Wiener
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Symptome
von Panikattacken
Angstanfälle
oder Panikattacken zeichnen sich dadurch aus, dass sie wiederkehrend
sind, sich nicht auf eine spezifische Situation oder besondere
Umstände beschränken und deshalb auch nicht vorhersehbar sind.
Wie auch bei anderen Angsterkrankungen unterscheiden sich die
Symptome von Person zu Person:
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9.
Denken Sie 'positiv': Beispiele: "Ja, dieser Schwindel ist sehr,
sehr unangenehm, aber ich kann ja gar nicht ohnmächtig werden.
Es wäre biologisch völlig unlogisch, wenn bedrohte Lebewesen
ohnmächtig würden, denn gerade dann wären sie der Bedrohung
ja erst recht ausgeliefert". Dem Verfasser dieser Seite ist
übrigens auch kein einziger Fall bekannt, in welchem eine Person
im Rahmen einer Panikattacke ohnmächtig wurde. Oder: "Dieses
Stechen in der Brust und das Ziehen in meinem linken Arm - Nein,
das ist kein Herzinfarkt! Ich brauche mir keine Angstgedanken
zu machen. Schliesslich war ich beim Arzt und mein EKG ist okay."
In der Angst ist der Muskeltonus bei Tieren und Menschen immer
erhöht. Diese muskuläre 'Vorspannung' hat den biologischen Sinn,
sofort volle Energie zum 'Kampf' oder zur 'Flucht' zur Verfügung
zu haben.
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Einmal stehen Angstgefühle im Vordergrund, in anderen Fällen
können die begleitenden körperlichen Reaktionen das Panikerleben
dominieren. Recht typisch ist aber der plötzliche Beginn mit
z.B. Herzklopfen, Brustschmerz, Atemnot, Schwitzen, Erstickungsgefühlen,
Schwindel, Muskelschmerzen, Zittern oder Schütteln und Entfremdungsgefühlen.
Fast
stets entsteht dann auch Angst zu sterben (
Herzinfarkt),
Angst vor Kontrollverlust (sich bei einer Ohnmacht lächerlich
zu machen) oder die Angst, wahnsinnig zu werden. Die einzelnen
Anfälle dauern meistens nur Minuten, manchmal auch länger.
Anhaltender
Schwindel, anhaltende Magen-/Darmprobleme, hartnäckige Nackenverspannungen
sowie Kopfschmerzen
können ebenfalls Zeichen einer länger andauernden Angststörung
sein.
Patientinnen
und Patienten erleben in einer Panikattacke häufig ein Crescendo
der Angst und der vegetativen Symptome, was häufig zu einem
fluchtartigen Verlassen des Ortes führen kann. Kommt dies in
einer besonderen Situation vor, z.B. in einem Bus oder in einer
Menschenmenge, so werden die Betroffenen möglicherweise in Zukunft
diese Situation meiden. Auf ähnliche Weise können häufige und
unvorhersehbare Panikattacken grosse Angst vor dem Alleinsein
oder beispielsweise vor öffentlichen Plätzen hervorrufen. Einer
Panikattacke folgt oft die ständige Furcht vor einer erneuten
Attacke.
Erste Hilfe bei Panikattacken
1.
Sprechen Sie in aller Ruhe mit einem Arzt, einer Ärztin, einer
Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten über Ihre Symptome.
2.
Verzichten Sie bei Panikattacken, aber auch bei anderen Formen
von Angststörungen, in jedem Fall auf Nikotin.
3.
Nehmen Sie vor einer ärztlichen Untersuchung keine Medikamente
zu sich.
4.
Trinken Sie kein Alkohol zur Beruhigung.
5.
Atmen Sie bewusst langsam und tief ein und noch langsamer aus.
Dehnen Sie die Atempause zwischen Ausatmen und erneutem Einatmen
künstlich etwas aus. Zählen Sie in diesen Atempausen in Einerschritten
langsam z.B. von Zehn bis auf Null zurück. Beispiel: Einatmen
- Ausatmen - "Zehn". Einatmen - Ausatmen - "Neun", Einatmen
- Ausatmen - "Acht" usw.
6.
