HELLP
- Syndrom

Das
HELLP-Syndrom ist eine Form der Präeklampsie, einer Schwangerschaftserkrankung.
Relativ tückisch ist das HELLP-Syndrom deshalb, weil es
nicht einfach zu erkennen ist,
jedoch rechtzeitig behandelt werden muss, um Komplikationen
zu vermeiden.
Was
ist das HELLP-Syndrom?
Das
HELLP-Syndrom ist eine besonders schwer wiegende Verlaufsform
der Präeklampsie, einer Bluthochdruckerkrankung in
der Schwangerschaft, die durch eine schwere Leberfunktionsstörung
kompliziert wird. Bei einem HELLP-Syndrom tritt eine massive
Störung der Blutgerinnung ein und die Funktion der
Leber und der Nieren ist erheblich gestört.
Der
Name HELLP-Syndrom leitet sich von den englischen Begriffen
für die Hauptsymptome ab:
Hämolysis = Auflösung der roten Blutkörperchen
Elevated Liver enzymes = Erhöhung der
Leberwerte
Low Platelet count = Verminderung der Blutplättchen
(Thrombozyten)
Bei einem HELLP-Syndrom sind die Leberwerte erhöht,
die Thrombozytenzahl sinkt unter 100.000/Mikroliter Blut
(normal sind 250.000-400.000/Mikroliter) und das Fibrinogen,
ein weiterer Gerinnungsfaktor, ist ebenfalls niedriger als
normal. Sind zu wenig Blutplättchen vorhanden, ist
die Blutungsneigung verstärkt. Ein HELLP-Syndrom tritt
meist im letzten Schwangerschaftsdrittel auf.
Ein
HELLP-Syndrom kann sich innerhalb weniger Stunden voll ausprägen,
dann ist die Erkrankung für die Mutter lebensgefährlich
und die Geburt muss sofort eingeleitet werden - meist durch
Kaiserschnitt.
Erste
Anzeichen sind heftige Schmerzen im Oberbauch, Schwellungen
in Armen, Beinen und im Gesicht, erhöhter Blutdruck
und eine erhöhte Ausscheidung von Eiweiß im Urin.
Auch Übelkeit, Sehstörungen und eine gelbe Hautfärbung
können Warnsignale für ein HELLP-Syndrom sein.
Ein
HELLP-Syndrom ist deswegen so tückisch und ist sehr
schwer einzuschätzen, weil alle diese Symptome auftreten
können, aber nicht müssen. So sind bei etwa 20
Prozent der Betroffenen zwar die Leberwerte und die Gerinnungsparameter
erheblich verändert, die klassischen Symptome der Präeklampsie,
nämlich Bluthochdruck und erhöhte Eiweißwerte
im Urin, fehlen. Auch Schwellungen, gelbe Hautfärbung
oder Schmerzen können völlig fehlen. Andererseits
kommen die beschriebenen Krankheitszeichen sehr häufig
im Laufe einer Schwangerschaft vor, ohne dass sie Vorboten
eines beginnenden HELLP-Syndroms sind. Es wäre sicherlich
falsch, zum Beispiel bei einer Schwellung in den Beinen
oder bei jeder Übelkeit sofort an ein HELLP-Syndrom
zu denken.
Außerdem
muss sich das Syndrom nicht voll ausprägen. Eine nur
geringgradige Störung der Blutgerinnung beziehungsweise
ein erhöhter Blutdruck können durchaus behandelt
werden, ohne dass die Geburt eingeleitet werden muss. Allerdings
müssen dann die Blutwerte streng und engmaschig kontrolliert
werden.
Wird
ein HELLP-Syndrom nicht rechtzeitig behandelt, können
schwere Komplikationen auftreteten: Hirnblutungen, Lungenödeme,
Blutungen in der Leber, Leberrisse beziehungsweise vorzeitige
Ablösung der Plazenta können für Mutter und
Kind gefährlich werden und lebensbedrohlich sein.
Was
ist eine Präeklampsie?
Die Präeklampsie ist eine Schwangerschaftserkrankung,
die bei etwa zehn Prozent der Schwangerschaften auftritt.
Eine Präeklamspie, auch EPH-Gestose oder Toxikose genannt,
tritt ebenfalls meist im letzten Schwangerschaftsdrittel
auf. Die Symptome sind ein zu hoher Blutdruck (über
140/90 mmHg) und zu viel Eiweiß im Urin (mehr als
300 mg/24 Stunden). Außerdem sind häufig starke
Schwellungen an den Beinen, an den Armen und im Gesicht
zu beobachten, die auch durch Bettruhe nicht verschwinden.
Eine plötzliche Gewichtszunahme kann ein erstes Warnsignal
sein. Um frühe Anzeichen einer Präeklampsie zu
erkennen, wird regelmäßig der Blutdruck und der
Eiweißgehalt im Urin der Schwangeren untersucht. Wird
der Schwangerschaftshochdruck nicht behandelt, besteht die
Gefahr einer verminderten Durchblutung der Plazenta, die
zu einer verzögerten Entwicklung des ungeborenen Kindes
führen kann.
Die
Ursachen einer Präeklampsie sind bisher nicht bekannt,
es gibt jedoch einige Faktoren, die die Gefahr für
das Entstehen der Erkrankung erhöhen. Hierzu zählen
zum Beispiel Zuckerkrankheit, Herzkrankheiten, Übergewicht
sowie chronische Nierenerkrankung und eine Bluthochdruckerkankung
vor der Schwangerschaft sowie eine familiäre Vorbelastung.
Besonders
schwere Verlaufsformen der Präeklamsie sind die Eklampsie,
die mit krampfartigen Anfällen bis zur Bewusstlosigkeit
einhergeht, sowie das HELLP-Syndrom. Beide schweren Verlaufsformen
sind lebensgefährlich für Mutter und Kind.
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