Schwangerschaft,
künstliche Befruchtung

10
Gründe für eine gesunde Schwangerschaft
1)
Beide
Elternteile sollten spätestens jetzt mit dem Rauchen aufhören. Rauchen
(auch passives Rauchen) führt zu einer Unterwicklung des Kindes
im Mutterleib und zu einer Erhöhung der Fehl- und Totgeburten.
2)
Trinken
Sie keinen Alkohol. Auch in geringen Mengen genossen, stört Alkohol
die Entwicklung des Fetus.
|
In-vitro-Fertilisation
Meist
wollen Paare aber eigenen genetischen Nachwuchs. Das ist heute auch
bei ernsten organischen Störungen möglich, wenn zum Beispiel die
Frau keine funktionsfähigen Eileiter hat oder der Mann keine beweglichen,
befruchtungsfähigen Samenzellen produzieren kann. Die Mediziner
sind heute in der Lage, die Eizellen wie auch Samenzellen operativ
zu erlangen. Nach der Gewinnung von Samenzellen können sie eine
Befruchtung außerhalb des weiblichen Körpers, eine In-vitro-Fertilisation,
durchführen und die so befruchteten Eizellen dann in die Gebärmutter
einsetzten.
Neue
Begriffe im Zusammenhang mit der Elternschaft werden notwendig:
Es gibt nicht mehr nur die Eltern, die Adoptiveltern
und die Pflegeeltern, hinzu kommen jetzt auch die biologischen
und die genetischen Eltern, wie auch die Leihmütter.
|
|
3)
Benutzen
Sie kein Deospray oder Raumspray. Wissenschaftler der britischen
Universität Bristol stellten fest, das der häufige Gebrauch von
Deo- oder Raumspray giftig ist. Die Frauen können mit Kopfschmerzen
und Depressionen auf diese Sprays reagieren.
4)
Gehen
Sie regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen. Viele Probleme während
der Schwangerschaft sind zu lösen, wenn sie rechtzeitig erkannt
werden.
5)
Ernähren
Sie sich gesund. Trinken Sie nicht mehr als drei Tassen Kaffee täglich.
Von der Ernährungsweise der werdenden Mutter hängt es wesentlich
ab, wie sich die Schwangerschaft entwickelt. Mehr als drei Tassen
Kaffee oder schwarzer Tee am Tag erhöhen das Risiko einer Fehl-,
Früh- oder Totgeburt.
6)
Nehmen
Sie grundsätzlich keine Medikamente ein. Falls Sie wegen chronischer
Erkrankungen Medizin benötigen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin. Sie
kann Ihnen sagen, welche Substanzen dem Fetus nicht schädlich sind.
7)
Der
schwangere Organismus braucht 0,3 bis 0,8 mg Folsäure (Vitamin aus
der B-Reihe) am Tag. Ein Mangel an Folsäure erhöht die Gefahr von
Mißbildungen und Fehlgeburten.
8)
Informieren Sie sich über die verschiedenen Entbindungsmöglichkeiten.
Je mehr Sie über die Entbindung wissen, desto weniger Angst haben
Sie vor der Geburt, können besser mit den Wehenschmerzen umgehen
und benötigen weniger Schmerzmedikamente.
9)
Essen Sie während der Schwangerschaft keine Erdnussprodukte. Das
"Committee on Toxity of Chemicals in Food" der britischen Regierung
empfiehlt Schwangeren den Verzicht auf Erdnüsse oder Erdnussprodukte.
Über Nabelschnurblut oder Muttermilch könnten mütterliche Antigene
gegen Allergene der Bohnenpflanze in den Körper der Kinder gelangen
und so bei ihnen schon sehr früh Allergien hervorrufen. Allergische
Reaktionen konnten nach Angaben der Experten schon bei Feten ab
dem zweiten Schwangerschaftsdrittel nachgewiesen werden das hätten
Untersuchungen nach Abtreibungen ergeben.
10)
Bewegen Sie sich ausreichend. Bewegung und moderater Sport, besonders
an der frischen Luft, tut Ihrem Kreislauf gut und fördert die Blutzirkulation
in den Beinen.
Künstliche
Befruchtung
Paaren,
die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, kann heutzutage
die medizinische Wissenschaft immer häufiger helfen. Die Techniken
der assistierten Reproduktion - so nennt man die künstliche Befruchtung
- werden ständig weiterentwickelt.
Neue
Techniken
Die
Technik der assistierten Reproduktion macht es möglich, dass
heute sogar Paare Kinder bekommen können, die weder die weibliche
noch die männliche Keimzelle zur Befruchtung selbst beisteuern können.
Eizellen und Samenzellen sind mittlerweile käuflich zu erwerben
und auf Jahre hinaus konservierbar. Diese Keimzellen können im Reagenzglas
(bzw. in der Petrischale) befruchtet und in eigene oder geliehene
Körper zum Austragen einer Schwangerschaft eingepflanzt werden.
