Pille
und Urlaubszeit -
Vorsicht Verhütungsfalle !

Endlich
Urlaub, Sonne, Meer und Zeit für Zärtlichkeit.
Doch Vorsicht, Stress und Vorfreude machen vergesslich.
Frauen, die mit der Pille verhüten, müssen unbedingt
einige wichtige Informationen beachten, denn Zeitverschiebung,
Magen-Darm-Beschwerden, Langstreckenflüge oder schlicht
Vergesslichkeit
können den Empfängnisschutz wesentlich beeinträchtigen.
Verhütung
ist gerade in der unbeschwerten Urlaubszeit ein wichtiges Thema.
Wer mit der Pille verhütet, sollte bei der Einnahme die
Zeitverschiebung bedenken. Vorsicht ist auch bei Reisedurchfall
geboten, denn dadurch kann die Wirkung der Pille unter Umständen
beeinträchtigt werden. Für eine gute Reise mit der
Pille gilt es daher folgende Informationen zu beachten:
1.
Problem Durchfall und Erbrechen
Verdauungsprobleme
sind eine häufige Begleiterscheinung bei Urlaubsreisen,
dabei kann auch die Zuverlässigkeit der Pille beeinträchtigt
werden. Kommt es innerhalb von drei Stunden nach Einnahme der
Pille zu Durchfall oder Erbrechen, ist die Verhütung nicht
mehr sicher. Nehmen Sie in solch einem Fall sofort (längstens
jedoch innerhaöb von 12 Stunden) die nächste Pille
ein. Halten Ihre Beschwerden an, nehmen Sie die restlichen Pillen
wie gewohnt weiter, aber sichern Sie sich unbedingt zusätzlich
durch die Verwendung von
Kondomen
ab.
2.
Problem Zeitverschiebung
Bei
langen Flügen mit Zeitzonenwechsel gerät das regelmäßige
Einnahme-Schema der Pille schnell durcheinander. Bei so genannten
Kombinationspillen (Östrogen und Gestagen) besteht ein
sicherer Schutz nur dann, wenn der Zeitabstand zwischen zwei
aufeinander folgenden Pillen nicht mehr als 36 Stunden beträgt.
Das heißt: Wenn die Zeitverschiebung nicht größer
als zwölf Stunden ist, kann die Pille zu Hause und auch
am Urlaubsort im gewohnten Abstand eingenommen werden.
Wenn
die Ortszeit im Urlaubsland mehr als zwölf Stunden (bei
der Antibabypille) oder mehr als drei Stunden (Minipille) von
der deutschen Zeit abweicht, gilt Folgendes: Nehmen Sie vor
dem Abflug die Pille zur gewohnten Zeit und schlucken Sie nach
zwölf Stunden eine "Zwischenpille". Am Urlaubsort
können Sie dann wieder zum gewohnten Einnahme-Zyklus übergehen.
Vergessen Sie dabei nicht Sommer- und Winterzeiten einzuberechnen.
Generell
gilt: Wird die "Pille" eingenommen, so sollte schon
Wochen vor dem Abflug, insbesondere wenn die Verhütung
mit der "Minipille" (z.B. Cerazette, Exlutona, Microlut,
Mikro-30, 28-mini) durchgeführt wird, auf eine sogenannte
Einphasenpille mit gleichbleibender Zusammensetzung umgestellt
werden, da die Zeit, um welche die Einnahme verzögert werden
kann, bei der Minipille praktisch 0, bei der Einphasenpille
jedoch eben 12 bis 15 Stunden beträgt.
3.
Problem Hitze
Auch
heiße Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung können
die Wirkung der Antibabypille beeinträchtigen. Wer in den
Süden reist, sollte auch darauf achten, die Pille immer
an einem kühlen Ort und niemals in der direkten Sonne aufzubewahren.
Die Pillen der meisten Hersteller sollten nicht über 30
Grad Celsius gelagert werden. Sonst verlieren die Hormone an
Wirksamkeit und bieten nicht mehr den gewohnten Schutz vor einer
Schwangerschaft.
