Thema
der Woche
Kalenderwoche
41; Jahr 2004
Gesundes
Wohnen- Teil 1: Wohlfühlen in den eigenen 4 Wänden!

Tipps
& Tricks für Gesundes Wohnen in den eigenen 4 Wänden!
Gerade
im eigenen Zuhause, das für viele von uns ein wichtiger Rückzugsbereich
vom hektischen Berufsleben ist, dort, wo wir Ruhe, Erholung und Entspannung suchen,
kann durch die falsche Wahl von Materialien für die Innenraumausstattung
oder Anstrichstoffen, aber auch durch falsches Lüftungsverhalten eine Raumbelastung
entstehen, die unsere Gesundheit belastet. Wie stark Raumfarben auf uns wirken,
welchen Einfluss sie auf uns haben, wurde mit zahlreichen Versuchen in öffentlichen
Einrichtungen wie Krankenhäusern, Alten- und Kinderheimen oder auch Haftanstalten
belegt. Wir
haben deshalb für Sie die wichtigsten Basisinformationen, sowie nützliche
Tipps & Tricks für ein behagliches und gesundes Wohnen zusammengefasst.
Wohlfühlen
und Gesundheit in den eigenen 4 Wänden Anschaffungen
für den Haushalt werden häufig nach den Kriterien von Preis und Ästhetik,
aber auch im Hinblick auf Nutzbarkeit getroffen. Ähnlich wie bei den Themen
Textilien oder Lebensmittel sind wir aber vom gesundheitlichen Wert dieser Produkte
sehr nachhaltig betroffen.
Für
Arbeitsplätze hat der Gesetzgeber durch das Festsetzen
von Schadstoffgrenzen Richtlinien geschaffen, die im privaten
Wohnbereich fehlen. Wenn es für die Zimmerluft klare
und verbindliche Schadstoffgrenzen wie für Arbeitsplätze
gäbe, müssten 10% der Wohnungen in Deutschland evakuiert
werden, bekämen Millionen Menschen Hausverbot im eigenen
Haus.Ähnlich stellt sich auch die Situation in Österreich
dar. Ähnlich wie am Lebensmittelsektor sind die Konsumenten
durch die Vielzahl an neuen Materialien am Bau- und Wohnsektor
überfordert, das Richtige für die eigenen Bedürfnisse
auszuwählen. Ähnlich wie beim Lebensmitteleinkauf
ist sehr oft der Preis die Grundlage für die Entscheidung.
Deshalb ist es kein Wunder, dass sich immer öfter giftige
Chemikalien in die Wohnwelt einschleichen.
Quellen
fur unerwünschte Stoffe in der Wohnung - Luftverunreinigungen
dringen von außen in die Wohnung ein.
- Luftverunreinigungen
entstehen durch Rauchen in der Wohnung.
- Baustoffe,
Möbel und Textilien, Spanplatten, Holzschutzmittel, Bodenbelage, Tapeten,
Wandfarben und Kleber konnen Schadstoffe freisetzen.
- Mangelhaft
eingestellte Geräte (Klimaanlage, Luftbefeuchter, Gasherd, Heizung, offenes
Feuer) können die Luft verunreinigen.
- Selbst
sachgemaser Einsatz von Reinigungs- oder Losungsmitteln tragt zur Verunreinigung
(Indoor-pollution) der Wohnung bei.
- Hohe
Raumtemperaturen beschleunigen die Abgabe der Schadstoffe.
- Naturliche
Luftverunreinigungen wie Pilze, Sporen, Bakterien, Milben, Viren konnen zu gesundheitlichen
Belastung beitragen.
- Statische
Elektrizität durch Heimtextilien und Bekleidung.
- Mangelhaftes
Lüften und das Tragen elektromagnetischer Felder beeinflussen unsere Gesundheit
nachhaltig.
- Lärmbelastungen
durch eigenes Verhalten, durch das Verhalten von Wohnungsnachbarn, durch Verkehr
oder Wirtschaftbetriebe.
Allergene
in der Wohnung
Hausstaubmilbe Ihr
Vorkommen hat nichts mit Schmutz zu tun. Die etwa 0,1 mm großen Spinnentiere
sind vielmehr natürliche Bewohner unserer häuslichen Umgebung. Entdeckt
werden sie allerdings erst, wenn jemand allergisch auf sie reagiert. Ihr Hauptnahrungsmittel
sind menschliche Hautschuppen, von denen wir pro Tag 1 bis 1,5 Gramm verlieren,
genug, um über eine Million dieser Tierchen satt zu kriegen.
