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Thema
der Woche
Kalenderwoche 30; Jahr 2006 Süßkraut:
Süßen ohne Reue - Pflanze macht Zucker und | |||||||||||||||
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Der aktuelle Buchtipp zum Thema *** | ||
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Stevia. Sündhaft süß und urgesund Hatten Sie bisher bei der Verwendung von Zucker ein schlechtes Gewissen? Dann können sie aufatmen, denn Stevia, das Honigblatt aus den Hochebenen Paraguays, ermöglicht es, Süßes unbeschwert zu genießen. Mit Stevia können Diabetiker, Menschen mit Unterzucker-Problemen, Übergewichtige und alle, die auf ihre Gesundheit achten, auf natürliche Weise süßen. Zudem enthält Stevia wichtige Mineralstoffe, Vitamine und Flavonoide, die Ihre Immunsystem stärken. Übrigens, die Japaner nutzen Stevia schon seit Jahren. | ||
| Kundenrezension: "Stevia ist eine seit langer Zeit bekannte Alternative zum Raffinadezucker, die *ohne Kalorien* und nebenwirkungsfrei Zucker und Süßstoffe ersetzen könnte --- was sicher nicht nur für Diabetiker interessant sein dürfte. Bei all diesen Pluspunkten fragt man sich, warum Stevia nicht auch schon bei uns, wie in Japan, in Eiskrem, Zahnpasta, Kuchen und Diätgetränken zu finden ist, sind doch die gesundheitlichen Nachteile von Zucker und künstlichen Süßstoffen mittlerweile hinlänglich bekannt. Auch darauf geht Barbara Simonsohn in ihrem gut recherchierten Buch, das sich stellenweise wie ein Polit-Krimi liest, ein." | ||
Süßkraut: Chancen und Risiken des alternativen Süßstoffes
Das süße Prinzip von Stevia, basiert auf dem Vorhandensein einiger
komplexe Moleküle, den Steviolglykosiden (Diterpenglykoside), die bis zu
300 mal so süß sind wie
Zucker. Da sie wasserlöslich sind, können sie ohne den Einsatz
von gesundheitlich bedenklichen Lösungsmitteln aus den Blättern der
Pflanze gewonnen werden. Stevia-Blätter und Steviolglykoside haben mit dem
Zucker nur den süßen Geschmack gemein. Die Blätter, wie auch die
isolierten Steviolglykoside haben nahezu keine Kalorien (mit 0,21 Kilokalorien
pro Gramm liefern die getrockneten Stevia-Blätter praktisch keine Energie,
haben aber eine 15 bis 30 mal höhere Süßkraft als Haushaltszucker)
und beeinflussen nicht den Blutzuckerspiegel.
Besonders ihre ernährungsphysiologischen Eigenschaften machen Stevia rebaudiana Bertoni so interessant. Zucker ist wegen des süßen Geschmacks zwar sehr beliebt, kann sich jedoch negativ auf die Gesundheit auswirken. Viele Menschen wie Diabetiker und Übergewichtige sollten daher ihren Zuckerkonsum einschränken. Auch für Diabetiker ist Stevia rebaudiana somit eine echte Alternative. Positiv ist weiterhin, dass Stevia - im Unterschied zu Zucker - unschädlich für die Zähne ist.
Folgende positive Eigenschaften lassen sich zusammenfassen:
- Stevia / Steviolglykoside sind keine chemischen, sondern rein natürliche Produkte
- nahezu kalorienfrei
- als Süßungsmittel bei Diabetes, Neurodermitis, Zucker- und Sorbitunverträglichkeit bestens geeignet
- dank ihrer sehr großen Süßkraft, ist ein geringer Verbrauch erforderlich
- sowohl Blätter als auch die Steviolglykoside können gekocht werden (beständig bis 200°C)
- es findet (etwa beim Trocknen) keine Gärung statt
"Durch die vitaminschonende Eigenschaft und ein hohes antioxidatives Potenzial bietet Stevia darüber hinaus auch für die Industrie viele Möglichkeiten. Der rein pflanzliche Süßstoff könnte beispielsweise künstliche Süßstoffe in Getränken, Brotaufstrichen und Süßwaren ersetzen", so Prof. Gerhard Kroyer vom Institut für Lebensmittelchemie der TU Wien.
Risiken:
Das große Interesse an Stevia als kalorienfreiem, natürlichen Süßstoff hat zu vielen weiteren Untersuchungen auch toxikologischer Art geführt. Bei den veröffentlichten Studien zeigte sich keine Gift-Wirkung bei Kaninchen, Meerschweinchen und Geflügel; die Stevioside wurden unverändert ausgeschieden. Bei Ratten wurde durch Gabe einer überhöhten Menge von Steviosid eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit festgestellt. Um diese Störung auch bei einem erwachsenen Menschen auszulösen, müsste dieser täglich mehr als die Hälfte seines eigenen Körpergewichtes zu sich nehmen. In diesen Mengen wäre auch der normale Zucker, die Saccharose, gefährlich.
Laut Wikipedia konnte beim eigentlichen Süßstoff, dem Steviosid, keine mutagene (also mutationsauslösende) oder genotoxische Wirkung nachgewiesen werden. Die Blätter selbst sind auch nicht giftig. Das Abbauprodukt Steviol ist fruchtschädigend in Hamstern und mutagen in vitro. Dieses Abbauprodukt entsteht im Darm und wird schnell resorbiert, im Gegensatz zu Steviosid. Beruhend darauf ist es nicht unberechtigt zu befürchten, das Steviol auch im Menschen resorbiert wird und schädigend wirken kann. Nachweise dafür sind allerdings bisher nicht erbracht.
Bedenken & Vermutungen im Überblick:
- Möglicherweise Auslöser für Hodenkrebs
- Möglicherweise kontrazeptive Eigenschaft
- Möglicherweise Einflußauf die männliche Fruchtbarkeit
- Mögliche pharmakologische Wirkung von Steviol
- Mögliche Mutagenität von Steviol
Insgesamt wurden bei den bisher veröffentlichten Studien keine Nebenwirkungen beobachtet, allerdings ist es denkbar, dass es bei zu hohen Dosierungen eine Auswirkung auf die Wirkung von Blutdruck senkenden, Blutzucker senkenden und Harn treibenden Medikamenten haben kann. Aufgrund seiner Wirkung sollten gefährdete Personengruppen darauf achten, dass der Blutdruck, der Blutzuckerspiegel und der Puls bei übermäßigem Stevia-Gebrauch nicht zu niedrig werden.
Immer wieder wurden gesundheitsschädigende Folgen beim Genuß von Stevia lanciert, die allerdings mehr auf den Widerstand der Süßstoff-Hersteller und anderer Lobbyisten zurückzuführen sind, als ernstzunehmender wissenschaftlicher Arbeit.
LINKTIPPS:
.... www.stevia.at
.... Forschungsprojekt der Uni Hohenheim
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