4.
Problem Vergesslichkeit
Gerade
im Urlaub, wo frau auch mal alle Pflichten hinter sich lassen
möchte, wird die Pflicht zur termingerchten Einnahme der
Pille als besonders lästig empfunden. Jene Frauen, die
zu Hause den frühen Morgen als gewohnte Einnahmezeit gewählt
haben, müssen sich dann auch daran halten obwohl sie im
Urlaub länger schlafen könnten. Bei all den neuen
Eindrücken am Urlaubsort kann es dennoch leicht passieren,
dass "Frau" die Pille einfach vergisst.
Wenn
die Pause zwischen 2 Pillen größer als 36 Stunden
beträgt, ist der volle Empfängnisschutz auch bei der
Einphasenpille nicht mehr gesichert. Allerdings ist das Risiko
bei nur einer vergessenen Pille noch relativ gering. Trotzdem
ist es empfehlenswert, bis zur nächsten Regelblutung zusätzliche
Verhütungsmittel (Kondom oder Diaphragma) zu benutzen.
Die restlichen Pillen aus der angefangenen Packung sind aber
auf jeden Fall weiterzunehmen, weil es sonst zu Regelstörungen
kommen könnte.
5.
Problem Pille verloren oder (daheim) vergessen
Auch
wenn es etwas lächerlich klingt, es ist tatsächlich
ratsam, Name, (Haupt-)Wirkstoffe und Dosierung der eigenen Pille
zu kennen. Dann und nur dann ist es nämlich möglich
am Urlaubsort Ersatz in der Apotheke zu beschaffen. Bedenken
Sie aber, dass Ihr Präparat in einem fremden Land auch
anders heißen kann. Können Sie Ihr Produkt nicht
bekommen, verwenden Sie unbedingt alternative Verhütungsmittel.
Selbes gilt für den Schutz vor Geschlechtskrankenheiten:
Die Pille kann nicht vor
Aids oder
anderen
sexuell
übertragbaren Krankheiten schützen! Benützen
Sie daher unbedingt Kondome, wenn Sie mit Urlaubsbekanntschaften
intim werden.
Alternative
Verhütungsmethoden
Eine
sichere Verhütungsalternative gerade für die Urlaubszeit
ist der vergleichsweise neue
Vaginalring.
Der Ring wird von der Frau selbst in die Scheide eingeführt.
Das ist so einfach wie bei einem Tampon. Er ist nicht zu spüren
und gibt kontinuierlich eine sehr niedrige Dosis an Hormonen
ab, die den Eisprung und damit eine Schwangerschaft verhindern.
Er ist so sicher wie die Pille und vergessen kann man ihn auch
im Aktivurlaub nicht. Das Beste: Mit dem Ring lässt sich
der Zeitpunkt der Periode problemlos auch mal verschieben. Gerade
in den schönsten Wochen des Jahres eine praktische Sache.
Etwas
schwieriger ist beim Badeurlaub der Umgang mit dem
Verhütungspflaster:
Obwohl es theoretisch Wasser- und Sonnenbäder überstehen
sollte, kann es dennoch passieren, dass es sich nach dem Einreiben
mit Sonnencreme ablöst. Dafür ist das Verhütungspflaster
bei Durchfall und Erbrechen absolut sicher, da die Hormonmenge
weiterhin über die haut abgegeben wird.
Medikamente
können ebenfalls die Wirkung der Pille vermindern. Wenn
Sie neben der Pille weitere Arzneimittel im Urlaub einnehmen,
sollten Sie dies mit Ihrem Gynäkologen besprechen. Einige
verschreibungspflichtige Medikamente wie beispielsweise Antibiotika
können die Wirkung der Pille beeinflussen. Prinzipiell
ist es auch möglich, die Menstruation zu verschieben, um
den wohlverdienten Urlaub unbeschwert genießen zu können
- dies sollte aber rechtzeitig mit dem Gynäkologen besprochen
werden.
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