 pro Monat) werden nicht von den Krankenkassen
übernommen. Für einen anhaltenden Behandlungserfolg ist eine
kontinuierliche Einnahme von 1mg täglich notwendig, da bei
Abbruch der Behandlung die Haare nach ca. drei bis sechs Monaten
wieder ausfallen. Was bei Finasterid die Nebenwirkungen angeht,
so sagen bisher vorliegende klinische Studien, daß es in einem
geringen Prozentsatz zu verminderter Lustempfindung, Erektionsstörungen
und zu einer Verringerung des Spermavolumens kommt. Dies sind
Nebenwirkungen, die grundsätzlich auch bei der äußerlichen
Anwendung zu erwarten wären, wenn man eine Wirksamkeit dieser
Anwendung ebenfalls unterstellen würde. Finasterid stoppt
in einer Vielzahl der Fälle den männlichen Haarausfall - bringt
aber nur geringes Nachwachsen der Haare.
Bewährte
Mittel gegen den androgenetischen Haarausfall sind seit vielen
Jahren ebenfalls östrogenhaltige Haarwässer oder Minoxidil
5%-Lösung, die jedoch in Deutschland noch nicht zugelassen
ist.
Alternative
Methoden: Haartransplantationen & Co.
Künstliches
Haar, Toupets, Transplantationen und Implantationen sind für
den Mann neben der Chemie die eigentlich effektiveren Methoden,
eine Glatze zu verbergen, wenn die Eingriffe seriös und
professionell durchgeführt werden. Doch genau das scheint
des Öfteren nicht der Fall zu sein. Resthaare am Hinterkopf
bilden das Reservoir für
Eigenhaartransplantationen.
Für viel Geld kann man sich in mehreren Sitzungen (im
Normalfall drei) das Haar dort entfernen und an den kahlen
Stellen einsetzen lassen. Die Haare werden dabei nicht einzeln
sondern in Form kleiner Hautstückchen (so genannter "Grafts"),
die noch die Haarwurzeln enthalten, verpflanzt. Wird die Transplantation
schlecht durchgeführt, so sieht man kleine Haarinseln:
der "Klobürsteneffekt". Wird zu viel verpflanzt,
so wandert die Glatze nur an eine andere Stelle. Die Kosten
belaufen sich auf bis zu 9.- Euro pro Graft, bei 1200 Grafts
wären das inklusive Operationsgebühr über 10.000
Euro.
Dr.
Brigitte Almond-Roesler
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