Thema
der Woche
Kalenderwoche
32; Jahr 2001
Piercing:
Schmuck ohne Schmerzen ?

Tattoos
und Body Piercing sind en vogue, in, hipp, geil, einfach klasse.
Bevor man sich aber zu einem solchen Schritt entschließt,
sollte man sich über ein paar wichtige Fakten Klarheit verschaffen.
Seit
Tattoos und Body Piercing in die Kreise der Stars aus Musik, Film und Sport Einzug
gehalten haben, haben sie ihr soziales Schattendasein verlassen und erfreuen sich
wachsender Beliebtheit. Aber Vorsicht ist angebracht, denn der direkte Eingriff
in den Körper kann nicht nur positive Auswirkungen haben. Bevor Sie zur Tat schreiten,
sollten Sie sich lieber umfassend informieren. Hier finden Sie einige Tipps und
Anregungen aus medizinischer Sicht, die Ihnen bei Ihrer Entscheidung helfen sollen:
Die
Wahl des richtigen Studios: In
einem guten Studio sollte in jedem Fall ein Sterilisationsgerät zu finden sein.
Nach jedem Kunden müssen die benutzten Instrumente sterilisiert werden, bevor
sie erneut genutzt werden können. Das gilt auch für Instrumente, die bereitgelegt,
aber nicht benutzt wurden.: Auf
sterile Instrumente achten. Die
Benutzung von unsterilen Instrumenten, z. B. Nadeln, beim Piercen oder Tätowieren
kann zu schweren Infektionen führen, u. a. Hepatitis, Tetanus oder AIDS. Ganz
ohne Schmerzen geht es nicht. Body
Piercing ist nicht schmerzfrei. Wie stark der Schmerz empfunden wird, ist aber
individuell sehr unterschiedlich. Manche empfinden nicht mehr als ein Kribbeln.
Auch die Körperstelle ist entscheidend. Da, wo die Haut dünn ist, wird der Schmerz
erfahrungsgemäß stärker empfunden, als an anderen Körperstellen.
Kein
Piercing bei Diabetes und anderen Krankheiten. Achtung!
Menschen mit
Diabetes, Infektionskrankheiten,
Bluterkrankheit und Bluterneigungskrankheit und Menschen, die eine Thrombosebehandlung
erhalten, dürfen kein Tattoo oder Body Piercing durchführen lassen. Bei Geschlechtskrankheiten
darf kein Intimschmuck gesetzt werden. Tipps
zur richtigen Nachsorge: -
Vorsicht
vor Schweiß und Reibung. -
Nach
dem Piercing muß der umgebende Körperbereich immer sauber gehalten werden, um
eine Heilung zu unterstützen. -
Von
Kleidung bedeckte Körperteile wie z. B. Brustwarzen, Bauchnabel oder Geschlechtsbereich
sind wegen der Schweißbildung und der Reibung der Kleidung eher von Infektionen
betroffen. -
Achten
Sie darauf, daß Sie den neuen Schmuck so selten wie möglich anfassen. -
Salzwasser
löst die Verkrustungen nach den Piercen besonders gut. -
Sie
sollten den gepiercten Bereich zweimal am Tag mit einer antibakteriellen Seife
reinigen. Seien Sie beim Waschen vorsichtig, aber entfernen Sie sämtliche Rückstände
und Krusten von der Körperstelle und vom Schmuck. Spülen Sie die Seife und die
Rückstände gründlich, aber vorsichtig ab. Salzwasser löst Verkrustungen leichter.
-
Ein
Teelöffel
Salz auf vier Tassen Wasser ist die richtige Mischung.
-
Keine
scharfen Substanzen und Alkohol verwenden. Vermeiden Sie die Anwendung von scharfen
Waschsubstanzen und Alkohol. Sie greifen die Haut an und trocknen sie aus. Bei
einigen aggressiven Substanzen kann Goldschmuck seine Farbe verlieren. -
Vor
der Pflege die eigenen Hände waschen. -
Während
des Heilungsprozesses sollten Sie sich vor dem Reinigen der gepiercten Körperstelle
die Hände waschen. -
Lassen Sie während dieser Zeit niemanden den Piercingschmuck anfassen. -
Vermeiden
Sie auch den Kontakt mit fremden Körperflüssigkeiten, z. B. Schweiß oder Speichel.
Auch der eigene Schweiß kann die Wunde irritieren. Deshalb sollten sie z. B. nach
dem Sport sorgfältig duschen. -
Kleidung
häufiger wechseln. Tragen Sie immer saubere Kleidung und wechseln Sie die Bettwäsche
jede Woche. -
Bei
Ohrpiercing sollten Sie das Telefon und Brillengestelle mit Alkohol reinigen.
Sie können auch die Brille mit Wasser und Seife reinigen. -
Zungenpiercing
zweimal täglich kontrollieren. Bei Zungenpiercing sollten Sie zweimal täglich
prüfen, ob der Schmuck nicht zu locker sitzt. Löst sich ein Zungenpiercing, können
Sie einen Zahn beschädigen oder den Schmuck verschlucken. -
Kontakt
mit Make up und Haarspray meiden. Vermeiden Sie den Kontakt mit jeglichem Make
up. Besonders beim Ohrpiercing sollten Sie darauf achten. Vor dem Aufsprühen von
Haarspray das Ohr gut abdecken. -
Weite
Kleidung tragen. Tragen Sie keine engen Kleidungsstücke. Beim Bauchnabelpiercing
besonders keine großen Gürtel und Bodies tragen. Schlafen Sie nicht auf dem Bauch.
Vorsicht beim Schwimmen. Beim Schwimmen sollten Sie vorsichtig sein. -
Meiden
Sie öffentliche Bäder, Wirlpools und heiße Wannenbäder während der Heilungszeit.
-
Zähne
und Mund nach jedem Essen und jedem Imbiß reinigen. Beim Zungen- und Lippenpiercing
sollten Sie zur Zahn- und Mundpflege ein antibakterielles Mundwasser ohne Alkohol
verwenden. Reinigen Sie sich die Zähne und spülen Sie nach jedem Essen und jedem
Imbiß. Bekommen Sie davon eine helle Zunge oder schlechten Mundgeruch, ist wahrscheinlich
die Mundflora gestört. Dann sollten sie zur Mundpflege statt Mundwasser Salzwasser
verwenden. Das richtige Mischungsverhältnis ist ein Teelöffel Salz auf vier Tassen
Wasser.
LINKTIPPS:
.... Piercingarten - umfangreiche Infosammlung
.... Piercing - Corner: Arten, Auswahl, Infos
.... Nachsorge beim Piercing
....
nützliche Links zum Thema (Medizininfo.com -
Suche)
.... hier geht's zum Archiv |