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Ursachen Vorweg eine Feststellung vom Autor des Buches "Schon wieder zu früh . . .?", Michael J. Pfreunder: "Im Tierreich ist der frühe oder ein schneller Höhepunkt des Männchens instinktiv und normal. Dieses spezifische Verhalten aller Säugetiere dient der Arterhaltung. Ein längerer Sexualakt hätte keinen zusätzlichen genetischen Nutzen, er brächte nur unnötige Gefahren mit sich, die aus der Schutzlosigkeit und fehlenden Aufmerksamkeit für die natürlichen Feinde resultieren. Erst der moderne Mensch problematisiert diese Verhaltensweise. Sexualität ist nicht länger ein Tabu-Thema, sondern Mann und Frau sprechen offener über Ihre Wünsche und Vorlieben. Der Geschlechtsverkehr wird kultiviert; beide Partner wollen höchstmöglichen Genuß daraus ziehen. Insbesondere die Frauen bringen Ihr Bedürfnis nach sexueller Befriedigung immer deutlicher zum Ausdruck. Durch diesen Wertewandel definiert sich männliche Potenz heute nicht mehr nur an dem "wie oft", sondern auch an dem "wie lange". Damit ist aus einer altbekannten und schon immer weitverbreiteten Erscheinung ein Problem entstanden: Ejaculatio praecox, die vorzeitige oder schnelle Ejakulation des Mannes."
Nur
selten liegt eine körperliche Ursache, wie eine Entzündung der Harnröhre,
vor. Psychische Faktoren dominieren also zweifelsohne, aber auch eine organische
Prädisposition darf nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Bei den meisten
passiert "es" in der Jugend, mit zunehmendem alter und sexueller Erfahrung
lernt der mann dann, seine Ejakulation einzuschätzen. Bei einigen jedoch
entwickelt sich eine Art Angstkreislauf. Manchmal schafft der Mann diesen wichtigen
Schritt jedoch nicht, oder die ehemals vorhandene Kontrolle verschwindet sogar
wieder. Leistungsdruck, Angst und verschiedene psychologische Probleme sorgen
zusätzlich dafür, daß das Phänomen in unserer schnelllebigen
Zeit immer öfter und immer massiver auftritt. Der betroffene Mann ejakuliert
dann bereits bei direkter Berührung der Genitalien durch die Partnerin oder
kurz nach Einführen des Penis in die Scheide; andere Männer kommen unkontrolliert
nach einigen wenigen Minuten des Koitus zum Samenerguß. Ein Verkrampftes
beobachten und ein ständiges "ich will es perfekt machen" erhöhen
den Stress. Was die biologischen Auslöser der Störung angeht, so nehmen die Ärzte an, dass bei den Betroffenen eine Art Fehlschaltung im vegetativen Nervensystem vorliegt. Dieses Nervensystem besteht aus einem parasympathischen und einem sympathischen Teil. Der Parasympathikus ist unter anderem dafür zuständig, die Erregung anwachsen zu lassen. Hat sie ihren Höhepunkt erreicht, wird der Sympathikus aktiv: Er veranlasst, dass sich der Blasenmuskel schließt, während sich der Schließmuskel für die Harnröhre öffnet - der Orgasmus tritt ein. Das Zusammenspiel zwischen diesen beiden Systemen ist bei Patienten mit vorzeitigem Orgasmus aus der Balance geraten. Der Sympathikus löst den Parasympathikus zu früh ab. "Die
Hirnforschung hat belegt, dass sich mit wiederholten, intensiven Erfahrungen Nervenverbindungen
verändern. Die Nervenbahnen lernen regelrecht eine Fehlreaktion", sagt
etwa der Psychologe Christoph Ahlers. "Man kann dann von einem chronischen
Leiden sprechen." Das ist allerdings mit Hilfe von Ärzten und Psychologen
durchaus in den Griff zu kriegen. Denn das Gehirn kann vieles neu lernen - auch
den Orgasmus zur richtigen Zeit. "Der Mensch ist in der Lage, neue Nervenverbindungen
zu knüpfen, die alten, ungünstigen zu überschreiben.", so
Ahlers.
