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der Woche Kalenderwoche
33; 2003
Alkoholsucht
 Alkoholsucht
- oft verkannt und weit verbreitet. Nach Koffein steht Alkohol gemessen an
der Häufigkeit des Gebrauchs an zweiter Stelle weltweit unter allen suchterzeugenden
Substanzen. Damit gehört die Abhängigkeit vom Alkohol zu den größten
Volkskrankheiten der zivilisierten Welt.
Wann
spricht man von Mißbrauch des Alkohols und wann ist man süchtig? Mißbrauch
Darunter wird ein solcher Alkoholkonsum verstanden, der den gesellschaftlichen
Normen entsprechend erhöht ist oder zu unpassenden Gelegenheiten erfolgt.
Durch die Einwirkung des Alkohols kann es zu vorübergehenden, deutlichen
Veränderungen und Beeinträchtigungen von seelischen und körperlichen
Funktionen kommen. Ein Mißbrauch kann auch dann vorliegen, wenn Alkohol
in Situationen getrunken wird, in denen der Konsum nicht angemessen ist, wobei
die Menge in anderen Situationen durchaus zu tolerieren wäre (z.B. 2 Flaschen
Bier vor Antritt einer Autofahrt verglichen mit der gleichen Menge im Laufe eines
Abends bei einer Grillparty) Abhängigkeit
Alkoholabhängigkeit ist ein Konsum, der den Grenzwert überschreitet,
von dem an das Auftreten alkoholbedingter Erkrankungen wahrscheinlich ist. Man
unterscheidet psychische (gekennzeichnet durch starkes Verlangen und Kontrollverlust)
und körperliche Abhängigkeit (charakterisiert durch Entzugserscheinungen
und Toleranzsteigerung). Weitere Folgeerscheinungen sind meistens: Auftreten massiver
Konflikte mit der Umwelt (evtl. drohender Arbeitsplatz- und Führerscheinverlust,
Partnerschaftsprobleme), Persönlichkeitsveränderungen, sozialer Abstieg,
hirnorganische und sonstige schwere körperliche Schädigungen. Die Entstehung
einer Alkoholabhänigkeit hat viele Ursachen, wobei die individuellen Voraussetzungen,
auch die genetische Veranlagung, das soziale Umfeld und das Suchtmittel Alkohol
mit seinen spezifischen Wirkungen die Hauptrolle spielen. Es
wird zwei Gruppen von Alkoholikern unterschieden: süchtige und nichtsüchtige.
Während sich bei der ersten Gruppe nach mehreren Jahren übermäßigen
Trinkens "der Verlust der Kontrollierbarkeit" der Alkoholaufnahme einstellt,
entwickelt sich dieses Phänomen bei der anderen Gruppe niemals. Die Gruppe
mit dem "Kontrollverlust" wird "Alkoholsüchtige" genannt. Der
Drang des Alkoholsüchtigen zeigt sich darin, daß beim Genus kleiner
Alkoholmengen (z.B. 1 Weinbrandbohne) ein Verlangen nach mehr Alkohol entsteht,
begleitet vom Verlust der Selbstkontrolle. Wir dürfen uns also nicht vorstellen,
daß diese Menschen von einem ständigen Drang erfaßt seien - die
Sucht meldet sich erst beim Genus kleiner Mengen Alkohols. Zur
Einteilung von Alkoholproblemen wurde von Jellinek (1960) diese Tabelle erstellt: Alpha-Typ
(Konflikttrinker)
- kein Kontrollverlust, aber undiszipliniertes Trinken bei Verärgerung, Unlustgefühlen
und sozialen Schwierigkeiten - psychische
Abhängigkeit, gebunden an den Anlaß Beta-Typ
(Gelegenheitstrinker)
- zeitweiliger exzessiver Alkoholkonsum (z.B. am Wochenende oder bestimmten Anlässen),
da Grenzwert gelegentlich überschritten wird, kann es zu Gesundheitsschäden
kommen (Leberschädigung) - keine
körperliche oder psychische Abhängigkeit, höchstens soziokulturelle Gamma-Typ
(Süchtiger Trinker)
- Kontrollverlust, Perioden der Abstinenz sind jedoch möglich, Toleranz erhöht,
Entzugssymptome können auftreten, Folgekrankheiten des Alkoholismus zeigen
sich - erhebliche
psychische, später auch körperliche (physische) Abhängigkeit Delta-Typ
(Gewohnheits- oder Spiegeltrinker) -
Unfähigkeit zur Abstinenz, gewohnheitsmäßige Aufnahme von großen
Mengen Alkohol über den Tag verteilt, selten Kontrollverlust - physische
Abhängigkeit steht im Vordergrund, psychische A. entwickelt sich meist erst
nach einigen Jahren (Übergang zum Gamma-Typ möglich) Epsilon-Typ
(Quartalstrinker) -
episodisch massives Trinken durch Verstimmungszustände z.B. bei depressiven
Personen gefolgt von Wochen oder Monaten der Abstinenz, Trinken wegen äußerer
Anlässe (Wochenende, Feier, etc.) ist hier nicht gemeint - Gefährdung
nur in bestimmten Episoden Therapeutische
Vorgehensweise bei Alkoholabhängigkeit (Anton-Proksch-Institut, Kalksburg)
| Ambulante
Behandlung bei: -
guter Motivation, - guter sozialer Integration - gutem Gesundheitszustand |
Stationäre
Behandlung bei: -
zu erwartendem massiven Abstinenzsyndrom - mäßiger Motivation
- ausgeprägter psychischer Grundstörung - deutlichen Begleit- und
Folgeerkrankungen - konfliktreichem privaten und beruflichen Milieu -
mangelnder Gelegenheit zur ambulanten Therapie |
Behandlung
besteht aus: -
Entzugsbehandlung, - akut-psychiatrischer Versorgung, - internistischer
Versorgung, - physikalischer Therapie, - Pflegemaßnahmen |
4 weiterführende
Schritte: -
Diagnose und medizinische Behandlung - Suche nach Ursache und Versuch einer
Veränderung - Aktivierung und zukunftsorientiertes Vorgehen - ambulante
Weiterbehandlung | LINKTIPPS:
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