Essen Sie eine Kleinigkeit. Stress und Aufregung führen zu einem
gesteigerten Energieverbrauch, wodurch es u.U. zu einer Hypoglykämie
(Unterzuckerung) kommen kann. Die dadurch hervorgerufenen Symptome
sind denen der Panik sehr ähnlich.
7.
Kämpfen Sie nicht gegen die körperlichen Symptome der Angst
an. Diese Symptome sind zwar sehr unangenehm, aber ungefährlich.
Sie sind allesamt ein Zeichen dafür, dass Ihr Körper bei Angstgedanken
richtig reagiert. Nicht die körperlichen Symptome sind verkehrt,
sondern die Gedanken, die Sie sich zu den körperlichen Reaktionen
oder dem Gefahrenobjekt machen.
8.
Kontrollieren Sie vielmehr Ihre Gedanken, statt Ihren Körper.
Beispiel: Wenn Sie bei Herzrasen an den Herzinfarkt Ihrer Tante
denken, dann senden Sie Ihrem Körper verkehrte Signale. Der
Körper meint dann fälschlicherweise, er sei in Lebensgefahr
und mobilisiert restlos alles, um der (Todes-) Gefahr zu begegnen:
So pumpt u.a. Ihr Herz schnell und viel Blut durch Ihren Körper,
um Sie flucht- und kampffähig zu machen. Deshalb das Herzrasen.
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10.
Wenn der Angstanfall in einer speziellen Situation auftrat (z.B.
Lift, Menschenansammlung, Parkgarage) und Sie diesen Ort fluchtartig
verlassen haben, vermeiden Sie in Zukunft in keinem Fall diesen
Ort. Am besten ist es, wenn Sie diese Situation trotz Angstgefühlen
sogar extra aufsuchen. Haben Sie dabei keine zu grosse Angst
vor der Angst bzw. den körperlichen Angstsymptomen! Lassen Sie
die gefürchteten Körperreaktionen ruhig aufkommen. Unser vegetatives
Nervensystem sorgt von selbst dafür, dass sich die Angstgefühle
und die körperlichen Begleitsymptome automatisch zurückbilden,
wenn wir nur lange genug in der gefürchteten Situation verweilen!
11.
Falls ein Arzt oder eine Ärztin Ihnen in Notfallsituationen
Beruhigungstabletten (z.B. Lexotanil) verschrieben hat, so sollten
Sie diese Medikamente nicht länger als 2 Wochen einnehmen. Ausnahme:
Eine längerfristige Einnahme wurde ärztlich verordnet.
12.
Suchen Sie sich bald eine(n) verhaltenstherapeutisch orientierte(-en)
Psychotherapeuten (-in). Angststörungen sind psychotherapeutisch
gut behandelbar.
Ursachen
von Panikattacken
Man
unterscheidet bei allen psychischen Störungen grundsätzlich
zwischen biographischen Ursachen bzw. anderen prädisponierenden
Faktoren, den eigentlichen Auslösern sowie den aufrechterhaltenden
Faktoren.
Auslöser
von plötzlichen Panikattacken sind meist unscheinbare körperliche
Vorgänge, welche von der betreffenden Person (oftmals mehr unbewusst)
wahrgenommen und mit Gefahr assoziiert werden und welche schliesslich
in einer Art Aufschaukelung die physiologische Angstreaktion
hervorrufen. Die Erwartungsangst etwa und das Vermeidungsverhalten
gehören u.a. zu den Faktoren, welche das Problem aufrechterhalten
können.
Auslöser
können aber auch (soziale) Situationen darstellen, welche die
betreffende Person an frühere angstbesetzte und bislang mehr
oder weniger unbewusste Erlebnisse 'erinnern'. Dies entspräche
dann der Ebene von biographischen Ursachen. Grundsätzlich neigen
offenbar Menschen, die eher auf körperinnere Vorgänge achten,
mehr zu Angstanfällen, als andere.
Prinzipiell
gilt, dass Antworten auf die Frage nach dem Warum alleine nicht
ausreichen, um Angststörungen zu überwinden. Es braucht ein
Training, welches im Rahmen der Selbsthilfe oder in Zusammenarbeit
mit einer verhaltenstherapeutisch orientierten Fachperson absolviert
werden kann.
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