Künstliche
und natürliche Süßstoffe:
Geschichten, Mythen & Kalorien

Selten ranken sich um ein Nahrungsmittel dermaßen
viele Geschichten, Halb- und Unwahrheiten.
Hedonistische Gourmets brechen ihm eine Lanze, Ernährungswissenschafter
und Fitness-Gurus
können sich aber nach wie vor nicht über die gesundheitlichen
Auswirkungen der süßen Verführung einigen.
Doch wenn beim Zucker alles schon so kompliziert ist, wie
ist es dann erst um die Süßtoffe bestellt?
Süßstoffe
- Einleitung
Süßstoffe
sind - meist - künstliche Ersatzstoffe für
Zucker, von
denen für die gleiche Süßung eine deutlich
geringere Dosis benötigt wird, da sie etwa 30- bis
3000-fach süßer sind als Zucker. Süßstoffe
liefern im Vergleich zur genauso stark süßenden
Menge Zucker sehr wenig oder keine Energie (Kalorien) und
werden deshalb in der Nahrungsmittelindustrie gerne in sogenannten
Diät-Produkten anstelle von Zucker eingesetzt.
Doch
geschmacklich ersetzen können sie die süßen
Kristalle nicht: Es fehlt ihnen das "Volumen",
der Geschmackskörper - sie erzeugen nicht das gleiche
Mundgefühl, nicht die gleiche Befriedigung des Süßhungers
wie natürliche Süße. Nicht nur, dass einige
Süßstoffe einen bitteren, metallischen Nachgeschmack
haben und oftmals den Appetit stimulieren. Der entscheidende
Nachteil ist, dass sie den Körper um die Stimmungsaufhellung
betrügen, die Zuckriges vermittelt. Während
echte Süßspeisen die Bildung von
Serotonin, dem Botenstoff für´s Wohlbefinden
im Gehirn anregen, können Süßstoffe dies
nicht.
Arten
von künstlichen Süßungsmitteln
-
Acesulfam K (E 950)
Künstlicher Süßstoff, der nach Angaben
der Herstellerfirma Hoechst AG völlig unbedenklich
ist. Acesulfam-K ist ein weißer Feststoff, der
sich in kaltem Wasser gut, in heißem sehr leicht
löst. Wegen seiner Hitzebeständigkeit kann
Acesulfam-K auch zum Kochen und Backen verwendet werden.
Acesulfam-K wird vom Körper unverändert wieder
ausgeschieden. Es schmeckt dem natürlichen Zucker
sehr ähnlich, außer in höherer Konzentration,
wo es einen Nachgeschmack hinterlassen kann. Acesulfam-K
wird beispielsweise für Getränke verwendet
und ist auch in Zahnpasten enthalten, da es kein
Karies
auslöst. Eine objektive Überprüfung der
behaupteten Unbedenklichkeit ist allerdings nicht möglich,
da es kaum unabhängige Untersuchungen gibt.
- Aspartam
(E 951)
Süßstoff der 200mal süßer als
Zucker ist und unter verschiedenen Markennamen (z.B.
NutraSweet, Canderel) vertrieben wird. Es ist nicht
hitzebeständig und kann daher nicht zum Backen
verwendet werden. Aspartam ist im Gegensatz zu Zucker
kein Kohlenhydrat und hat praktisch keine Kalorien.
Aspartam darf von Menschen mit der sehr seltenen angeborenen
Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie nicht
eingenommen werden. Deshalb müssen alle Lebensmittel,
die Aspartam enthalten, den Hinweis "enthält
eine Phenylalaninquelle" tragen. Diesen Warnhinweis
findet man zum Beispiel auf zuckerfreien light-Limonaden.
Neugeborene werden heute auf Phenylketonurie routinemässig
getestet, damit schwerste Gehirnschäden verhindert
werden. Aspartam ähnelt körpereigenen Botenstoffen
(Hormonen), was zumindest einen Teil der individuell
sehr unterschiedlichen Nebenwirkungen erklären
könnte, die bei empfindlichen Personen beobachtet
wurden. Sie betreffen nach Angaben des amerikanischen
Aspartam-Spezialisten Dr. Roberts insbesondere das Nervensystem
(
Kopfschmerzen,
Benommenheit, Gedächtnisverlust, Sehstörungen,
Hyperaktivität, Angst) aber auch den Magen-Darm-Trakt
(Übelkeit) und das Immunsystem (
Allergien).
- Cyclamat
(E 952)
Ebenfalls ein synthetisch hergestellter Süßstoff;
ist etwa 35mal so süß wie Haushaltszucker.