Was
tun gegen
Hausstaubmilben?
Milben lieben es feucht und warm, in Wohnungen mit luftdicht
isolierten Fenstern und schlecht belüfteten Zimmern.
- Die
Raumtemperatur im Schlafzimmer nicht hoher als 18° C halten und ausreichend
luften;
- Matratzen,
Polstermöbel und Teppiche häufig absaugen oder mit dem Dampfreiniger
behandeln;
- Bettwäsche
regelmässig wechseln;
- Alle
Staubfänger aus dem Schlafzimmer entfernen: Polstermöbel, Bücherregale,
Stofftiere;
- Fussbodenheizungen
veranlassen die Milben an die Oberflache der Teppiche zu fluchten, von wo sie
leicht abgesaugt werden konnen;
- Glatte
Boden aus Stein, Kork, Holz konnen feucht gewischt werden;
- Teppichböden
vermeiden.
Schimmelpilze
Rund
ein Drittel aller Allergikerinnen und Allergiker leidet unter
Allergenen, die von
Schimmelpilzen
stammen. Nicht immer ist Schimmel mit bloßem Auge zu entdecken
schon gar nicht die allergenen Bestandteile. Sie stecken
in den Pilzsporen, aus denen sie in die Luft oder die Nahrung
gelangen und so für ihre Verbreitung sorgen. Schimmelpilze
kennen keine Grenzen. Ein- und dieselbe Art kann in Alaska ebenso
gut wie im brasilianischen Tropenwald vorkommen. Am besten gedeihen
sie bei einer Luftfeuchtigkeit von rund 80% und einer Temperatur
von etwa 20 °C. Aber es gibt auch extreme Spezialisten,
die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt oder über 60 °C
verkraften bzw. Trockenheit mit kaum 60% Luftfeuchte lieben.
Wer
an Schimmelpilze in den eigenen 4 Wänden denkt, hat normalerweise feuchte
Kellerräume und schlecht belüftete Zimmer vor Augen. Aber als Allergenquelle
kommt schon ein nasser Fleck hinter dem Schlafzimmerschrank in Frage. Die
Übeltäter wachsen auch in alten Polstermöbeln und in unvollständig
ausgetrockneten Neubauten ebenso wie in betagten Häusern. Oft sind sie hinter
Tapeten, in alten Fußböden bzw. hinter Holzpaneelen an der Decke oder
an der Wand versteckt. Auch zu feucht gehaltene Zimmerpflanzenerde kann eine Schimmelpilzquelle
sein. Häufige
Quellen für Schimmelpilzallergene in Wohnung und Haus
- Ferienhäuser
zu Zeiten, in denen sie nicht genutzt bzw. beheizt werden;
- Feuchte
Kellerräume;
- Schlecht
belüftete Badezimmer und andere Nassräume;
- Tapeten
auf kalte Wände tapeziert, an denen sich in der Kontaktzone Feuchtigkeit
angesammelt hat;
- Fensterrahmen,
auf denen sich Kondenswasser bildet;
- Feuchte
Textilien;
- Luftbefeuchter,
die das Schimmelpilzwachstum fördern;
- Klimaanlagen,
in denen die Pilze gut gedeihen können und von wo sie ihre Sporen in Umlauf
bringen.
Typische
Erkrankungen durch Schimmelpilze oder deren Sporen bzw. Stoffwechselgifte
- Allergischer
Dauerschnupfen mit Niesreiz und Bronchial-Asthma, tritt schon bei geringeren Allergenmengen
auf.
Bei
intensiverem Kontakt durch Beruf oder Hobby kann es zur sogenannten Farmerlunge
kommen. Tipps: -
Vom Schimmel befallene Materialien ganz entsorgen bzw. entfernen (Tapeten, Teppichböden,
Holzteile, Lebensmittel).
- Schimmelvernichtende
Mittel nicht in der Küche und in Schlaf- und Wohnräumen einsetzen.
- Ausreichendes
Heizen hilft gegen die Bildung von Tauwasser an Außenwänden.
- Müllbehälter
nicht nur, aber vor allem den Biomüll häufig ausleeren.
