Bisexualität:
Wandel zwischen den Geschlechtern

Als bisexuell
werden Menschen bezeichnet, die ihren Geschlechtstrieb sowohl mit
gleichgeschlechtlichen Partnern als auch mit solchen des anderen
Geschlechts ausleben.
Vorneweg,
selbstverständlich ist Bisexualität keine Sexualpraktik
im herkömmlichen Sinn, der Begriff bezeichnet vielmehr eine
besonder Form der sexuellen Orientierung. Dennoch sind auch hier
wiederum Grenzen nur sehr schwierig zu ziehen, denn natürlich
leben viele Paare, die sich als heterosexuell bezeichnen würden,
oftmals ihre homosexuellen Neigungen in Dreierbeziehungen ("menage
à trois", "flotter Dreier") als erotische
Spielvariante aus.
Bisexualität
bedeutet "Doppelgeschlechtlichkeit", die Silbe bi entstammt
dem Lateinischen und bedeutet "zweifach". Eine bisexuelle
Grundstruktur gibt es bei allen Lebewesen. Auch der menschliche
Embryo ist bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats zweigeschlechtlich.
Erst danach differenziert sich das biologische Geschlecht in eine
männliche oder weibliche Form.
Bisexuelle Anlagen sind in fast jedem Menschen vorhanden. Besonders
stark ausgeprägt sind sie jedoch bei jungen Menschen, bei denen
die Geschlechtsreife noch nicht abgeschlossen ist. Durch Erziehung
und Moral entscheiden sich die meisten Menschen meistens dafür,
ihre bi-sexuelle Seite zu unterdrücken. Die Wissenschaft geht
davon aus, dass etwa 10 - 20 Prozent der deutschen Bevölkerung
bisexuell orientiert sind und etwa 7 Prozent ihre bisexuellen Neigungen
auch ausleben, sich also nicht auf ein Geschlecht fixiert haben,
sondern in beide Richtungen offen sind.
Begriffe*:
-
Biologisches
Geschlecht (engl. "sex"): Das biologische Geschlecht
orientiert sich am Bau der Geschlechtsorgane: Beim Menschen
kennen wir weibliche Geschlechtsorgane (wie die Scham, Scheide,
Eileiter Eierstock und Gebärmutter) bzw. männliche
Geschlechtsorgane (Vorsteherdrüse, Hoden und Penis). [Zwittrige
Lebewesen wie einige Pflanzen besitzen sowohl weibliche wie
männliche Organe].
-
Soziale
Geschlechts-Rolle des Alltags (engl. "gender"):
Die soziale Geschlechtsrolle haben wir durch Erziehung und unbewußte
Sozialisation erlernt. Sie ist eine kulturelle Kodierung. Beispiele:
Mädchen machen einen Knicks, Jungen einen Diener; Jungen
knöpfen das Hemd rechts, Mädchen die Bluse links;
Jungen weinen nicht, Mädchen dürfen Emotionen zeigen;
Jungen dürfen mit Mädchen flirten, mit Männern
aber nicht, dieses entspricht nicht ihrer kollektiv erwarteten
Geschlechtsrolle.
-
Subjektives
Geschlecht:
Das innere Geschlecht, wie wir uns fühlen. Psychologisch
gesehen hat jeder Mensch weibliche und männliche Persönlichkeits-Züge
bzw. männliche und weibliche Energien (Animus- / Anima-Energien)
- Sexuelle
Orientierung:
Mit "sexueller Orientierung" ist gemeint, zu welchem
Geschlecht sich jemand mit seinem Fühlen und Begehren hingezogen
fühlt. Verschiedene Menschen haben verschiedene sexuelle
Orientierungen, das ist ganz normal. Kein Mensch kann sich seine
sexuelle Orientierung, sein erotisches Begehren und erotisches
Hingezogenfühlen, ausssuchen. Die sexuelle Orientierung ist
grundlegend vorgegeben, man kann sie nicht ändern, sondern
nur erkennen, entfalten und mit einem Partner leben. Grob eingeteilt
kennen wir drei Grundorientierungen: "homo", "hetero"
und "bi". Alfred Kinsey hat zwischen Homo und Hetero
als Eckpunkte auf einer Skala zusätzlich noch fünf Zwischen-Schattierungen
eingeteilt, insgesamt also sieben Differenzierungen. Die Mitte
bezeichnet eine bisexuelle Orientierung.