Wunschkinder
nach Maß
Mit
neuen Zukunftstechnologien lassen sich sowohl Geschlecht als auch
Erbanlagen des Babys bestimmen. Der Weg zum "perfekten Kind" ist
gebahnt. Auf die Erfindung der Antibabypille, die den Paaren in
den siebziger Jahren Sex ohne Fortpflanzung verschaffte, ist kurze
Zeit später die Fortpflanzung ohne Sex im Labor gefolgt. US-amerikanische
Samen- und Eizellbanken listen im Internet ausführliche Porträts
ihrer Spender und Spenderinnen auf. Die Sperma- und Eizellkäuferin
erfährt, ob die Haut der Spenderin oder des Spenders Leberflecken
oder Sommersprossen hat, wie die Beschaffenheit der Haare ist, wie
es um ihre/seine Konfession und ihre/seine Karrierechancen bestellt
ist und welche Hobbys sie/er hat. Ein IQ-Test ist ebenso erhältlich
wie die anonymisierte Familiengeschichte. Die Samenspende gibt's
ab etwa 375 US-Dollar. Für einen Aufpreis von 180 US-Dollar besteht
sogar die Möglichkeit, das Geschlecht des künftigen Kindes zu wählen.
Eine Anleitung zur Selbstbefruchtung liegt bei, moralische Bedenken
gibt es scheinbar nicht.
|
Die
erlaubten Verfahren der Reproduktionsmedizin sind in Deutschland
im Embryonenschutzgesetzes (ESchG) festgelegt. Dort ist zum
Beispiel die Eizellspende wie auch die Leihmutterschaft
verboten.
Ziel
einer Behandlung ist es, Kinderwunschpaaren zu (genau) einem Kind
zu verhelfen. Nach eingehender Untersuchung und Beratung
des Paares wird die Ärztin über die verschiedenen Techniken informieren
und konkrete Vorschläge machen, welche Vorgehensweise die größte
Aussicht auf Erfolg hat. In allen Fällen der künstlichen Befruchtung
sind jedoch auch moralische, juristische und finanzielle
Fragen zu klären.
Die
Entwicklungen auf dem Gebiet der assistierten Reproduktion haben
in den vergangenen Jahren zu sensationellen Ergebnissen geführt.
Die instrumentelle Samenübertragung, das Einsetzen von Ei- und Samenzellen
in den Eileiter sowie die Befruchtung außerhalb des Körpers sind
mittlerweile zur Routine geworden. Schon kann man Spermien operativ
aus den Nebenhoden entnehmen und mit einer Mikrokanüle direkt in
die Eizelle injizieren, männliche und weibliche Keimzellen wie auch
Embryonen einfrieren und Frauen genetisch nicht-verwandte Embryos
einpflanzen.
Bei
der künstlichen Befruchtung unterscheidet man grundsätzlich
zwischen folgenden Maßnamen:
-)
Befruchtung im Körper: Intrauterine Insemination , Intratubarer
Gametentransfer (GIFT)
-)
Befruchtung außerhalb des Körpers: In-vitro-Fertilisation, Intracytoplasmatische
Spermieninjektion (ICSI)
Für
fast jedes Problem während des diffizilen Vorgangs der Fortpflanzung
versuchen die Mediziner eine Lösung zu finden.
Falls
es Probleme bei der Eizellreifung gibt und zur Vorbereitung
auf eine Eizellentnahme für eine In-vitro-Fertilisation wird eine
Behandlung mit einer hormonellen Stimulation der Frau eingeleitet.
Wenn
die Zahl und Beweglichkeit der Samenzellen leicht bis mittelschwer
eingeschränkt ist.oder der Mann gar keine Spermien bilden kann und
sich das Paar für eine Samenspende entschieden hat, werden
die gereinigten und konzentrierten Spermien direkt in die Gebärmutterhöhle
gespritzt. Hat der Mann nur sehr wenige bewegliche Spermien und
geht man davon aus, dass diese es nicht bis zur Eizelle schaffen
könnten, dann können die Spermien auch per Injektion unter dem Mikroskop
direkt in die Eizelle gespritzt werden (ICSI).
Eine
Fremd-Samenspende von einer Samenbank ist in Österreich, Deutschland
und Italien gesetzlich nicht erlaubt. Nur für Verheiratete
oder Paare, die in einem eheähnlichen Verhältnis leben
- und nur bnur bei Unfruchtbarkeit des Partners - ist eine nicht
anonymisierte Insemination durch eine Samenspende möglich.
D.h., es gibt keine Anonymität des Samenspenders gegenüber
dem Kind (Auskunftsanspruch des Kindes nach vollendetem 14. Lebensjahr).
Bei der Samenspende besteht ein Entgelt- und. Vermittlungsverbot.
Die
körperlichen und emotionalen Belastungen bei den Methoden
der assistierten Reproduktion sind nicht unerheblich. Die ethischen
und juristischen Fragen im Zusammenhang mit der Reproduktionsmedizin
nehmen zu.
top
|