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MedNews
der Woche
Kalenderwoche 35; 2008 Psychopharmaka
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Ab 1955 kamen in den USA eine ganze Reihe von Tranquilizern auf den Markt - zu deren berühmtesten mit Sicherheit das Valium (1963) - zählt und verkamen bis heute zu einer Art "Allheilmittel" bei seelischen Störungen. Das führt zu einem der größten Probleme im Umgang mit psychotropen Medikamenten ("Psychopharmaka"): Viele der eingesetzten Medikamente sind in höchstem Masse suchtfördernd - und daher rezeptpflichtig. |
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Immer wieder sieht sich die Ärzteschaft dem Vorwurf ausgesetzt allzu sorgenfrei mit Patientenverschreibungen umzugehen, denn fast immer beginnt die Medikamentenabhängigkeit mit ärztlicher Verordnung. Statistiken gehen sogar davon aus, das sehr oft eine Weiterverschreibung von Psychopharmaka zur Vermeidung von Entzugserscheinungen verordnet wird. Ein sorgsamer und differenzierter Umgang der Ärzte mit dieser Materie ist daher notwendig und einzufordern! |
Wann ist der Einsatz solcher Medikamente also sinnvoll und notwendig?
Psychopharmaka sind Arzneimittel mit Wirkung auf das zentrale Nervensystem (also das Gehirn) und damit das Seelenleben. Das Gehirn besteht aus Milliarden von Nervenzellen, die untereinander über verschiedene Signalstoffe (Neurotransmitter) kommunizieren. Diese Substanzen, die Signale von einer Nervenzelle zur anderen übertragen, stehen im gesunden Gehirn zueinander in einem bestimmten Gleichgewicht. Bei psychischen Erkrankungen ist dieses Gleichgewicht der Botenstoffe gestört, sodass manche Substanzen in geringerer Konzentration an den Nervenendigungen vorliegen. Psychopharmaka regulieren den Neurotransmitterhaushalt und bringen das sensible Gleichgewicht an Botenstoffen (die bekanntesten sind hier Dopamin, Noradrenalin und Serotonin) wieder ins Gleichgewicht.¹
Grundsätzlich
sollte nie ein ausschliesslich Medikamenten-basierter Therapieansatz
finden, sondern der Einsatz von Psychopharmaka immer begleitend
erfolgen. Also neben der
Psychotherapie. Auch andere alternative Therapiemethoden
sind in Betracht zu ziehen: Soziotherapie, Homöopathie,
Akupunktur, u.a.).
Bei schweren psychischen Erkrankungen (z.B. Persönlichkeitsstörungen greifen solch "herkömmliche" Therapieformen jedoch nicht. Hier rechtfertigt sich der Medikamenteneinsatz. Gegenüber diesen herrscht im Allgemeinen oftmals übersteigerte Angst bzw. übertrieben Erwartungshaltung ihrer Wirkung. Sie können Menschen nicht "ändern", lediglich das subjektive Erleben der Umwelt kann von ihnen beeinflusst werden.
Arten von Psychopharmaka
Antidepressiva,
Neuroleptika (klassische Medikamente, die bei
Schizophrenie
, Manie, u.a. im Einsatz sind), Phasenprophylaxe (z.B. bei
Manischer Depression), Tranquilizer (sehr häufig bei
Angstzuständen im Einsatz, jedoch mit hoher Suchtgefahr!).
Beim Absetzen letzterer Medikamente können genau jene
Symptome verstärkt auftreten, gegen die diese
Medikamente ursprünglich angewendet wurden. Tranquilizer
wirken nicht antidepressiv und werden daher nur in Krisensituationen
zur Minderung von Ängsten und nur zu Beginn der antidepressiven
Therapie begleitend eingesetzt.
Ganu besonders wichtig zu beachten sind Arzneimittelwechselwirkungen: Wenn sich zwei Medikamente gegenseitig beeinflussen, dann spricht man von Wechselwirkung oder auch Medikamenteninteraktion. Die Medikamente können ihre Wirkungen oder Nebenwirkungen gegenseitig verstärken, aber auch abschwächen.
Beachten Sie zudem:
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Psychopharmaka dürfen nur auf ärztliche Anweisung und nach umfassender Untersuchung eingenommen werden. Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt nach Wirkungen und unerwünschten Arzneimittelwirkungen.
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Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie gleichzeitig andere Medikamente einnehmen. Dies gilt besonders für Johanniskrautpräparate. Sprechen Sie eventuelle (auch frühere) Probleme mit Alkohol, Drogen, Schmerz- und Beruhigungsmitteln an.
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Halten Sie sich unbedingt an die ärztlich verschriebene Dosierung und setzen Sie die Medikamente nicht eigenmächtig ab. Sie riskieren dadurch massive gesundheitliche Konsequenzen.²
Oftmals wird seitens der Ärzteschaft zu vorschnell verschrieben bzw. zu einseitige Erwartung in die medikamenttöse Behandlung gesetzt. Der Erfahrung nach neigen Österreichs Ärzte speziell bei der Behandlung der Depression aber gleichzeitig dazu, Medikamente zu niedrig zu dosieren. Patienten, die nicht ausreichend auf das Medikament ansprechen, die Wirkung also zu gering ist, sollten umgehend mit dem behandelnden Arzt Rücksprache halten. Dieser kann dann das Antidepressivum entsprechend aktiv erhöhen, um dessen therapeutisches Potenzial voll auszuschöpfen.
Im Sinne des Einsatzes von Psychopharmaka anzumerken, dass oftmals erst ihr Wirken einen Zugang zur Heilung ermöglicht, da sie häufig den Patienten erst Therapie-fähig machen.
= [thomer] =
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Quellen:
¹
& ²
depression.at
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Die Chemie im Kopf regulieren, Univ. Prof. Dr. Zernig
LINKTIPPS:
....
Psychopharmaka während der Psychotherapie
....
Psychotherapiepraxis.at
....
Leitlinie depressive Erkrankungen
.... Johanniskraut gegen Depressionen
.... Lichttherapie gegen Depressionen
.... Angst - was
ist das eigentlich?
.... Ursachen der Winterdepression
....
Zwangsstörungen
....
Postpartum Depression
.... Pillen und der
kleine Unterschied
.... Hypnose als
Therapie
....
Klaustrophobie
....
Vorsorge-Corner: Gesundenuntersuchung
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Korrupte Medizin - Ärzte als Komplizen der Konzerne Ein Journalist wechselt seine Identität und geht in die Pharmaindustrie. Erschreckendes Resultat seiner Recherchen: Die Medizin steht unter der Kontrolle der großen Pharmakonzerne. Und zahlreiche Spitzenmediziner machen sich zu Komplizen. Der Autor absolviert eine sechsmonatige Ausbildung zum Pharmavertreter und gründet - auf dem Papier - eine Beratungsfirma für die Arzneimittelindustrie. Über die Guerilla-Methoden der Pharmafirmen, gekaufte Ärzte und wie aus Krankheiten gigantischer Profit geschlagen wird. |
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| Hans Weiss, Medizinjournalist und Autor ("Bittere Pillen"): Die traurige Erkenntnis aus meiner dreijährigen Recherche: Der Spagat zwischen medizinischer Forschung und kommerziellen Interessen ist oftmals unüberbrückbar. Im Zwiespalt zwischen Ethik und Geschäft siegt im Zweifel immer das Geschäft. | ||
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