Schwangerschaft,
künstliche Befruchtung

10
Gründe für eine gesunde Schwangerschaft
1)
Beide
Elternteile sollten spätestens jetzt mit dem Rauchen aufhören.
Rauchen (auch passives Rauchen) führt zu einer Unterwicklung
des Kindes im Mutterleib und zu einer Erhöhung der Fehl-
und Totgeburten.
2)
Trinken
Sie keinen Alkohol. Auch in geringen Mengen genossen, stört
Alkohol die Entwicklung des Fetus.
3)
Benutzen
Sie kein Deospray oder Raumspray. Wissenschaftler der britischen
Universität Bristol stellten fest, das der häufige Gebrauch
von Deo- oder Raumspray giftig ist. Die Frauen können mit
Kopfschmerzen und Depressionen auf diese Sprays reagieren.
4)
Gehen
Sie regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen. Viele Probleme
während der Schwangerschaft sind zu lösen, wenn sie rechtzeitig
erkannt werden.
5)
Ernähren
Sie sich gesund. Trinken Sie nicht mehr als drei Tassen
Kaffee täglich. Von der Ernährungsweise der werdenden Mutter
hängt es wesentlich ab, wie sich die Schwangerschaft entwickelt.
Mehr als drei Tassen Kaffee oder schwarzer Tee am Tag erhöhen
das Risiko einer Fehl-, Früh- oder Totgeburt.
6)
Nehmen
Sie grundsätzlich keine Medikamente ein. Falls Sie wegen
chronischer Erkrankungen Medizin benötigen, sprechen Sie
mit Ihrer Ärztin. Sie kann Ihnen sagen, welche Substanzen
dem Fetus nicht schädlich sind.
7)
Der
schwangere Organismus braucht 0,3 bis 0,8 mg Folsäure (Vitamin
aus der B-Reihe) am Tag. Ein Mangel an Folsäure erhöht die
Gefahr von Mißbildungen und Fehlgeburten.
8)
Informieren Sie sich über die verschiedenen Entbindungsmöglichkeiten.
Je mehr Sie über die Entbindung wissen, desto weniger Angst
haben Sie vor der Geburt, können besser mit den Wehenschmerzen
umgehen und benötigen weniger Schmerzmedikamente.
9)
Essen Sie während der Schwangerschaft keine Erdnussprodukte.
Das "Committee on Toxity of Chemicals in Food" der britischen
Regierung empfiehlt Schwangeren den Verzicht auf Erdnüsse
oder Erdnussprodukte. Über Nabelschnurblut oder Muttermilch
könnten mütterliche Antigene gegen Allergene der Bohnenpflanze
in den Körper der Kinder gelangen und so bei ihnen schon
sehr früh Allergien hervorrufen. Allergische Reaktionen
konnten nach Angaben der Experten schon bei Feten ab dem
zweiten Schwangerschaftsdrittel nachgewiesen werden das
hätten Untersuchungen nach Abtreibungen ergeben.
10)
Bewegen Sie sich ausreichend. Bewegung und moderater Sport,
besonders an der frischen Luft, tut Ihrem Kreislauf gut
und fördert die Blutzirkulation in den Beinen.
Künstliche
Befruchtung
Paaren,
die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, kann
heutzutage die medizinische Wissenschaft immer häufiger
helfen. Die Techniken der assistierten Reproduktion - so
nennt man die künstliche Befruchtung - werden ständig weiterentwickelt.
Neue
Techniken
Die
Technik der assistierten Reproduktion macht es möglich,
dass heute sogar Paare Kinder bekommen können, die weder
die weibliche noch die männliche Keimzelle zur Befruchtung
selbst beisteuern können. Eizellen und Samenzellen sind
mittlerweile käuflich zu erwerben und auf Jahre hinaus konservierbar.
Diese Keimzellen können im Reagenzglas (bzw. in der Petrischale)
befruchtet und in eigene oder geliehene Körper zum Austragen
einer Schwangerschaft eingepflanzt werden.
Wunschkinder
nach Maß
Mit
neuen Zukunftstechnologien lassen sich sowohl Geschlecht
als auch Erbanlagen des Babys bestimmen. Der Weg zum "perfekten
Kind" ist gebahnt. Auf die Erfindung der Antibabypille,
die den Paaren in den siebziger Jahren Sex ohne Fortpflanzung
verschaffte, ist kurze Zeit später die Fortpflanzung ohne
Sex im Labor gefolgt. US-amerikanische Samen- und Eizellbanken
listen im Internet ausführliche Porträts ihrer Spender und
Spenderinnen auf. Die Sperma- und Eizellkäuferin erfährt,
ob die Haut der Spenderin oder des Spenders Leberflecken
oder Sommersprossen hat, wie die Beschaffenheit der Haare
ist, wie es um ihre/seine Konfession und ihre/seine Karrierechancen
bestellt ist und welche Hobbys sie/er hat. Ein IQ-Test ist
ebenso erhältlich wie die anonymisierte Familiengeschichte.
