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Tipps & Tricks zum richtigen Stillen
während der ersten Tage nach der Geburt



Stillen in den ersten Lebenstagen und die
Grundregeln des Anlegens - richtiges Stillen will gelernt sein !

Nun ist endlich Ihr Baby da! Die Anstrengungen und Schmerzen der Geburt sind schon fast verdrängt, weil Ihr Baby nun mit großen erwartungsvollen und ganz wachen Augen auf Ihrem Bauch liegt und Sie anschaut. Diese Momente werden Sie wohl nie wieder in Ihrem Leben vergessen, denn sie sind unwahrscheinlich intensiv und einfach wunderschön. Nach diesem Genießen werden Sie auch den Wunsch haben, Ihr Baby zum ersten Mal anzulegen. Wie selbstverständlich saugt es auch gleich, denn schließlich hat es sich im Mutterleib bereits durchs Lutschen und Saugen an den eigenen Fingern darauf vorbereitet. Und es saugt gleich wie ein Profi. Nun hat es auch das, was es einfach für sein Leben außerhalb des Mutterleibes braucht: Ihre Nähe, Ihre Geborgenheit, Ihren Schutz, Ihre Liebe und auch die Nahrung.

Wenn Sie sich fürs Stillen entscheiden, dann ist das Stillen nach Bedarf genau das richtige für Sie und Ihr Baby. Denn immer dann, wenn Ihr Baby zu erkennen gibt, es möchte bei Ihnen trinken, dann legen Sie es an. Sehr bald werden Sie seine Signale erkennen.

Als Faustregel für die Stillhäufigkeiten während der ersten Tage gilt:

1. Tag: stillen Sie Ihr Baby mindestens 4 mal innerhalb von 24 Stunden.
2. Tag: stillen Sie Ihr Baby mindestens 6 bis 8 mal innerhalb von 24 Stunden.
3. Tag: stillen Sie Ihr Baby mindestens 8 bis 10 mal innerhalb von 24 Stunden

Danach stillen Sie Ihr Baby nach Bedarf; bieten Sie abwechselnd beide Seiten mindestens 10 Minuten lang an. Ihr Baby lässt Sie grundsätzlich wissen (achten Sie wie bereits erwähnt, auf seine Signale), wann es trinken möchte. Einige Babies möchten auch 10 bis 12 mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Andere sind schläfrig und sollten für die Stillmahlzeit geweckt werden (auch wenn es noch so schwer fällt, ein schlafendes Baby zu wecken). Zu Beachten ist auch, dass sich ein Wachstumsschub in der Zeit um den sechsten bis zum zehnten Lebenstag einstellt. Also oftmals nach der Entlassung aus dem Krankenhaus! Ihr Baby möchte dann plötzlich wesentlich häufiger angelegt werden (Sie fühlen sich dann oft nur noch als “Brust”). Aber keine Angst, Sie legen Ihr Baby häufiger an und innerhalb von 2 bis 4 Tagen wird die Milchmenge soweit gesteigert, dass Ihr Baby wieder weniger gestillt wird und die Milchmenge wieder ausreicht. Dies ist auch der Fall wenn Ihr Baby etwa fünf bis sechs Wochen alt ist, drei Monate und sechs Monate. Die Wachstumsschübe sind die eigentlichen Hürden, die Sie als stillende Mutter zu nehmen haben, damit die Stillzeit erfolgreich ist. Trinken Sie unbedingt ausreichend; also zu jeder Stillmahlzeit sollten Sie ein großes Glas mit Flüssigkeit leer trinken.

Sie fragen sich sicherlich, wie es kommt, dass Ihr Baby gleich bei Ihnen trinken kann und auch tatsächlich Nahrung erhält?
Während Ihrer Schwangerschaft war Ihr Hormonspiegel (Östrogen und Progesteron) sehr hoch, nun nach der Entbindung sinkt er ab und das eigentlich Milchbildungshormon Prolaktin ermöglicht die allererste Stillmahlzeit. Jede nun folgende Milchbildung erfolgt durch das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Das Baby hilft aber auch hierbei, denn während der ersten zwei Lebensstunden ist der Saugreflex des Babies und dann wieder nach 46 bis 72 Stunden am höchsten. Auch hier hat die Natur vorgesorgt. Für den Fall, dass das Kennenlernen von Mutter und Kind erst später erfolgen kann, ist ein guter Beginn des Stillens auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Dies kann zum Beispiel bei einem Kaiserschnitt der Fall sein, oder dass das Baby oder die Mutter zusätzlich medizinisch betreut werden müssen. Falls das Baby in eine andere Klinik verlegt werden muss, ist es für Mutter und Kind sehr wichtig, die Bildung der Muttermilch in Gang zu bringen. In diesem Fall sollte die Mutter so früh wie möglich beginnen abzupumpen. Mindenstens sechs mal innerhalb von 24 Stunden und etwa 20 Minuten je Brust abpumpen. Wichtig ist auch, nachts einmal abzupumpen, denn während der Nacht ist das Hormon Prolaktion besonders wirksam.

Keine Mutter sollte enttäuscht sein, wenn beim Abpumpen nur wenige Tropfen kommen. Jeder Tropfen ist kostbar. In dieser Situation, so schwer sie ist, sollte die Mutter sich soweit entspannen wie nur irgendwie möglich, auch hier ist dann ganz besonders der Partner und/oder die Familie gefordert.

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Grundregeln des Anlegens:

  • halten Sie Ihr Baby dicht an Ihren eigenen Körper, also Bauch an Bauch
  • das Gesichtchen schaut in Richtung Ihrer Brust
  • Sie unterstützen in der Anfangszeit Schulter und Rücken Ihres Babies
  • das Näschen befindet sich auf der Höhe einer Brustwarze
  • Ohr, Schulter und Oberarm Ihres Babies liegen in gerader Linie
  • Sie berühren nun mit der Brustwarze die Lippen Ihres Babies und warten ab, bis es den Mund weit öffnet. Dann ziehen Sie es ganz an die Brust heran, damit es nicht nur die Warze sondern ganz wichtig: einen möglichst großen Bereich des Brustwarzenhofes mit im Mund hat.
  • Wenn Sie das Baby von der Brust abnehmen möchten, dann schieben Sie ihren kleinen Finger in den Mundwinkel, denn so lösen Sie das Vakuum und Ihre Brustwarze wird geschont.

Auch wenn Sie sich gegen das Stillen entscheiden, geben Sie bitte Ihrem Baby gerade die so wertvolle Neugeborenenmilch (=Kolostrum) mit all seinen Vorteilen. Beeindruckend sind Untersuchungen, die in Skandinavien gemacht wurden und zwar dass innerhalb anderthalb Stunden nach der Entbindung das Neugeborene vom Bauch der Mutter aus, Krabbel- und Suchbewegungen macht, um die Brust zu finden. Schon während der Schwangerschaft verdunkelte sich der mütterliche Warzenhof und das ist das wichtige optische Ziel des Babies.

© www.kidnet.de

Linktipps:

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