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der Woche Kalenderwoche
7; 2007
Krankheitslexikon:
Zöliakie (Glutenintoleranz)
Zöliakie
- fälschlich oft auch als Glutenallergie bezeichnet - ist eine chronische
Erkrankung der Dünndarmschleimhaut ausgelöst durch eine Überempfindlichkeit
gegen Gluten, also jenem, häufig in Getreidesorten vorkommenden sogenannten
Klebereiweiß. Diese immunologische Nahrungsmittelunverträglichkeit
ist nicht allergisch bedingt und zum Teil genetisch determiniert. Die Unverträglichkeit
bleibt lebenslang bestehen und kann derzeit nicht ursächlich behandelt werden.
Definition
und EntstehungKorrekt
bezeichnet, ist die Zölikie quasi die Bereitschaft zu einer Erkrankung, denn
erst durch den Verzehr der krankmachenden Substanz kommt es zu einer Schädigung,
im speziellen Fall eben der Dünndarmschleimhaut. Diese krankmachende Substanz
ist das im Weizenmehl enthaltene Klebereiweiß Gliadin (Gluten) und ähnliche
Eiweißkörper. Die Bezeichnung Allergie ist in diesem Zusammenhang irreführend,
da keine Antikörper des Typs IgE (Immunglobolin, Typ E) ausgeschüttet
werden und somit keine
Allergie sondern eine nicht-toxische, immunologische Unverträglichkeit. Bei
gesunden Menschen ist die Oberfläche der Dünndarmschleimhaut durch zahlreiche
Vorwölbungen (Zotten) stark vergrößert. Dadurch können möglichst
viele Nahrungsbestandteile aus dem Speisebrei im Darm ins Blut aufgenommen (resorbiert)
werden. Das im Weizenmehl enthaltene Klebereiweiß Gliadin (Gluten) und ähnliche
Eiweißkörper in Roggen, Gerste und Hafer sowie deren Abstammungen und
Kreuzungen (z.B. Dinkel, Grünkern, Kamut, Einkorn, Emmer) führen zu
einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut. Dadurch wird die Funktion
des Dünndarms deutlich beeinträchtigt, die Aufnahme von Nährstoffen
wird gestört. Bei Zöliakie flachen diese Vorwölbungen zunehmend
ab (Zottenatrophie). Dies führt zu einer starken Beeinträchtigung der
Verdauungsleistung. Insbesondere Kohlenhydrate, Fette sowie zahlreiche Vitamine
und Mineralstoffe werden nur noch unvollständig resorbiert. Auch Eiweiß-,
und Flüssigkeitsverluste in den Darm sind möglich. Die Folgen für
Betroffene reichen von Durchfällen und Krämpfen bis zu Mangelzuständen
und schlechtem Gedeihen. Durch
konsequentes Meiden dieser Eiweißstoffe (strikte glutenfreie Ernährung)
verschwinden die Symptome und die Darmschleimhaut erholt sich wieder. Die Krankheit
an sich bleibt jedoch ein Leben lang bestehen. Häufigkeit
und Symptome
Zöliakie,
auch als einheimische Sprue, Glutenintoleranz oder glutensensitive Enteropathie
bekannt, wird von vielen Ärztinnen und Ärzten als reine Kinderkrankheit
angesehen. Betroffene, die erst im Erwachsenenalter daran erkranken, müssen
einen unnötig langen Leidensweg in Kauf nehmen, bis endlich die Diagnose
gestellt wird. Die Häufigkeit ist regional sehr unterschiedlich, in Europa
ist nachweislich bereits jeder 100. davon betroffen, wobei aber die Dunkelziffer
noch wesentlich höher sein dürfte. Viele haben unspezifische, subjektiv
leichte Symptome und werden nie als Zöliakie-Kranke diagnostiziert. Die
Symptome der Zöliakie treten laut Österreichischer Arbeitsgemeinschaft
für Zöliakie unterschiedlich stark auf und sind oft sehr unspezifisch.
Je nach Alter beim Beginn der Erkrankung und deren Dauer, können die Symptome
unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Die Krankheit manifestiert sich bei
Kindern häufig am Ende des ersten oder am Beginn des zweiten Lebensjahres.
Geideihstörungen, Mißlaunigkeit, abnorme Stühle und gelegentlich
Erbrechen sind die Leitsymptome. Bei älteren Kindern können Kleinwuchs,
Anämie oder Verhaltungsstörungen im Vordergrund stehen. Bei Erwachsenen
sind die Krankheitszeichen oft sehr vielfältig: Krankheitsgefühl, Eisenmangelanämie
und Verdauungsstörungen werden am häufigsten angegeben; manche haben
aber auch gar keine Beschwerden.