Es ist hitzebeständig und lässt sich daher
auch zum Kochen und Backen verwenden. Es wird vor allem
für Kaugummi und kalorienreduzierte Lebensmittel
benutzt. Um eine höhere Süßkraft ohne
geschmackliche Nachteile zu erhalten, werden häufig
Mischungen von Cyclamat mit Saccharin (Verhältnis
10:1) hergestellt. Aufgrund seiner synergistischen Eigenschaften
lässt sich Cyclamat aber auch sehr gut mit allen
anderen Süßstoffen kombinieren. Die tägliche
Höchstdosis beträgt 11 Milligramm pro Kilogramm
Körpergewicht und wird von Kindern, die viele zuckerfreie,
mit Cyclamat gesüßte Getränke trinken,
oft erreicht. Eine Zeit lang stand Cyclamat unter dem
Verdacht, krebserregend zu sein, nachdem Tierversuche
in den USA die Begünstigung von Blasenkrebs gezeigt
hatten. Neuere Studien konnten diesen Verdacht nicht
erhärten. In den USA ist Cyclamat seit 1970 verboten,
in Europa ist es für bestimmte Lebensmittel zugelassen.
Cyclamat hat von den in der EU zugelassenen Süßstoffen
die geringste Süßintensität.
- Saccharin
(E 954)
Farbloser künstlicher Süßstoff (etwa
500-mal so süß wie Zucker), der im Zusammenhang
mit bestimmten Medikamenten bzw. einigen Umweltgiften
die Blasenschleimhaut schädigen kann. Es hat manchmal
einen bitteren Nachgeschmack und wird oft mit Cyclamat,
Thaumatin oder Xylit gemischt verwendet. In der Futtermittelverordnung
ist Saccharin als appetitstimulierendes Masthilfsmittel
für Schweine zugelassen.
- Sucralose
(E 955)
Sucralose oder Splenda sind Handelsnamen für einen
kalorienfreien Süßstoff von McNeil Nutritionals,
der durch kontrollierte Chlorierung aus gewöhnlichem
Zucker gewonnen wird und ungefähr die 500-600fache
Süßkraft von Zucker besitzt. Sucralose hat
anders als Saccharin keinen bitteren Nachgeschmack,
es hat keine Kalorien, verursacht kein Karies, ist außergewöhnlich
hitzestabil und hat eine sehr gute Löslichkeit
und Mischbarkeit mit anderen Nahrungsmittelkomponenten.
Als Organochlorverbindung gehört Sucralose zu einer
Stoffklasse, aus der einige Vertreter wie etwa
die Pflanzenschutzmittel DDT oder Lindan für
ihre Toxizität berüchtigt sind. In
Tierversuchen traten zudem verschiedene Komplikationen
auf (etwa die Vergrößerung von Leber und
Niere). Sucralose wird außerdem im Körper
in geringem Maße verstoffwechselt, es entstehen
verschiedene Abbauprodukte, deren Wirkungen auf den
Menschen noch nicht hinreichend erforscht sind. Seit
April 2004 ist Sucralose in der Europäischen Union
als Lebensmittelzusatzstoff auf Basis eines Unschädlichkeitsbefundes
vom Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss im Jahr
2000 zugelassen.
- Thaumatin
(E 957)
Ist ein natürlicher Süßstoff aus den
reifen Früchten des Katemfe-Strauchs, der im afrikanischen
Regenwald heimisch ist. Er ist 2000- bis 3000-mal so
süß wie Zucker und gilt als völlig unbedenklich,
da die Katemfe-Früchte von den Einheimischen seit
langem verwendet werden. Thaumatin hat einen Lakritze-artigen
Nachgeschmack und wird auch als Geschmacksverstärker
eingesetzt. Thaumatin ist seit Anfang 1996 durch die
EG-Süßungsmittelrichtlinie zugelassen. Das
Thaumatin-Gen wurde inzwischen geklont und in Mikroorganismen
eingeschleust, so dass der Süßstoff gentechnisch
und billig produzierbar ist.
- Neohesperidin
(E 959)
Gesetzlich zugelassener kalorienfreier Süßstoff,
welcher eine etwa 600 bis 1.500 mal größere
Süßkraft als Zucker besitzt. In natürlicher
Form kommt der Stoff in Zitrusfrüchten vor, künstlich
gewonnen wird er aus Flavonoiden. Süßstoff,
der entweder aus unreifen Bitterorangen oder aus dem
Bitterstoff Naringin gewonnen wird. Naringin wird mit
Hilfe von Kunstharzen aus Orangensäften entfernt,
bevor man sie zu Konzentrat verarbeitet. Daraus lässt
sich eine Substanz gewinnen, die zu Neohesperidin umgewandelt
werden kann. In Reinform ist Neohesperidin pulverförmig,
hat eine hohe Hitzebeständigkeit, eine gute Lagerfähigkeit
und hat einen Lakritz- bzw. Mentholnachgeschmack. Der
Stoff wird unverdaut mit dem Urin wieder ausgeschieden.
Er hat die Eigenschaft, die Wirkung anderer Süßstoffe
zu verstärken. Rattenversuche bescheinigen diesem
Stoff Harmlosigkeit. Allerdings wird er bei jedem Menschen
anders, abhängig von der jeweiligen Darmflora verstoffwechselt,
so dass diesbezügliche Tierversuche wenig aussagen.
