MedNews
der Woche
Kalenderwoche
52; Jahr 2003
Melanome
Ein jeder
hat sie, manches mal größer - manches mal kleiner. Einige Menschen
haben fast gar keine, andere widerum haben unzählige: Gutartige Muttermale,
fachsprachlich auch Nävi genannt. Nun kommt es vor, dass manche dieser
Muttermale - durch zu viel Sonne etwa - wachsen. Ist dies der Fall, so spricht
man von einem Melanom.
Nävus,
Melanom - wo ist der Unterschied? Das
gutartigen Muttermal (Nävus) ist ein pigmentierter Fleck mit regelmäßiger
Begrenzung. Das maligne Melanom ist ein bösartiger Krebs der Haut. Der Fachausdruck
"maligne" ist ein anderes Wort für bösartig. Als bösartig
wird ein Tumor bezeichnet, wenn er bei seinem Wachstum das umliegende Gewebe zerstört
und in andere Körperregionen oder Organe streut, d. h. Metastasen bildet.
Ungefähr zehn von 100 000 Einwohnern erkranken an einem malignen Melanom,
Tendenz steigend. Besonders
stark betroffen sind hellhäutige Menschen mit ungenügender Bräunungstendenz.
Das Melanom entwickelt sich bevorzugt auf Hautbereichen, die der Sonne ausgesetzt
sind: Gesicht, Hals, Arme, Unterschenkel. Etwa 60% der Melanome entwickeln sich
dabei aus Muttermalen (Nävi), die oft über Jahre völlig unauffällig
waren. Bei der schwarzen Bevölkerung beträgt die Zahl der Erkrankungen
nur ein Sechstel der hellhäutigen Bevölkerung. Bei ihnen werden besonders
die wenig pigmentierten Körperteile wie Schleimhäute, Hand- und Fußflächen
befallen.
Welche
Arten gibt es? Ihrer
äußeren Erscheinung nach lassen sich vier Typen unterscheiden: das
oberflächlich spreitende Melanom, das knotige Melanom, das Lenitgo-maligna-Melanom
und das akral-lentiginöse Melanom. Das
oberflächlich spreitende Melanom ist mit 70% der häufigste Melanomtyp.
Es wächst über längere Zeit nur an der Oberfläche und bildet
flache, unregelmäßig geformte Herde mit unterschiedlicher Färbung
von Schwarz, Grau, Blau, Braun bis Weiß. Manchmal erst nach Jahren wandelt
es sich in eine knotige Form um verbunden mit einem vertikalen Wachstum. Die
Häufigkeit des knotigen Melanoms beträgt 15%. Es wölbt sich halbkugelig
über das Hautniveau hinaus und ist von graubrauner bis rötlich-blauschwarzer
Farbe. Wegen seines raschen vertikalen Wachstums ist seine Prognose besonders
schlecht. 7%
der Fälle erkranken am akral-knotigen Melanom. Es liegt an den Hand- und
Fußflächen und im Nagelbereich. Es handelt sich im Frühstadium
um braune bis braunschwarze Flecken, die später zum Nässen und Bluten
neigen. Mit
5% nicht so häufig ist das Lentigo-Maligna-Melanom. Besonders ältere
Menschen werden davon im Gesicht befallen. Die zunächst flachen, später
knotigen Herde sind unregelmäßig und unscharf begrenzt. Die Farbe ist
braun, gelegentlich mit schwarzer Fleckung. Selten
ist das amelanotische Melanom . Es ist nicht gefärbt und daher besonders
schwer zu erkennen. Das
maligne Melanom geht von den pigmentbildenden Zellen (Melanozyten), die in der
Oberhaut liegen, aus. Die Tumorzellen wachsen dabei sowohl in horizontaler Richtung
als auch in vertikaler Richtung. Das horizontale Wachstum führt zu einer
sichtbaren Größenzunahme des Melanoms auf der Haut. Das vertikale Wachstum
ist für die Prognose wichtig. Die Basalmembran als unterste Schicht der Oberhaut
stellt vorübergehend eine gewisse Barriere zu den Blut- und Lymphgefäßen
der Oberhaut dar. Wird sie durchdrungen, können sich die Krebszellen über