Therapie Die Ratschläge zur Beseitigung sexueller Probleme sind mindestens genaus alt wie die Probleme selbst. Sie reichen von einfachen Strategien über Medikamente und deren Nebenwirkungen bis zu ausgeklügelten Trainingsprogrammen. Das dabei vermittelte Wissen ist in seiner Qualität recht unterschiedlich, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Die Sexualwissenschaftler haben eine Therapie entwickelt, die auf mehreren Säulen ruht. Auch Medikamente können dabei eingesetzt werden, allerdings nur kurzfristig und unter therapeutischer Aufsicht. Grundsätzlich werden folgende Therapien unterschieden:
In jedem Fall gilt: Je früher Betroffene fachliche Hilfe suchen, umso schneller können sie das Problem loswerden. Offenbar probieren aber viele, sich selbst zu kurieren ohne aber überd das entsprechende Know-how zu verfügen. Zählen Schäfchen, während sie Sex haben, lösen im Kopf Rechenaufgaben oder tragen Salben auf ihren Penis auf, die die Haut betäuben sollen. "Alles Versuche, das Erregungsniveau zu senken", erklärt Sexualmediziner Bosinski. Meist verschlimmern diese Bemühungen das Problem. Die Partnerin oder der Partner fühlt sich missachtet. "Du bist beim Sex nicht bei der Sache", diesen Vorwurf hören Männer mit Ejaculatio praecox häufig. Bringen Sie sich nicht um das Glück erfüllter Sexualität, indem Sie sich mit "an-etwas-Anderes-denken-Strategien" oder sonstigen sehr zweifelhaften Ratschlägen schaden! Am Beginn steht die unbestrittene Feststellung: Der vorzeitige Samenerguß ist diejenige Sexualstörung, die sich am leichtesten und schnellsten beseitigen läßt! Wenn Sie dies einmal verinnerlicht haben, durchbrechen Sie den Angstkreislauf viel schnellert. Lernen Sie dann, Ihren Körper und dessen Gefühle bewußt wahrzunehmen! Durch die erlernbare Ejakulationskontrolle und den damit beliebig verlängerbaren Koitus haben Sie dann die Chance, Ihre Sexualität zusammen mit Ihrer Partnerin (wieder) als Freude zu empfinden und Glück und volle Erfüllung für sich selbst und in der gesamten Partnerbeziehung zu finden. Für das Selbststudium eignet sich z.B. die Masturbation, bei der man(n) seine Reaktionen beobachten kann und lernt, den Erguss herauszuzögern. Ähnlich funktioniert die Therapie mit der Partnerin: Dabei liegt der Mann auf dem Rücken und genießt passiv, aber konzentriert, die Handmassage seines Gliedes durch die Partnerin. Sobald er die herannahende Ejakulation spürt, gibt er ihr ein Stop-Zeichen, woraufhin sie mit der Stimulation aufhört oder den Penis leicht mit den Fingern zusammendrückt (Squeeze-Technik). Dieser Start-Stop-Vorgang wird dreimal wiederholt, beim vierten Mal darf ER sich ergießen. Diese Therapie kann man bis zur Einführung des Gliedes in die Scheide steigern. Dabei bleibt der Mann auch weiterhin passiv und konzentriert sich nur auf seine Empfindungen, während die Frau den aktiven, stoßenden Part übernimmt. Spürt er die nahende Ejakulation, gibt er wieder ein Stop-Zeichen. Vorzeitiger
Samenerguß ist mit solchen Trainingsprogrammen tatsächlich gut behandelbar.
Die folgenden Übungen sind aus den hervorragenden Büchern gegen Ejaculatio
Praecox Schon wieder zu früh...? 3-Stufen-Programm gegen vorzeitigen
Samenerguß und Therapiemanual Ejaculatio praecox ntnommen:
Aber auch kleine Tricks können die körperlichen Reizungen am Penis herabsetzen, wie beispielsweise das Überziehen eines Kondoms oder das Eincremen mit einer Aktverlängerungscreme. Im Einzelfall helfen diese Mittel sehr wohl. Allerdings muß man oft eine Einwirkzeit von bis zu 20 Minuten in Kauf nehmen, was dem Geschlechtsakt jede Spontaneität raubt Auch ein kleiner Kniff kann Ihn kurzfristig zum Langzeit-Liebhaber machen: Während des Verkehrs umfasst ersanft seine Penis-Wurzel und zieht die Haut zurück - solange bis die Partnerin bereit ist. Durch diesen Kniff wird die Eichel beim Sex nicht mehr so stark durch die Vorhaut gereizt, sondern stößt nur noch sanft an ihre Scheidenwand. Folge: Der Reiz auf die empfindlichen Nerven an der Eichel wird verringert, er steht länger seinen Mann! Auch kleine Pausen oder häufige Stellungswechsel verlängern die Ausdauer des Mannes - allerdings sollten diese vor dem Samenerguss eingelegt werden! Gegen vorzeitigen Samenerguss können auch Orgasmusringe und Erektionsmanschetten hilfreich sein. Diese werden über den Penis gestülpt und rufen so einen Blutstau-Effekt hervor. Dadurch wird die Erektion verstärkt, das Durchhaltevermögen gesteigert, darüber hinaus kann so ein Penisring zusätzlich zur Klitoris-Stimulation während des Geschlechtsverkehrs dienen.
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