|
Mandelentzündung
bei Kindern:
Grundlagen Die Größe der Gaumenmandeln nimmt vom 1. bis zum 3. Lebensjahr rasch zu, was Ausdruck einer immunbiologischen Lern- und Abwehrfunktion des kindlichen Organismus gegenüber der Umwelt ist. Mit Beginn der Pubertät setzt eine langsame Rückbildung des lymphatischen Gewebes des Rachenringes ein. Akute
Mandelentzündung (Angina tonsillaris bzw. Tonsillitis): Eine
Entzündung bzw. Vergrößerung der Gaumenmandeln
ist bei Kindern sehr häufig und meist Teilerscheinung von
Infektionen der oberen Luftwege mit entsprechender Reaktion
des gesamten lymphatischen Rachenringes. Jedoch können
auch örtlich begrenzte alleinige Mandelentzündungen
auftreten. Teilweise sind Viren die Entzündungsursache
(Antibiotika sinnlos!), teilweise Bakterien (überwiegend
Typische Merkmale einer Mandelentzündung sind ein plötzlicher Beginn, meist hohes Fieber sowie deutlich gestörtes Allgemeinbefinden mit Schluckbeschwerden. Dabei sind die Tonsillen (Mandeln) entzündlich geschwollen, hochrot und haben weiße bis gelbliche, streifenartige und schmierige Beläge, dazu sind oft die Lymphknoten im Kieferwinkel schmerzhaft angeschwollen. Behandlung Besteht von der Intensität bzw. vom Verlauf der Erkrankung sowie vom Untersuchungsbefund der Mandeln her (Stippchen und Beläge, Rachenabstrich mit Streptokokkennachweis) der Verdacht auf eine bakteriell bedingte Angina, so müssen für 8 - 10 Tage Antibiotika (Penicillin oder Cephalosporine) eingesetzt werden. Tipps Wenn Ihr Kind an einer Mandelentzündung erkrankt, beachten Sie zusätzlich folgende Tipps:
Chronische
Mandelentzündung Eine
Mandeloperation (Tonsillektomie) muß durchgeführt
werden, wenn sich infolge einer bakteriellen Entzündung
schwere lokale Veränderungen ( Leidet Ihr Kind an einer chronischen Tonsillitis oder führt die Mandelentzündung wegen der großen Mandeln zur Atemnot, dann wird häufig empfohlen, eine Mandeloperation durchführen zu lassen. Bei einer Mandelentfernung ist allerdings insbesondere bei Kindern eine strenge Abwägung zu treffen zwischen der immunbiologischen Wertigkeit der Mandeln einerseits und den durch sie hervorgerufenen Beschwerden andererseits. Insbesondere vor dem 4. Lebensjahr sollte man, sofern vertretbar, von einer operativen Entfernung der Mandeln Abstand nehmen. Indikation zur Operation Wenn die Operation fachkundig durchgeführt wird, ist sie meist harmlos und ohne schwerwiegende Folgen. Meist wird vorsorglich auch unter stationären Bedingungen operiert, damit bei etwaigen Nachblutungen oder anderen Zwischenfällen sofort ein Arzt zur Verfügung steht und schwere Komplikationen so vermieden werden können. Man kann auch nach so einer Operation beruhigt sein, weil die Infektanfälligkeit nicht wesentlich beeinträchtigt wird und dem Körper andere Schutzmechanismen zur Infektabwehr zur Verfügung stehen. Es sei hier jedoch betont, daß immer Nutzen und Risiko einer Operation abgewogen werden müssen und nicht (ohne ausreichende Gründe) aus reiner Vorsorge die Mandeln entfernt werden können, denn Gaumen- und Rachenmandeln erfüllen eine Frühwarn- und eine Lernfunktion zugunsten des Immunsystems, sie unterstützen die Lymphknoten. LINKTIPPS:
|



