MedNews
der Woche Kalenderwoche
9; 2005
Antioxidantien:
Kampf den freien Radikalen
Als
Antioxidantien (Antioxidans) werden chemische Verbindungen von verschiedener Struktur
bezeichnet, die die Oxidation von anderen Stoffen mit Sauerstoffverbindungen
verhindern oder verringern können. Sie sind u.a. in Knoblauch, Kohl,
Broccoli, Süßholz, Ingwer, Tee, Karotten, Petersilie, Zwiebel, Zitrusfrüchten,
Tomaten, Rosmarin, Gurke enthalten und können im menschlichen Körper
freie Radikale unschädlich machen.
Gesunde
Lebensmittel Knackiger
Salat, pausbackige Äpfel - unser Obst und Gemüse wird uns vom Handel
immer schöner und größer präsentiert. Doch über die
Inhaltsstoffe sagen Größe, Form und Farbe wenig aus. Lange Zeit haben
Wissenschaftler den gesundheitlichen Wert von Lebensmittel nur nach Kalorien,
Fetten, Vitamingehalt und Mineralstoffen klassifiziert. Heute weiß man,
dass zum Beispiel auch Aroma- und Farbstoffe als so genannte Antioxidantien positiv
im menschlichen Organismus wirken. Was
sind Antioxidantien und freie Radikale? Antioxidantien
sind Substanzen, die im menschlichen Körper
freie Radikale binden
und unschädlich machen können. Freie Radikale entstehen bei Stoffwechselabläufen
im Körper, aber auch beim Sonnenbaden, durch Umweltgifte, Nikotin und Stress.
Sie gelten als Gefäß- und Zell-Zerstörer, als Hauptverdächtige,
wenn es um
Krebs und sogar um das Älterwerden ganz allgemein geht. Freie
Radikale sind instabile hochreaktive Atome oder Verbindungen, die bevorzugt mit
den großen organischen Molekülen der Zelle reagieren, um diese funktionslos
zu machen. Das gemeinsame Charakteristikum aller freien Radikale ist, dass sie
ein einzelnes Elektron zu viel besitzen oder das ihnen ein Elektron fehlt. Mit
aller Macht versuchen freie Radikale das überzählige Elektron los zu
werden oder eins einzufangen, denn nur eine grade Anzahl von Elektronen verspricht
einen stabilen Zustand. Ein einsames Elektron ohne Partner bedeutet hohe Reaktionsbereitschaft
und ein aggressives Verhalten gegenüber anderen Molekülen. Trifft
ein freies Radikal daher auf eine organische Verbindung (z. B. eine ungesättigte
Fettsäure), so wird es versuchen, sein einsames Elektron zu komplettieren
oder abzustoßen. Der unvollständige, ungerade Elektronenzustand des
freien Radikals wird auf die ungesättigte Fettsäure übertragen.
Die ungesättigte Fettsäure wird selbst zum freien Radikal. Die Aufgabe,
z. B. als Baustein der Zellmembran für einen stabilen Schutz nach außen
zu wirken, kann die ungesättigte Fettsäure jetzt nicht mehr erfüllen. Die
ungesättigte Fettsäure versucht jetzt ihrerseits das Elektron weiter
zu reichen, um wieder in einen stabilen Zustand über zu gehen. So kommt eine
richtige Kettenreaktion in Gang. Erst die Anwesenheit eines Antioxidans stoppt
die Kettenreaktion. Sie halten das ungeliebte Elektron fest. Sie verändern
sich dadurch zwar selbst und gehen kaputt, aber das entscheidende ist, das jetzt
wichtige organische Verbindungen der Zelle vor weiterer Zerstörung bewahrt
werden. Verbindungen, die freie Radikale einfangen oder deren zerstörerisches
Werk in der Zelle beenden, nennt man Radikalfänger. Auch die Begriffe Antioxidans
oder Antioxidantien oder antioxidative Vitamine haben sich dafür eingebürgert.
Die antioxidativen Vitamine, die den Zellschutz übernehmen sind vor allem
das Vitamin C, Vitamin E und ß-Carotin. Antioxidantien werden also
von den Zellen benötigt und müssen allgegenwärtig sein, um irgendwo
in der Zelle auftretende aggressive Radikale einzufangen.
Natürliche
Antioxidationsmittel: Schutz für unsere Gesundheit Antioxidanzien
sind das Vitamin
C in Obst und Gemüse und das fettlösliche Vitamin E in pflanzlichen
Ölen und Nüssen. Ebenso die Spurenelemente Selen und Zink, die uns vor
den freien Radikalen schützen. Dazu gehören auch die Carotinoide, die
dem Obst und Gemüse, die rote, gelbe und auch grüne Farbe verleihen
sowie die Flavonoide, die auch als Farbstoffe in reifen Früchten wie
dem Rotkohl oder den roten Trauben ihre Aufgabe haben, und die Phenolsäuren,
die sich in fast allem Obst und Gemüse finden. Neben
Ihrer Fähigkeit als sogenannte Radikalfänger körpereigene Stoffe
vor der Umwandlung oder Zerstörung durch Sauerstoff zu schützen, hemmen
sie auch die Oxidation von Fetten und bewahren fetthaltige Nahrungsmittel vor
dem Ranzigwerden, weswegen Sie vor allem in der Lebensmittelindustire als Lebensmittelzusatzstoffe
eingesetzt werden. Bei Kartoffelerzeugnissen und anderen pflanzlichen Produkten
- etwa Äpfel - verhindern sie durch den Luftsauerstoff bedingte Verfärbungen.