Elektrosmog
Im
Haushalt sind wir umgeben von elektrischen Installationen, Haushaltstechnik
und Elektrogeraten. Sind der Computer, der Radiowecker, die
batteriebetriebene Uhr oder das Mobiltelefon Quellen fur die
Entstehung von Krankheiten? Die Medien sprechen von
Elektrosmog,
gemeint sind jedoch die elektromagnetischen Felder und die elektrostatische
Aufladung. Einige Arzte fuhren die unterschiedlichsten Beschwerden
auf elektromagnetische oder elektrische Belastungen zurück.
Das reicht von Unwohlsein, uber Schlafstorungen, Gereiztheit,
Nervositat und Depressionen, bis hin zu Kopf- und Augenschmerzen.
Was sind elektrostatische Aufladungen? Elektrizität
ist auch ohne Steckdose vorhanden. Sie geht aus der Eigenschaft der elektrischen
Ladung von Teilchen aus. Zwischen diesen elektrischen Ladungen wirken Kräfte,
die wir als elektrische Spannung bezeichnen. Diese kann auch gemessen werden (Volt
= V). Sobald zwei elektrische Ladungen vereint sind, verschwindet diese Kraft.
Elektrische Felder treten daher immer dort auf, wo elektrische Ladungen getrennt
sind. Wir bezeichnen diese Entladung als Elektrisierung: Wenn wir z.B. uber Teppichboden
gehen, kommt es bei jedem Schritt zur Berührung und Trennung und damit zu
einer elektrischen Aufladung. Wir tragen die Ladung dann solange mit uns, bis
wir uns einem geerdeten Gegenstand, z.B. die Türklinke so nahern, dass eine
Entladung durch Funkenschlag möglich wird, der sogar schmerzhaft sein kann.
Das
Ausmaß und die Haufigkeit von Entladungen ist abhängig von:
- der Art
und Intensität der Schritte;
- der
Bekleidung: schlecht leitende Stoffe wie Wolle oder Kunstfasern und weiter Kleidung
begünstigen eine Aufladung;
- Raumausstattung:
Teppichboden, Kunststoffboden begünstigen die Aufladung;
- Raumluft:
verbrauchte oder trockene Luft lasst Aufladungen länger bestehen bleiben;
- Haut:
trockene Haut wirkt wie Isolation und fuhrt seltener zu Entladung.
Die
Konsequenzen fur den Alltag zur Vermeidung von elektrischen Aufladungen:
- Kleidung
aus reinen Kunstfasern meiden, aber auch aus reiner Schurwolle;
- Trockene
Raumluft vermeiden. Vor allem in der Heizperiode auf ausreichende Luftbefeuchtung
achten.
- Auch
Grünpflanzen helfen die Feuchtigkeit zu verbessern;
- Hausschuhe
mit Gummisohlen vermeiden . Leder- oder Filzsohlen bevorzugen;
- Einrichtungen
aus Kunststoff oder Metall vermeiden;
- Teppichboden
in stark benutzten Raumen vermeiden, Holz . Fliesen-, leitfahige PVC-Boden wahlen;
- Keine
isolierenden Bodenwachse verwenden.
Was
sind elektromagnetische Felder? Ein elektrisches Feld entsteht um einen
spannungsfuhrenden Leiter, egal ob in diesem Leiter Strom fließt oder nicht.
Fließt Strom durch den Leiter entsteht um ihn herum ein Magnetfeld. Elektrische
Felder gibt es im Haushalt, in technischen Anlagen und in der Natur. Je nach Richtung
gibt es elektrische Gleich- und Wechselfelder. Fur die Anzahl der Richtungsanderungen
pro Sekunde steht der Begriff Frequenz mit der Einheit Hertz (Hz). Unsere
Stromversorgung arbeitet mit 50 Hz, die Ubertragung im Telefon passiert mit 4000
Hz. Mit zunehmender Frequenz verkoppeln sich elektrische und magnetische Felder,
sie können nicht mehr unabhängig voneinander betrachtet werden, man
spricht von elektromagnetischen Feldern. Hier kann sich Energie auch vom Leiter
losen = Strahlung. Sowohl Felder als auch Strahlung sind Formen von Energie. Elektrische
Felder konnen durch Mauern abgeschirmt werden, elektromagnetische Felder nicht.