Folgende
Symptome deuten auf eine Zöliakie hin:
- Durchfall,
Blähungen, abnorme, massige, schaumige und auch fettig glänzende Stühle
-
Vorgewölbter, aufgeblähter Bauch und magere Arme und Beine
-
Erbrechen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen
- Übellaunigkeit,
Müdigkeit, Blässe, Eisenmangel
- zuweilen
Laktoseintoleranz (sekundäre Laktoseintoleranz durch die Zerstörung
der Dünndarmschleimhaut) -
Juckende Bläschen auf der Haut (Dermatitis Herpetiformis Duhring)
-
Schlaffe Muskulatur, Knochen- und Muskelschmerzen
-
Schlechtes Gedeihen, Wachstumsstörungen, Gewichtsverlust
Die
Ausprägung hinsichtlich der Empfindlichkeit gegen Gluten und der Intensität
der Symptome ist individuell sehr verschieden. Als Autoimmunerkrankung ist die
Zöliakie mit anderen Erkrankungen, bei denen sich das Immunsystem gegen körpereigene
Gewebe richtet, vergesellschaftet. Die häufigste Begleiterkrankung einer
Zöliakie ist der Diabetes mellitus Typ 1, bei dem Antikörper gegen insulinproduzierende
Zellen der Bauchspeicheldrüse gebildet werden. Zöliakie
kann in jedem Lebensalter auftreten. In der Disposition zur Zöliakie spielen
anscheinend auch Erbfaktoren eine Rolle.
Diagnose
und Therapie
Bei Verdacht auf Zöliakie wird heute meist zuerst eine Blutabnahme durchgeführt
um spezifische Antikörper nachzuweisen. Die einzige allgemein als beweisend
anerkannte Untersuchungsmethode ist aber die Dünndarmbiopsie bei Kindern
und Gastroskopie bei Erwachsenen: kleine Gewebsproben werden völlig schmerzlos
aus dem obersten Dünndarmabschnitt entnommen. Eine direkte Untersuchung der
Dünndarmschleimhaut ist so möglich und eine Zottenatrophie kann damit
nachgewiesen werden. Die
Therapie der Zöliakie besteht in der Einhaltung einer strikten glutenfreien
Ernährung und das unbedingt ein Leben lang. Aber es soll erst nach gesicherter
Diagnose mit einer glutenfreien Ernährung begonnen werden! Bitte
beachten Sie besonders:
-
Keine
glutenfreie Ernährung ohne medizinisch abgesicherte Diagnose! -
Keine Selbstdiagnose, sondern zum Zöliakie-Facharzt. Wir empfehlen gerne
Vertrauensärzte in ganz Österreich. -
Lebensmittelunverträglichkeitstests sind zur Zöliakie-Diagnose (Gluten-Intoleranz)
nicht geeignet! -
Schlampige Diät oder keine Diät können zu schweren Krankheiten
führen, die wesentlich schlechter oder nicht mehr heilbar sind.
Glutenhältige
und damit ungeeignete Lebensmittel bei Zöliakie (Glutenintoleranz) Folgeende
Produkte, die aus folgenden Getreidesorten hergestellt werden, sind nicht geeignet
und daher zu meiden:
-
Gerste, -
Roggen, -
Weizen, -
Hafer, -
Grünkern, -
Dinke |
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Produkte aus glutenhältigen Getreidesorten: -
Manche Wurstsorten (Vorsicht bei Augsburgern, Leberkäse, Blutwurst, Bratleberwurst,
Weißwurst und bei Wurstwaren aus dem Ausland) -
Milchprodukte
mit Getreideprodukten (Müsliflocken, Kleie), Vorsicht bei Milchprodukten
und Käsezubereitungen aus dem Ausland, Käsefondue -
Fette mit glutenhältigen Zusätzen -
Einige Essigsorten (Malzessig, Bieressig) -
Glutenhältige
Suppen- und Saucenpulver, glutenhältige Fertigsaucen, manche Sojasaucen -
Herkömmliche
Mehl- und Süßspeisen, Süßigkeiten mit Malz oder glutenhältigen
Getreidezusätzen, Cornflakes mit Malz, Lakritze, Vorsicht bei Cremen und
Dessertsaucen -
Im Handel erhältliches Kartoffel-, Hirse-, Mais- oder Amarantgebäck
enthält großteils Weizenmehl Vorsicht
bei: -
Fertig- und Halbfertigprodukten, Tiefkühlprodukten, Fertigteigen, Salatdressings,
Pommes Frites und Kartoffelchips -
Marzipan
(ist an sich glutenfrei, wird aber oft auf bemehlten Arbeitsflächen ausgerollt) Glutenhältige
Getränke: -
Fruchtsäfte mit Getreidezusätzen (Frühstücksgetränke) -
Bier,
alkoholfreies Bier, Malz-Whiskey -
Malzkaffee,
Getreidekaffe, Kakaogetränke mit Malzzusatz -
Hafermilch
Steht auf
einer Verpackung in der Zutatenliste nur Stärke oder modifizierte Stärke,
so muss diese eine glutenfreie Stärke sein. Hingegen deuten die Begriffe
Weizenstärke oder modifizierte Weizenstärke auf ein glutenhältiges
Produkt hin.
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