MedNews
der Woche
Kalenderwoche
19; 2005
Colitis
ulcerosa: Chronische Dickdarmentzündung

"Im
Darm sitzen Tod und Leben" sagt ein altes arabisches Sprichwort.
Damit wird deutlich, wie wichtig ein gesunder Darm
für Gesundheit und Wohlbefinden ist. Solange der Darm funktioniert,
ist er ein wenig beachtetes Organ, über dessen Funktionen
die meisten Menschen nicht gerne sprechen oder nachdenken. Erst
wenn der Darm Probleme macht, merken wir,
wie sehr dies unser Leben beeinträchtigen kann.
Der
Begriff Colitis ulcerosa leitet sich von Colon = Dickdarm und Ulcera = Geschwür
ab und beschreibt eine Krankheit bei der Teile des Dickdarms (genau: der Dickdarmschleimhaut)
entzündlich verändert sind. Die Colitis ulcerosa ist eine chronisch
entzündliche Erkrankung, die chronisch-rezidivierend (wiederkehrend) oder
chronisch-kontinuierlich verläuft. Sie beginnt meist im Enddarm und kann sich
gleichmäßig bis zum Anfang des Dickdarms (Coecum) ausbreiten. Häufig
gibt es akute Verläufe mit plötzlichem Krankheitsbeginn, der mit starken
Krämpfen und Durchfällen, begleitet von Fieber, einhergeht. Die krankheitsauslösende
Ursache ist nach wie vor unbekannt, der Krankheitsbeginn liegt meist zwischen
dem 20. und 40. Lebensjahr.Colitis
Ulcerosa versus Morbus Crohn
Die
Colitis ulcerosa ist eine chronische Entzündung des Dickdarms und
gehört wie der Morbus Crohn zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
(CED). Im Gegensatz zu Morbus Crohn bleibt der Entzündungsprozess auf den
Dickdarm beschränkt und befällt meist nur die oberflächlichen Schichten
der Darmwand. Beim Morbus Crohn hingegen sind Teile des Dünn- und/oder des
Dickdarmes entzunden, wobei im schlimmsten Fall sogar der gesamte Verdauungstrakt
vom Mund bis zum After betroffen sein kann. Die Entzündung verlaüft
dabei von der Darmschleimhaut bis in tiefer Schichten der Darmwand. Wie bei Colitis
Ulcerosa, verläuft auch Morbus Crohn zumeist in Schüben und ist nicht
heilbar.
Ursachen Die
Ursachen sind nach wie vor unbekannt. Man nimmt aber an, dass mehrere Faktoren
zusammen wirken müssen (multifaktorielle Genese). Diese Annahme stützt
sich auf folgende Beobachtungen bei Patienten mit Colitis ulcerosa:
- familiäre
Häufung (erbliche Veranlagung)
-
Ernährungsfaktoren und Nahrungsbestandteile
Bei Colitis ulcerosa-Patienten fand man bisher keine eindeutigen Hinweise auf
auslösende bzw. begünstigende Ernährungsfaktoren. Spekulativ erwähnt
werden Inhaltsstoffe (Eiweiß) der Kuhmilch. Menschen, die als Säugling
nicht gestillt und mit Kuhmilch als Ersatz gefüttert werden, erkranken allerdings
nachweislich häufiger an Colitis ulcerosa. -
Störung/Veränderung des Immunsystems
- Bakterien,
Viren
- psychosomatische
Ursachen
- Umweltfaktoren
Die
Colitis ulcerosa kommt in den sogenannten Entwicklungsländern im Vergleich
zu westlichen Industrieländern selten vor. In Österreich betrifft Morbus
Crohn oder Colitis ulcerosa ca. 7.000 Menschen - immer öfter auch Jugendliche
und Kleinkinder. Symptome Die
Leitsymptome sind ein blutiger Stuhl mit Schleimbeimengungen und Durchfall,
in schweren Fällen bis zu 30 Stuhlgängen pro Tag sowie Leibschmerzen.
Diese Schmerzen werden im Dickdarm, in der Mitte des Unterbauches oder in der
Kreuzbeingegend empfunden. Häufig verspüren die Patienten Schmerzen
vor oder unmittelbar nach dem Stuhlabgang, wobei auch Blutabgänge ohne Stuhl
auftreten können. Viele Patienten zeigen einen Gewichtsverlust als Folge
von Eiweißverlusten über den Darm und verminderter Nahrungszufuhr,
fühlen sich müde und abgeschlagen. Fieber und eine Zunahme der
weißen Blutkörperchen (sog. Leukozytose) sind relativ häufig.
