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der Woche
Kalenderwoche
11; 2005
Darmkrebs:
Schonendere Früherkennung durch "virtuelle" Darmspiegelung

Modernste
bildgebende Verfahren machen die Früherkennung von Darmkrebs und potenziell
gefährlichen Darmpolypen schonender und effizienter, berichten Experten
beim Europäischen Radiologenkongress 2005 in Wien. Rechnergestützte
Untersuchungsmethoden wie die Magnetresonanztomographie oder die Computertomographie
zeigen viel versprechende Ergebnisse - und ersparen vielen Menschen die oftmals
als unangenehm empfundene Darmspiegelung per Endoskop.
Ganz im Zeichen der Beiträge bildgebender Verfahren zur Früherkennung
und Vorsorge von Darmkrebs stehen eine Reihe von Vorträgen und Diskussionen
beim Europäischen Radiologen-Kongress, zu dem sich seit Freitag rund 14.000
Teilnehmer aus aller Welt in Wien eingefunden haben. Fazit: Die so genannte virtuelle
Darmspiegelung mittels modernster Bildgebung kann inzwischen Darmkrebs und seine
Vorstufen ebenso sicher erkennen wie die klassische Koloskopie mit einem Endoskop,
das in den Darm eingeführt werden muss. Darauf haben heute beim ECR internationale
Experten hingewiesen.
Darmkrebs, auch kolorektales Karzinom genannt, ist eine der häufigsten Tumorerkrankungen
- und eine mit einer hohen Sterblichkeitsrate, wenn nicht rechtzeitig erkannt.
Dickdarmkrebs gilt als die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache in Europa. Hohe
Trefferquote bei Darmpolypen
Zunehmend an Bedeutung gewinnt dabei die virtuelle Koloskopie mittels Computertomographie
(CT), bei der keine Endoskopkamera wie bei der Darmspiegelung eingeführt
werden muss, sondern der Computertomograph Schnittbilder von der Darmregion erfasst.
"Ein wichtiger technischer Fortschritt war hier die Einführung von besonders
hochauflöslichen CT-Scannern", berichtet Dr. Andrea Laghi von der Universität
La Sapienza in Rom (I). "Durch Niedrig-Dosis-Protokolle können wir hier
auch die Strahlenbelastung minimal halten." Die
CT-Koloskopie habe in Studien mittlerweile nicht nur bei der Entdeckung größerer
Darmtumoren gute Ergebnisse gezeigt, sondern auch in der Früherkennung von
kleineren Polypen, die sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren zu Krebsgeschwüren
entwickeln können. Dr. Laghi: "Bei Patientengruppen mit vielen Polypen
liegt die Empfindlichkeitsrate für Polypen, die zehn Millimeter oder größer
sind, bei 88 Prozent, für Polypen zwischen sechs und neuen Millimeter bei
84 Prozent und für Polypen unter 5 Millimetern immerhin noch bei 65 Prozent."
Die Trefferquote liege bei 95 Prozent. Bei Screening-Untersuchungen von an sich
gesunden Probanden liege die Trefferquote etwa gleichauf mit der herkömmlichen
Koloskopie. CT-Koloskopie
wird immer schonender
Wird
die virtuelle Koloskopie an sich schon von vielen Patienten als angenehmer erlebt
als die herkömmliche Untersuchung mit einer Darmsonde, so bemühen sich
Radiologen, sie zunehmend noch schonender zu gestalten, etwa was die vorangehende
Darmreinigung mit großen Mengen einer Spezialflüssigkeit betrifft.
