Jodmangel
Sie warten aufs Baby und werden trotz aller Bemühungen
nicht schwanger?
In allen drei Fällen lohnt es sich, beim Arzt die Schilddrüsenwerte checken zu lassen. Hinter solchen diffusen Störungen und Beschwerden kann nämlich schlicht und ergreifend Jodmangel stecken. Kostbarkeit:
das Spurenelement Jod Obwohl des Element Jod so lebensnotwendig ist, werden nur ganz geringe Mengen gebraucht. Die täglich notwendige Jodmenge beträgt beim Erwachsenen nur 200 bis 300µg, das sind 2 bis 3 Zehntausenstel Gramm. Im gesamten Leben benötigt der Mensch nur etwa 4 bis 5 Gramm Jod. Ursachen In Mitteleuropa liegt fast immer ein sogenannter alimentärer Iodmangel vor, weil die landwirtschaftlich genützten Böden dort vergleichsweise wenig Iodid (Salzverbindungen des Iods) enthalten. Dies gilt besonders für die ehemaligen Gletscherregionen nahe der Alpen; doch sind selbst die Böden der Küstenebenen (Dänemark, Niederlande) iodarm. Die individuelle Versorgung hängt damit nur bedingt von den Ernährungsgewohnheiten der Menschen ab. Nur bei intensiver Nutzung von Meeresfrüchten, Meeresalgen und Fisch genügt der natürliche Iodgehalt. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Menschen in Mitteleuropa von Jodmangel betroffen ist. Damit das Jod im Lot ist, braucht der Mensch täglich 150 bis 200 Mikrogramm. Extrem wichtig ist das vor allem für Schwangere und solche, die es werden wollen. Jodmangel ist eine häufige Ursache für Kropf (Jodmangelstruma), Fruchtbarkeitsstörungen, Fehlgeburten, Kindesmissbildungen. Zahlreiche epidemiologische Arbeiten der letzten Jahrzehnte belegen den alimentären Iodmangel etwa in Deutschland. Die größte Studie (ca. 6000 Personen) wurde von Hampel et al. 1993-1994 erhoben und 1995 vorgelegt. Die durchschnittliche Urin-Iodausscheidung betrug 72 µg Iod pro g Kreatinin. Nur 9 % der Probanden war ausreichend (> 150 µg/g) mit Iod versorgt. 17 % hatten einen Iodmangel Grad 0 (WHO), 25 % Grad I, 17 % Grad II und 2 % Grad III. Bewohner der Küstenregionen hatten keine höhere Iodausscheidung als die Einwohner der Mittelgebirge und des Voralpenlandes. [Quelle: Wikipedia] In zahlreichen in Graz-Eggenberg (Österreich) durchgeführten Untersuchungen wurde bewiesen, dass sich die Jodversorgung in den letzten eineinhalb Jahrzehnten deutlich verbessert hat. Ein schwerer Jodmangel kommt heute nur mehr ganz selten vor. Von einer optimalen Jodversorgung kann jedoch leider noch immer nicht gesprochen werden. Hauptursachen für den so niedrigen Jodgehalt der österreichischen Nahrung sind wohl der allgemein empfohlene sparsame Salzgebrauch und der häufige Verzehr von Fertigprodukten, die nur teilweise mit jodiertem Speisesalz zubereitet werden. Jodmangel - Vorbeugung Wie kommt der Mensch nun an seinen Jodnachschub? Grundsätzlich via Ernährung, allerdings nur mit Mühen. Denn unsere Ackerböden gelten als jodarm - je weiter vom Meer weg in Richtung Alpen, desto extremer. Die Gründe dafür reichen weit zurück, bis in die Eiszeit mit ihren geologischen Vorgängen, die das Jod weitgehend aus den Böden geschwemmt haben. Dementsprechend waren Obst- und Gemüsesorten noch nie mit Jod gesegnet, und einige Länder haben sich zu einer staatlich verordneten Jodprophylaxe (d.h. Anreicherung bestimmter Nahrungsmittel - zumeist Speisesalz - mit Jod) entschlossen. Um die notwendige tägliche Jodmenge zu erreichen, muss auf eine bewusst jodreiche Ernährung geachtet werden. So lässt sich der Jodbedarf durch den wohldosierten Genuss von jodhältigen Mineralwässern oder regelmässigem Verzehr von Meeresfischen (z.B. ein Mal pro Woche) decken. Besonders wichtig ist eine ausreichende Jodzufuhr während des Wachstums (vor allem bei Früh- und Neugeborenen), während der Schangerschaft und der Stillperiode, da es in diesen Lebensabschnitten gilt, den erhöhten Jodbedarf zu decken. Eine gesetzlich vorgeschriebene Iodprophylaxe gibt es z.B. in der Schweiz, in Österreich, den USA sowie bis zur Wiedervereinigung in der DDR. Die Iodierung von Lebensmitteln und Futtermitteln, wie sie in Deutschland, der Schweiz oder in Österreich seit mehr als zehn Jahren üblich ist, bringt nach Ansicht der Befürworter große Vorteile in der Prophylaxe gegen die Kropfbildung. Durch die Aufklärung der Bevölkerung und die zunehmende Verwendung von Iod-angereichertem Speisesalz in Haushalten (80 %), Großküchen und Nahrungsmittelindustrie (50 %) hat sich die Iodausscheidung nach neueren Studien deutlich verbessert, vor allem bei Kindern.
Probleme Kritiker der staatlichen (= zwangsweisen) Abgabe jodierter Lebensmittel richten sich vor allem gegen das fehlende Wahlrecht der Konsumenten zwischen jodierten und nicht-jodierten Lebensmitteln zu unterscheiden, zumal die Abgabe auch über jodierte Futtermittel in den menschlichen Körper gelangt und die Lebensmitteldeklaration nach wie vor in vielen Ländern der EU zu wünschen übrig läßt. Zudem wäre auch die medizinische Wirkung durchaus nicht unumstritten. Bei
gewissen Schilddrüsenerkrankungen ist es jedoch wiederum
sehr wichtig auf eine bewusste Vermeidung von jodhältigen
Nahrungsmitteln zu achten. So kann durch bewusst jodreicher
Ernährung bei Personen mit einer Neigung zu Daten aus den Ländern mit gesetzlich erzwungener Salziodierung zeigen, dass es während der ersten Jahre nach der Einführung vermehrt zu bestimmten Schilddrüsenentzündungen und entzündungsbedingter Schilddüsenüberfunktion (Morbus Basedow) kommt. Nach ca. 20 Jahren - so die derzeitige herrschende Meinung nach den vorliegenden Daten - normalisiert sich die Rate wieder. Eine optimale Prophylaxe sollte deshalb bedarfsgerecht, d.h. unter Vermeidung eines Überangebots, erfolgen und sorgfältig epidemiologisch überwacht werden. Patienten mit solchen Erkrankungen sollten frühzeitig identifiziert und behandelt werden.
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