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Kinderlähmung
/ Poliomyelitis

Kinderlähmung, auch Poliomyelitis oder kurz Polio
genannt, ist eine akute fieberhafte Virusinfektion.
In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung ähnlich
einem grippalen Infekt.
Die
Kinderlähmung ist eine Viruserkrankung. Die Bezeichnung
"Kinderlähmung" kann irreführend sein: Auch
Erwachsene können an Poliomyelitis erkranken. Der Wortbestandteil
"Lähmung" rührt von der möglichen Folgewirkung
einer Lähmung des Zentralnervensystems. Die Ansteckung
erfolgt durch Schmutz-, Schmier- und Tröpfcheninfektion.
Die Viren gelangen über den Rachen-, Magen- Darmkanal in
den Körper und führen zu einer schweren Erkrankung.
Die Inkubationszeit beträgt 5 bis 14 Tage. Die durch Polioviren
ausgelöste, sogenannte "Kinderlähmung" war
in Europa beinahe ausgerottet. Eine nachlassende Impfmotivation
hat aber da und dort zu einem Neuaufflammen dieser gefährlichen
Viruserkrankung geführt.
Symptome
Diese
Erkrankung hat einen phasenhaften Verlauf, die Erkrankung kann
in jeder Phase enden. In der ersten Phase der Erkrankung (sieben
bis vierzehn Tage nach der Ansteckung) kommt es zu einer Vermehrung
der Viren im Körper. Dabei zeigen sich unspezifische Krankheitssymptome
ähnlich einer Grippe (Durchfall, Fieber, Übelkeit).
Nach einem beschwerdefreien Intervall von zirka einer Woche
kommt es in der zweiten Krankheitsphase in nur etwa 5 bis höchstens
10% aller Fälle zum Eindringen des Erregers in das zentrale
Nervensystem. Folge davon ist eine Hirnhautentzündung,
die zu motorischen Störungen bis hin zu Muskellähmung
führen kann. Die Symptome der 2. Krankheistphase sind gekenzeichnet
durch hohes Fieber, Kopfschmerzen, steifer Nacken, Rücken-
und Muskelschmerzen.
In
dieser Phase kommt es zu asymmetrischen Lähmungen, vor
allem an den Beinen, mit zunehmendem Muskelschwund, wenn Ihr
Kind diese Anzeichen hat, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen!
In seltenen Fällen kann es zu einer Entzündung der
basalen Hirnareale kommen. Diese Form der Kinderlähmung
ist besonders bedrohlich, da hierbei Lähmungen der Nerven,
die für das Schlucken, die Atmungs- und Kreislaufregulationen
zuständig sind, auftreten können.
Diagnose
& Therapie
Im
Anfangsstadium kann die Diagnosestellung schwierig sein, da
die Erkrankung grippeähnliche Symptome aufweist. Eine gesicherte
Diagnose kann daher nur serologisch - durch den Nachweis von
Antikörpern gegen das Virus im Blut - bzw. durch Züchtung
der Viren aus einer Stuhlprobe, aus Rachenwasser oder aus der
Rückenmarksflüssigkeit erfolgen.
Die
Behandlung ist rein symptomatisch, da der Erreger nicht direkt
bekämpft werden kann. Bei einer Poliomyelitis ohne Lähmungserscheinungen
ist die Krankenhausbehandlung nicht unbedingt erforderlich.
Schutzimpfung:
Die einzige wirksame Vorbeugung ist die Impfung, dies sollte
vor allem bei Fernreisen unbedingt beachtet werden, denn die
Kinderlähmung ist zwar schon seit Jahrzehnten in hoch entwickelten
Industrieländern - wie Österreich - nicht mehr aufgetreten,
in vielen Entwicklungsländern des asiatisch-afrikanischen
Raumes kommt die Kinderlähmung jedoch nach wie vor vor.
Die
Impfung gegen Kinderlähmung wird in Österreich nur
mehr mit dem Totimpfstoff Salk in Form einer Stichimpfung durchgeführt.
Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen im Abstand
von sechs bis acht Wochen und einer weiteren Impfung sechs bis
zwölf Monate später. Im Säuglingsalter (ab dem
dritten Lebensmonat) wird in der Regel ein Kombinationsimpfstoff
gegen Diphtherie-Keuchhusten(Pertussis)-Tetanus-Hämophilus
influenzae b-Kinderlähmung(Poliomyelitis)-Hepatits B (sechsfach
kombinierter Impfstoff) verwendet. Die Grundimmunisierung besteht
bei diesem sechsfach kombinierten Impfstoff aus drei Impfungen
im Abstand von vier Wochen, die Auffrischung erfolgt im zweiten
Lebensjahr. Bei der Verwendung von anderen Kombinationsimpfstoffen
sind andere Abstände vorgesehen. Auffrischungsimpfungen
gegen Kinderlähmung sind im siebenten und 14. Lebensjahr
und später alle zehn Jahre vorgesehen.
LINKTIPPS:
.... Standardschutzimpfungen
.... Kombinations-Impfungen
....
Kinderarzt.at
....
impf.at
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