Zudem sind Müdigkeit, Leistungsabfall und Symptome einer Mangelversorgung
mit Nährstoffen, v.a. Eiweiß, Eisen, Zink, Folsäure, Vitamin
B12, Vitamin D häufige Begleitsymptome. Diagnose
Das Ziel der diagnostischen Untersuchungen ist die Sicherung der Diagnose sowie
die Verlaufskontrolle mit der Feststellung möglicher Komplikationen. Zur
Sicherung der Diagnose und Abgrenzung gegenüber anderen entzündlichen
Darmerkrankungen vor allem gegenüber dem Morbus Chron bedarf es bildgebender
und laborchemischer Untersuchungsverfahren. Die Diagnostik erfolgt also zum einen
aufgrund der Symptomatik und zum anderen durch folgende Untersuchungen:
- Darmspiegelung
(
Koloskopie)
- endoskopische Bilder der Darmschleimhaut tragen hauptsächlich zur Sicherung
der Diagnose bei. Häufig ist jedoch nur schwer zu entscheiden, ob es
sich um eine Colitis ulcerosa oder aber einen Morbus Crohn handelt. - Biopsien
- Entnahme von Gewebeproben während einer Darmspiegelung.
- Röntgen
(Kolonkontrasteinlauf)
- Sonographie
(Untersuchung mit Ultraschall)
- bakteriologische
Stuhldiagnostik zum Ausschluss einer infektiösen Darmkrankheit.
Therapie Die
Behandlung der Colitis ulcerosa erfolgt am besten durch eine Diät
und die Anwendung entzündungshemmender Medikamente. Die bisher durchgeführten
klinischen Studien und die praktische Erfahrung zeigen, dass eine medikamentöse,
entzündungshemmende Therapie bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn insbesondere während des akuten Entzündungsschubes
unerlässlich ist. Für
die Ernährung gilt allgemein die so genannte Vermeidungsdiät,
das heißt, dass der Patient das essen soll, was ihm bekommt und alles andere
meiden soll. Weiterhin sollte die Kost eiweißreich, ballaststoffreich sowie
blähungsarm sein. Ausgenommen ist die Ernährung während eines akuten
Schubs, da in diesem Fall eine derartige nicht bzw. schwer lösliche Kost
die entzündeten Dickdarmschleimhäute zusätzlich reizen würde. Die
medikamentöse Therapie erfolgt mit Kortikosteroiden oder Salizylaten.
Kortikosteroide werden oral (als Tabletten ), parenteral (intravenös) oder
als Zäpfchen bzw. Klysmen (rektal) eingesetzt. Bei einer leicht bis mäßig
aktiven Colitis ulcerosa ist in den meisten Fällen eine Therapie mit 5-Aminosalicylsäure
(Mesalazin) ausreichend. Gegebenenfalls können zusätzliche Cortisongaben,
die über maximal drei Wochen in absteigender Dosierung verabreicht werden,
zu einer schnelleren Besserung der Krankheitssymptome beitragen. Die meisten Patienten
sprechen auf diese Kombination schnell an, allerdings können auch Nebenwirkungen
durch das Cortison auftreten.
Die hochaktive Colitis ulcerosa bedeutet immer eine akute Gefahr für den
Patienten. Eine Therapie mit Tabletten ist oft nicht ausreichend und Einläufe
können aufgrund der häufigen Durchfälle nicht ausreichend lange
gehalten werden. In diesen Fällen ist immer eine stationäre Behandlung
mit intravenöser Gabe von hohen Corticosteroiddosen erforderlich. Im beschwerdefreien
Intervall sind 5-Aminosalicylsäurepräparate die Mittel der ersten Wahl.
Corticosteroide sollten als Erhaltungstherapie nicht eingesetzt werden, um irreversible
Nebenwirkungen zu vermeiden. Die
Notwendigkeit einer operativen Therapie besteht, wenn Komplikationen auftreten.
Da bei der Colitis ulcerosa die Entzündung auf den Dickdarm beschränkt
ist, kann durch eine Entfernung des gesamten Dickdarmes eine Heilung erreicht
werden. Allerdings ist ein solcher radikaler Eingriff nur besonders schweren Fällen
vorbehalten. Durch die große psychische Belastung des Patienten, sollte
eine begleitende Psychotherapie in Erwägung gezogen werden. LINKTIPPS:
....
Colitis ulcerosa - umfangreiche Informationsseite des Deutschen Ernährungsberatungsnetzes
....
Österreichische Morbus Crohn/Colitis ulcerosa - Vereinigung
.... Deutsche Morbus
Crohn/Colitis ulcerosa - Vereinigung
.... Entzündungshemmer Weihrauch
im Einsatz gegen entzündlichen Darmerkrankungen
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Verdauungsstörungen
.... Darmbeschwerden: Verstopfung
.... Medizinlexikon - Das Reizdarmsyndrom
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Korrupte Medizin - Ärzte als Komplizen der Konzerne
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| Hans
Weiss, Medizinjournalist und Autor ("Bittere Pillen"):
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Der Spagat zwischen medizinischer Forschung und kommerziellen
Interessen ist oftmals unüberbrückbar. Im Zwiespalt
zwischen Ethik und Geschäft siegt im Zweifel immer
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