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Süßstoffe
& Gesundheit
Die süßende Wirkung von Süßstoffen
ist allgemein bekannt. Die weiteren Wirkungen auf den Körper
werden häufig vernachlässigt: Schmeckt die Zunge
etwas Süßes, wird dem Körper signalisiert,
daß Zucker folgt, und er senkt durch Ausschüttung
von Insulin automatisch den Blutzuckerspiegel, um den erwarteten
Zuckeranstieg abzufangen. Folgt jetzt aber kein Zucker,
bleibt der Blutzuckerspiegel zu niedrig, und dies ist für
den Körper ein Mangelzustand, auf welchen er mit Hunger
reagiert.
Starker
Genuss von Saccharin als Zuckerersatz kann also unter Umständen
die gegenteilige Wirkung haben als erwünscht: der Hunger
verstärkt sich, obwohl man Kalorien sparen will. Bei
Diabetikern jedoch tritt dieser Nebeneffekt nicht auf. Da
hier die körpereigene Insulinregulation- bzw. produktion
nicht mehr funktionsfähig ist und das Hormon von außen
hinzugeführt werden muss, sind Süßstoffe
eine angebrachte Alternative zu insulinabhängigen Zuckern
und können ohne Anrechnung verwendet werden.
Kritiker
behaupten häufig, dass Süßstoffe kontraproduktiv
seien, da sie den Appetit steigern. Dafür würde
auch sprechen, dass sie in der Landwirtschaft als Masthilfsmittel
und in Fertigprodukten als Geschmacksverstärker eingesetzt
werden. Sofern eine solche Wirkung besteht, dürfte
sie mit dem Geschmacksempfinden zusammenhängen. Die
These, dass Süßstoffe im Körper die Ausschüttung
von Insulin hervorrufen und damit physiologisch ein Hungergefühl
erzeugen ("cephalischer Insulinreflex"),
erscheint zwar plausibel, konnte bislang allerdings nicht
zweifelsfrei bestätigt werden. Eine Studie des
Deutschen Süßstoff-Verbandes haben -
wenig überraschend - ergeben, dass der Einsatz von
Süßstoffen als Süßungsmittel in Getränken
und Speisen weder biochemisch, noch physiologisch unerwartete
Reaktionen auslöst. Somit könne der Einsatz von
Süßstoffen in Diäten zur Gewichtsreduktion
auch nicht weiter in Frage gestellt werden.
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Ein wenig erinnert es ja an den Grand Prix D'Eurovision:
Spinat-Gnocchi mit Tomatensauce, 6 Points. Was musikalisch
gesehen schon hochrangig wäre, das sieht kalorienmäßig
anders aus: sechs Punkte, schon fast ein Drittel der
erlaubten Tagespunkte. Spielerisch und sehr motivierend
tritt es auf, das flexible Kochbuch der Weight Watchers.
Die
Einfachheit verblüfft und fasziniert gleichzeitig.
Kein lästiges Kalorien zählen mehr, kein
Nachschlagen von Fett- oder Ballaststoffen. Dafür
"points, points, points". Kein strenger
Diätplan, keine Kalorientabellen, dafür
abwechslungsreiche Gerichte, die sich dem individuellen
Tagesablauf anpassen das ist das Erfolgsrezept
von Weight Watchers.
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| Kundenrezension:
"Das Buch ist wirklich toll und auf jeden Fall zu
empfehlen. Auch für Leute die nicht unbedingt abnehmen
wollen ist es geeignet, da die Rezepte einfach nachzukochen
und wirklich total lecker sind. Es handelt sich dabei
auch um Rezepte bei denen keiner merken würde, dass
es sich um 'fettarme' und 'diätgeeignete' Rezepte
handelt, denn sie schmecken wirklich gut." |
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Lexikon
der populären Ernährungsirrtümer.
Unser Körper meldet sich, wenn er Hunger oder
Durst verspürt. Und doch gehen immer mehr Menschen
dazu über, statt auf ihn lieber auf den Rat von
sogenannten Experten zu hören. Entsprechend sind
die Zeitschriften randvoll mit Ernährungshinweisen
und bieten in immer kürzer werdenden Intervallen
alle nur erdenklichen Diäten an.
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| Kundenrezension:
"Der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer und die Biologin
Susanne Warmuth decken in ihrem Lexikon der populären
Ernährungsirrtümer "Missverständnisse,
Fehlinterpretationen und Halbwahrheiten" zum Thema
Essen und Trinken auf. Sie halten ein Plädoyer für
einen gelassenen Umgang mit den Essgewohnheiten und ermuntern
zum Vertrauen auf den eigenen Körper. War höchst
an der Zeit, der Hysterie mit ironischer Kompetenz zu
begegnen." |
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