Blut- und Lymphbahnen im ganzen Körper verbreiten, in anderen Organen festsetzen
und dort vermehren. Auch bei äußerlich sehr kleinen Tumoren kann diese
Streuung (Metastasierung) bereits stattgefunden haben. Diagnose Eine
möglichst frühe Diagnosestellung ist für die Prognose von entscheidender
Bedeutung. Als Hilfe zur Unterscheidung von harmlosen Hautveränderungen gibt
es die sogenannte ABCD-Regel . Melanome wachsen bevorzugt in eine Richtung. Sie
sind daher asymmetrisch. Sie gehen übergangslos in die gesunde helle Haut
über. Ihre Begrenzung ist unscharf, zackig und unregelmäßig. Die
Färbung des Melanoms ist in sich uneinheitlich und reicht von rötlich
über braun und schwarz bis grau. Der Durchmesser nimmt langsam immer weiter
zu. Gibt
es verschiedene Stadien? Ja, man unterscheidet drei Stadien: *) Im
Stadium I gibt es keine Lymphknoten und keine Fernmetastasen. Die Prognose
ist daher günstig. *) Im Stadium II sind die regionären Lymphknoten
zusätzlich befallen. *)
Im Stadium III bestehen außerdem Fernmetastasen. Wie
sieht die Therapie aus? Das
wichtigste Behandlungsverfahren ist die Chirurgie. Dazu wird die befallene Haut
mit einem etwa 3 cm breitem Sicherheitsabstand einschließlich des Unterhautfettgewebes
entfernt. Im Stadium II werden zusätzlich alle regionalen Lymphknoten entfernt.
Obgleich im Stadium III eine Heilung nicht mehr möglich ist, kann durch die
Operation die Tumorlast gesenkt und lokale Beschwerden gebessert werden. Die Strahlentherapie
wird bei der Bekämpfung von Metastasen eingesetzt, die sich der chirurgischen
Therapie entziehen (z.B. Hirnmetastasen). Die Chemotherapie kann ebenfalls unter
lindernden (palliativen) Gesichtspunkten eingesetzt werden. Allerdings gehört
das Melanom zu den weniger empfindlichen Tumoren für Chemotherapeutika. Im
experimentellen Rahmen werden daher an ausgewählten Patienten mit bestimmten
Erkrankungstypen und Krankheitsstadien eine Reihe weiterer Verfahren und Medikamente
erprobt (Chemotherapeutikakombinationen, Überwärmungstherapie, Immunmodulatoren).
Die endgültige Bewertung dieser Methoden steht aber noch aus. Melanompatienten
sollten an einer regelmäßigen Nachsorge teilnehmen. Hierdurch kann
ein erneutes Tumorauftreten frühzeitig entdeckt und die Therapie optimal
überwacht werden. Vorsorge
Da die Prognose der Erkrankung abgesehen vom Frühstadium außerordentlich
schlecht ist, hat die rechtzeitige Erkennung des Melanoms einen sehr hohen Stellenwert.
Eine regelmäßige Selbstbeobachtung ist daher sinnvoll. Nicht auslassen
darf man die Untersuchung der Fußflächen, des Rückens und der
Kopfhaut. Außerdem sollte man einmal im Jahr von einem Hautarzt alle Hautunregelmäßigkeiten
untersuchen lassen. 90%
der Fälle von Melanomen sind nachweislich auf Einwirkung von UV-Strahlen
zurückzuführen. Die beste Prophylaxe gegen Melanome ist daher die Vermeidung
von Sonnenbrand und der Schutz vor der UV-Strahlung. Der Aufenthalt in der Sonne
sollte stets mit ausreichendem Lichtschutz stattfinden. Kinder müssen besonders
geschützt werden.
LINKTIPPS:
....
Der verantwortungsvolle Umgang mit der Sonne
....
Hautkrebs vorbeugen
....
Sonnenbaden und seine Folgen
....
Sommer, Sonne, Sonnenbrand
....
Vorsicht beim Bräunen im Solarium
.... Krankheitslexikon:
Krebs
.... hier geht's zum Archiv
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
|