Die Samenspende gibt's ab etwa 375 US-Dollar. Für einen
Aufpreis von 180 US-Dollar besteht sogar die Möglichkeit,
das Geschlecht des künftigen Kindes zu wählen. Eine Anleitung
zur Selbstbefruchtung liegt bei.
In-vitro-Fertilisation
Meist
wollen Paare aber eigenen genetischen Nachwuchs. Das ist
heute auch bei ernsten organischen Störungen möglich, wenn
zum Beispiel die Frau keine funktionsfähigen Eileiter hat
oder der Mann keine beweglichen, befruchtungsfähigen Samenzellen
produzieren kann. Die Mediziner sind heute in der Lage,
die Eizellen wie auch Samenzellen operativ zu erlangen.
Nach der Gewinnung von Samenzellen können sie eine Befruchtung
außerhalb des weiblichen Körpers, eine In-vitro-Fertilisation,
durchführen und die so befruchteten Eizellen dann in die
Gebärmutter einsetzten.
Neue
Begriffe im Zusammenhang mit der Elternschaft werden notwendig:
Es gibt nicht mehr nur die Eltern, die Adoptiveltern
und die Pflegeeltern, hinzu kommen jetzt auch die
biologischen und die genetischen Eltern, wie auch
die Leihmütter.
Die
erlaubten Verfahren der Reproduktionsmedizin sind in Deutschland
im Embryonenschutzgesetzes (ESchG) festgelegt. Dort
ist zum Beispiel die Eizellspende wie auch die Leihmutterschaft
verboten.
Ziel
einer Behandlung ist es, Kinderwunschpaaren zu (genau) einem
Kind zu verhelfen. Nach eingehender Untersuchung und Beratung
des Paares wird die Ärztin über die verschiedenen Techniken
informieren und konkrete Vorschläge machen, welche Vorgehensweise
die größte Aussicht auf Erfolg hat. In allen Fällen der
künstlichen Befruchtung sind jedoch auch moralische, juristische
und finanzielle Fragen zu klären.
Die
Entwicklungen auf dem Gebiet der assistierten Reproduktion
haben in den vergangenen Jahren zu sensationellen Ergebnissen
geführt. Die instrumentelle Samenübertragung, das Einsetzen
von Ei- und Samenzellen in den Eileiter sowie die Befruchtung
außerhalb des Körpers sind mittlerweile zur Routine geworden.
Schon kann man Spermien operativ aus den Nebenhoden entnehmen
und mit einer Mikrokanüle direkt in die Eizelle injizieren,
männliche und weibliche Keimzellen wie auch Embryonen einfrieren
und Frauen genetisch nicht-verwandte Embryos einpflanzen.
Bei
der künstlichen Befruchtung unterscheidet man grundsätzlich
zwischen folgenden Maßnamen:
-)
Befruchtung im Körper: Intrauterine Insemination , Intratubarer
Gametentransfer (GIFT)
-)
Befruchtung außerhalb des Körpers: In-vitro-Fertilisation,
Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)
Für
fast jedes Problem während des diffizilen Vorgangs der Fortpflanzung
versuchen die Mediziner eine Lösung zu finden.
Falls
es Probleme bei der Eizellreifung gibt und zur Vorbereitung
auf eine Eizellentnahme für eine In-vitro-Fertilisation
wird eine Behandlung mit einer hormonellen Stimulation
der Frau eingeleitet.
Wenn
die Zahl und Beweglichkeit der Samenzellen leicht bis mittelschwer
eingeschränkt ist.oder der Mann gar keine Spermien bilden
kann und sich das Paar für eine Samenspende entschieden
hat, werden die gereinigten und konzentrierten Spermien
direkt in die Gebärmutterhöhle gespritzt. Hat der Mann nur
sehr wenige bewegliche Spermien und geht man davon aus,
dass diese es nicht bis zur Eizelle schaffen könnten, dann
können die Spermien auch per Injektion unter dem Mikroskop
direkt in die Eizelle gespritzt werden (ICSI).
Die
körperlichen und emotionalen Belastungen bei den
Methoden der assistierten Reproduktion sind nicht unerheblich.
Die ethischen und juristischen Fragen im Zusammenhang
mit der Reproduktionsmedizin nehmen zu.