Der Kuhlschrank an der Wand zum Schlafzimmer wirkt daher auch zum Schlafzimmer. Elektrische
Feldstarken in Gebauden (Maseinheit Volt pro Meter = V/m) Grenzwert = 5000 Boiler
260 Stereoempfanger 180 Bügeleisen 120 Kühlschrank 120
Handmixer 100 Toaster 80 Haarföhn 80 Staubsauger 50 Elektrische
Uhr 30 Auch
in unserem Körper laufen elektrische Prozesse ab (Herz- oder Hirnströme),
sie sind allerdings sehr gering und liegen im Bereich von einigen Tausendstel
Volt. Demgegenüber stehen jene elektromagnetischen Felder mit hoher Frequenz,
die von ausen auf den Korper wirken.Dass elektromagnetische Wellen die Temperatur
in Materialien erhöhen, in die sie eindringen konnen, ist bekannt (Wärmetherapie
durch Infrarotstrahlung, Mikrowelle in der Lebensmittelzubereitung). Strittig
sind jedoch die Diskussionen uber die Folgen, obwohl die Beobachtung, dass sich
der Herzschlag durch die Einwirkung verandert, wenn eine Person in ein starkes
elektromagnetisches Feld tritt, gesichert ist. Einige Arzte fuhren Beschwerden
wie Nervositat, Unwohlsein, Kopf- und Augenschmerzen (das Auge kann die Warme
z.B. durch Handy-Telefonate entstehend nicht regulieren, was zu Entzundungen und
grauem Star fuhren kann), Depressionen, Beeinflussung von Hormon- und Enzymproduktion
im Korper, ja sogar Leukämie bei Kindern auf schwere Belastungen durch elektromagnetische
Felder zurück. Tipps
- Im Haushalt
entstehen Magnetfelder vor allem durch Gerate, die mehr Strom verbrauchen (Fohn,
Trockenhaube, Bugeleisen).
- Vor
dem Sicherungskasten finden sich die vergleichsweise größten Magnetfelder
im Haushalt.
- Lange
Telefonate besser mit leitungsgebundenen Telefonen fuhren. Im Auto muss das Handy
mit voller Leitung und entsprechendem Feld senden, da das Auto die Funkwellen
reflektiert.
- Babyphon
nicht zu oft, nicht zu lange und vor allem nicht neben dem Kopf des Kindes platzieren
. Sicherheitsabstand von 2 m einhalten.
- Zu
Hi-Fi-Anlagen, Halogenlampen, Radioweckern einen Mindestabstand von 30 cm halten.
- Geräte,
wenn sie nicht benutzt werden, abschalten: Stand-by-Betrieb braucht Strom und
baut unnotig ein elektromagnetisches Feld auf.
Lärm
als Stressfaktor Je
nach Intensitat, Frequenzbereich und Dauer lost er beim Menschen unterschiedliche
Reaktionen aus. - Lärm
mit einem Schallpegel unter 50 dB wird als lastig empfunden und lost dabei Stress
aus (vor allem Larm in der Nacht wirkt belastend fur den Schlaf);
- Lärm
mit einem Schallpegel von 65 bis 85 dB bewirkt Leistungsminderung und fuhrt zu
vegetativen Storungen (Verengung der Blutgefase, Schlafstorungen, vermehrte Abgabe
von Magensaft, mangelnde
Durchblutung der Haut, ...); - Lärm
mit einem Schallpegel uber 85 dB lasst die Leistung auf ein Minimum absinken,
fuhrt zu Gehorschaden im Innenohr und zu vegetativen Storungen.
Lärmschutz
Vorbeugung: Wahl
der Baumaterialien, Abschirmung der Gebaude von Verkehrsadern, Einkauf von leisen
Haushaltsgeräten, lärmintensive Plätze meiden, starkere Kontrolle
der Einhaltung der Schutzvorschriften. Bekämpfung
an der Quelle: - Metall
durch Kunststoff ersetzen (z.B. Zahnräder), Gummi oder Filz unter larmintensive
Gerate legen, Service an Maschinen.
- Bekämpfung
der Schallausbreitung: durch Auskleiden von Raumen, schalldammende Ummantelungen.
- Personlicher
Gehör- bzw. Lärmschutz: Gehörschutzwatte, Ohrenschutzkapseln, Einhaltung
von Schutzmaßnahmen, Meiden von lärmintensiven Orten.
LINKTIPPS:
.... Gesundes Wohnen - Teil 2
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Feng Shui: Lebensraum & Wohlbefinden
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