Dies lässt sich übrigens leicht testen, indem man etwas Zitronensaft
auf einen frisch geschälten Apfel gibt. Man kann leicht erkennen, dass der
Apfel an den behandelten Stellen nicht so schnell braun wird. Verwendung Antioxidantien
werden in Lebensmitteln und in Kunststoffen eingesetzt um die Reaktion empfindlicher
Moleküle mit dem Luftsauerstoff oder anderen oxidierenden Chemikalien zu
verhindern. Für einige Experten sind sie die Gesundmacher schlechthin.
Tatsächlich leisten Sie durch ihren Kampf gegen die freien Radikale - diese
gelten als nachweislich Gefäß- und Zell-Zerstörer und als Hauptverdächtige,
wenn es um Entstehung von Krebs geht - wertvolle und wichtige Dienste, allerdings
wurde auch schon in Studien nachgewiesen, daß verschiedene antioxidativ
wirkende Vitamine sich bei der Krebsvorbeugung als wirkungslos erwiesen.
Tipps zur gesunden Ernährung
In unserem Organismus greifen freie Radikale Zellwände, Eiweiße, Immunzellen
und sogar unsere Erbsubstanz an, schädigen sie also. Sie gelten als die Antreiber
von Krebsentstehung und Gefäßschäden, die zu
Herzinfarkt und
Schlaganfall führen
können. In unserem Körper finden laufend Sauerstoffreaktionen statt
und so entstehen immer wieder solche gefährlichen Teilchen. Aber wir sind
dem nicht schutzlos ausgesetzt. Durch Antioxidantien und Schutzstoffe können
Sie sich gegen die freien Radikale in Ihrem Körper wehren durch eine ausreichende
Schutzzufuhr von außen, z.B. durch frisches Gemüse. Am
besten kauft man knackfrisches Gemüse ein, das möglichst vollreif geerntet
wurde. Je später eine Frucht geerntet wird, je mehr Vitamine und andere Schutzstoffe
kann sie herstellen. Durch lange Lagerzeiten und Transportwege verliert Obst und
Gemüse an Vitalstoffen, nur die Spurenelemente bleiben erhalten. E-Nummern-Gruppe:
Antioxidantien
| E-Nr. | Name | Bewertung |
| 300 | L-Ascorbinsäure | + |
| | Bewertung:
Gesundheitliche Bedenken bestehen nicht. |
| 301 | Natrium-L-Ascorbat | ? |
| | Bewertung:
Gegen diesen Stoff bestehen Zweifel, eine abschließende Bewertung von Gesundheitsrisiken
ist noch nicht möglich. | |
302 | Calcium-L-Ascorbat | + |
| | Bewertung:
Gesundheitliche Bedenken bestehen nicht. |
| 304 | Ascorbylpalmitat
und -stearat | + |
| | Bewertung:
Gesundheitliche Bedenken bestehen nicht. |
| 306 | Tocopherole | + |
| | Bewertung:
Gesundheitliche Bedenken bestehen nicht. |
| 307 | Alpha-Tocopherol | + |
| | Bewertung:
Gesundheitliche Bedenken bestehen nicht. |
| 308 | Gamma-Tocopherol | + |
| | Bewertung:
Gesundheitliche Bedenken bestehen nicht. |
| 309 | Delta-Tocopherol | + |
| | Bewertung:
Gesundheitliche Bedenken bestehen nicht. |
| 310 | Propylgallat | -
- | | | Bewertung:
Die Zulassung dieses Stoffes sollte wegen gesundheitlicher Bedenken widerrufen,
zumindest aber eingeschränkt werden. | |
311 | Octylgallat | -
- | | | Bewertung:
Die Zulassung dieses Stoffes sollte wegen gesundheitlicher Bedenken widerrufen,
zumindest aber eingeschränkt werden. | |
312 | Dodecylgallat | -
- | | | Bewertung:
Die Zulassung dieses Stoffes sollte wegen gesundheitlicher Bedenken widerrufen,
zumindest aber eingeschränkt werden. | |
320 | Butylhydroxyanisol
(BHA) | -
- | | | Bewertung:
Die Zulassung dieses Stoffes sollte wegen gesundheitlicher Bedenken widerrufen,
zumindest aber eingeschränkt werden. | |
321 | Butylhydroxytoluol
(BHT) | -
- | | | Bewertung:
Die Zulassung dieses Stoffes sollte wegen gesundheitlicher Bedenken widerrufen,
zumindest aber eingeschränkt werden. | |
315 | Isoascorbinsäure | - |
| | Bewertung:
Gegen diesen Stoff bestehen begründete Zweifel oder es ist eine abschließende
Bewertung von Gesundheitsrisiken nicht möglich. |
| 316 | Natrium-Isoascorbat | - |
| | Bewertung:
Gegen diesen Stoff bestehen begründete Zweifel oder es ist eine abschließende
Bewertung von Gesundheitsrisiken nicht möglich. | LINKTIPPS:
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