"Neuere Untersuchungsserien haben gezeigt, dass die CT-Koloskopie auch dann
sehr akkurate Ergebnisse erzielt, wenn eine weniger intensive Darmreinigung gemacht
wird als bisher. Damit ist die Methode noch weniger belastend für unsere
Patienten", sagte beim ECR Dr. Jaap Stoker von der Universität Amsterdam. MRT
bringt präzise Ergebnisse Nicht
nur die Computertomographie, auch moderne Magnetresonanz-Verfahren (MRT), die
ohne Röntgenstrahlen auskommen, eignen sich für die Diagnose von pathologischen
Darmveränderungen, berichtete Dr. Thomas Lauenstein vom Zentralinstitut für
Diagnostische Radiologie am Universtitätsklinikum Essen (D). Dr. Lauenstein:
"Wichtig ist hier unter anderem die Darm-Auffüllung und ein ausreichend
starker Kontrast zwischen der Darmwand und dem Hohlraum." Die entsprechende
Dehnung der Darmwand wird durch die rektale Verabreichung von flüssigen oder
gasförmigen Medien erreicht. Was den Kontrast angehe, so Dr. Lauenstein,
habe sich die "Dark-Lumen MR-Kolographie" mit Verabreichen eines Wassereinlaufs
und intravenöser Gabe von Kontrastmittel als bestes Verfahren erwiesen. Experten
plädieren für bevölkerungsweite Screenings Angesichts
der Verfügbarkeit moderner, präziser und für Patienten schonender
und angenehmerer Methoden plädieren Experten zunehmend für systematische
bevölkerungsweite Darmkrebs-Screenings. "Der kolorektale Krebs ist ein
Kandidat für flächendeckende bevölkerungsweite Untersuchungen",
betonte beim ECR Prof. Dr. Stuart A. Taylor vom St. Mark's Krankenhaus in Harrow
(UK). "Er ist weit verbreitet, und durch gut etablierte Methoden behandelbar
und vermeidbar." Dabei würden die neuen Technologien wie virtuelle Koloskopie
per CT oder MRI in Zukunft ebenso eine Rolle spielen können wie völlig
neue, DNA-basierte Stuhluntersuchungen. In
Österreich gibt es neuerdings derartige Bevölkerungsscreenings: In der
reformierten Vorsorgeuntersuchung wurde die Darmkrebsvorsorge für Menschen
über 50 Jahren erweitert: Als neue Untersuchung wurde die Koloskopie in den
Katalog der angebotenen Vorsorge-Untersuchungen aufgenommen.
LINKTIPPS:
.... Krankheitslexikon:
Krebs
.... Alles
über die Chemotherapie
.... Medizinisches
Wörterbuch: Koloskopie (Endoskopie)
.... Darmkrebs:
Bessere Chancen bei der Behandlung
.... Krebshilfe
Österreich feiert 100-jähriges Jubiläum
....
Krebs: Vorsorge ist besser als Heilen
.... Krebs & Sexualität
.... Tumorbehandlung mittels Radiofrequenz-Ablation
....
Obst und Gemüse beugen Krebs vor
.... Vorsorgeuntersuchung
neu (Österreich)
.... Magen-/ Darmerkrankungen
.... funktionelle
Magnetresonanztomographie (fMRT)
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Korrupte Medizin - Ärzte als Komplizen der Konzerne
Ein Journalist wechselt seine Identität und geht
in die Pharmaindustrie. Erschreckendes Resultat seiner
Recherchen: Die Medizin steht unter der Kontrolle der
großen Pharmakonzerne. Und zahlreiche Spitzenmediziner
machen sich zu Komplizen. Der Autor absolviert eine
sechsmonatige Ausbildung zum Pharmavertreter und gründet
- auf dem Papier - eine Beratungsfirma für die
Arzneimittelindustrie.
Über
die Guerilla-Methoden der Pharmafirmen, gekaufte Ärzte
und wie aus Krankheiten gigantischer Profit geschlagen
wird.
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| Hans
Weiss, Medizinjournalist und Autor ("Bittere Pillen"):
Die traurige Erkenntnis aus meiner dreijährigen Recherche:
Der Spagat zwischen medizinischer Forschung und kommerziellen
Interessen ist oftmals unüberbrückbar. Im Zwiespalt
zwischen Ethik und Geschäft siegt im Zweifel immer
das Geschäft. |
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