- Heterosexualität:
Das bedeutet, daß sich jemand von einer Person des anderen
Geschlechts angezogen fühlt. Heterosexualität ist eine
anderen sexuellen Orientierungen gleichwertige Form der sexuellen
Liebe.
- Bisexualität:
Gemeint ist, daß sich jemand gleichermaßen von Personen
beiderlei Geschlechts angezogen fühlt. Oft ist von "bi"
die Rede. Es besteht die Überlegung, daß Bisexuelle
nicht voll zur Homosexualität stehen hönnen bzw. daher
auch keinen Partner für längere Zeit finden, so daß
sie sich lieber durch den Begriff "bisexuell" als durch
den Begriff "homosexuell" kennzeichen, da sie Homosexualität
für sich noch nicht ganz annehmen können bzw. in früheren
Lebensabschnitten (vor ihrem Coming-Out) mit einem verschiedengeschlechtlichen
Partner gelebt haben.
-
Homosexualität: Jemand fühlt sich von einer Person
des eigenen Geschlechts angezogen und begehrt diese. Bei Männern
hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch der Ausdruck "schwul
sein" durchgesetzt, bei Frauen der Begriff "lesbisch
sein". Heterosexualität ist eine der Homosexualität
gleichwertige Form des (sexuellen) Empfindens, Erlebens und der
sexuellen Liebe. Bei Menschen, die sich vorwiegend für das
gleiche Geschlecht interessieren, sprechen wir von gleichgeschlechtlicher
Orientierung (oder homosexuelle Orientierung). Der Sexualitätsaspekt
ist nicht der entscheidende, sondern Homosexualität ist eine
Liebes- und Lebens-Gemeinschaft mit all ihren Sozial-Dimensionen:
So interessiert man sich in der heutigen Forschung nicht mehr
für die Entstehung zur einen oder anderen sexuellen Orientierung,
sondern für die sozialen Lebensumstände, in denen sie
wie verwirklicht werden, wie z.B. (für lesbische bzw. schwule
Paare) die partnerschaftlichen Dimensionen einer (gleichgeschlechtlichen)
Lebensgemeinschaft in der Familien- und Ehepolitik.
*
Quelle: Engagierte Zärtlichkeit - das schwul-lesbische Handbuch
über gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften; von Andreas
Frank Internet-Version © 1997
Link
zum gesamten Text
Sexualitäten
sind in familiären Systemen wesentliche (Tabu-)Themen. Da Heterosexualität
als die Form der geschlechtlichen Orientierung in unserer Gesellschaft
gesehen wird, sind familiäre und soziale Systeme, wenn sie
sich mit Homo-, Bi- und Transsexualität auseinandersetzen müssen,
meistens ziemlich irritiert, betroffen und hilflos, was nicht selten
in Aggressionsformen (z.B. Homophobie, antihomosexuelle Gewalt etc.)
umschlägt.
Je
nach sozialem Umfeld erlebt sich der bisexuell Orientierte als Außenseiter
oder sogar als Verräter, da er sich nicht mehr einem gesellschaftlich
akzeptierten Rahmen zugehörig fühlt. Entsteht daraus ein
großer Leidensdruck kann das Aufsuchen einer Beratungsstelle
hilfreich sein.
Die
Familien-, PartnerInnen- und Sexualberatungsstelle Courage
der Österreichischen Gesellschaft für Sexualforschung
(ÖGS) mit den Schwerpunkten Beziehungen und Sexualität,
gleichgeschlechtliche und transGender Lebensweisen, Gewalt und sexuelle
Übergriffe bietet ratsuchenden Menschen erstmals in diesem
Kontext an, sich in Krisen professionelle Unterstützung zu
holen, inneren Brüchen mit Kindern oder PartnerInnen vorbeugen
zu helfen, übernommene Denkmuster zu überprüfen,
sich mit möglichen Vorurteilen zu konfrontieren, sowie überdies
die umfassende Informations- und Beratungstätigkeit einer Familienberatungsstelle
in Anspruch zu nehmen.
Beratungsstelle
Courage
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Daß
über die "schönste Nebensache" der Welt
noch derart erstaunliche Erkenntnisse zutage treten würden,
hätte wohl niemand vermutet. Glaubt doch jeder über
14 mit Sicherheit, daß ihm über Sex nichts wirklich
Wichtiges verborgen geblieben ist - dieses Programm macht
deutlich wie falsch wir mit dieser Annahme liegen! Oder
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Urwaldregionen dieselbe Traumfrau wie bei New Yorker Börsenmaklern
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das so ist, erfahren Sie hier!
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