Thema
der Woche
Kalenderwoche
30; Jahr 2006
Süßkraut:
Süßen ohne Reue - Pflanze macht Zucker und Süßstoffen
(gesunde) Konkurrenz 
Gesünder
als jedes Süßungsmittel: Rein pflanzlich, noch süßer als
Zucker, vitaminschonend und geeignet für Diabetiker: Die Süßpflanze
Stevia verspricht Verbrauchern Genuss ohne Reue. Die Uni Hohenheim (Deutschland)
bescheinigt Süßkraut (Stevia) Reife für EU-Zulassung.
Der
Traum eines jeden Übergewichtigen oder Diabetikers ist es, zu schlemmen,
ohne Reue zu empfinden. Süßen, ohne auf den Kaloriengehalt achten zu
müssen. Stevia - eine unscheinbare Pflanze aus Paraguay verspricht die Erfüllung
dieses Traums. Mit vollem Namen heißt sie Stevia rebaundiana Bertoni
und stammt ursprünglich aus dem Hochland von Amambay in Paraguay.
Stevia ist ein natürliches Süßungsmittel, das aus den Blättern
der im Südwesten Brasiliens und Teilen Paraguays vorkommenden Pflanze Stevia
Rebaudiana gewonnen wird. Heute werden ihre Inhaltsstoffe vor allem in Asien intensiv
als Zuckerersatz verwendet. Hauptinhaltsstoffe der Steviablätter sind sogenannte
Stevioside, die bis zu 300 mal süßer sind als Haushaltszucker und zur
Gruppe der Flavonoide zählen. Flavonoide wird jene Gruppe von wasserlöslichen
Pflanzenfärbemittel bezeichnet, die eine wichtige Rolle im Stoffwechsel vieler
Pflanzen spielen und zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen. Steviaprodukte
in gemahlener Form weisen eine ca. 15 mal höhere Süßkraft auf,
beeinflussen aber nicht den Blutzuckerspiegel und sind praktisch kalorienfrei.
Damit ist Stevia auch für
Diabetiker geeignet. Im Gegensatz
zu Zucker verursacht Stevia auch keine
Zahnkaries
und hemmt zudem die Entstehung von Zahnbelag. Verbraucherinformationen
& Botanik Stevia
(rebaudiana) ist ein kleiner, ca 50 - 100 cm hoher Strauch (Korbblütler),
mit vielen hell - dunkelgrünen, lanzettförmigen, 5-8 cm langen Blättern
und weißen Blütenkörbchen. Die Wurzeln sind mehrjährig, ertragen
aber keinen Frost, dringen nur 15 - 25 cm in Boden ein. Am Ende der Vegetationszeit
stirbt der oberirdische Teil der Pflanze ab. Die Samen sind 3 mm groß. Die
Pflanze ist ein Windbestäuber, anspruchslos, wächst auf feuchtem, grobkörnigem,
sandigem und saurem Boden, liebt Temperaturen von 24 Grad. Damit sie üppiger
und buschiger wird, schneidet man im Sommer die Spitzen zurück. Sowie es
im Herbst kühler wird, kommt die Pflanze ins Haus. Die Pflanze blüht
von Oktober bis Februar (nicht im Freien!), man erntet die Blätter Mitte
bis Ende September. Überwintern sollte sie bei 15 - 20 Grad und hell, wenig
gießen, wenig ernten. Die Pflanze zieht sich zurück und treibt im Februar
neu aus.
Man verwendet die grünen Blätter direkt zum Süßen von Tees,
Salaten, Süßspeisen, Eis und dergleichen. Oder man übergießt
die Blätter mit kochendem Wasser, lässt 10 Minuten ziehen, seiht ab
und süßt mit dem Süßkraut-Wasser. Noch intensiver ist Extrakt
aus 50 bis 150 Gramm frischen oder getrocknetten Blättern, die mit kochendem
Wasser übergossen 30 Minuten köcheln und dann abgeseiht werden. Im Kühlschrank
hält sich die Flüssigkeit einige Wochen. Zerstampfte getrocknete Blätter
kann man wie Zucker über Speisen streuen und dienen zum Süßen
im Winter. Stevia,
die süße Alternative Süßkraut
(Stevia rebaudiana), auch Süßblatt oder Honigkraut genannt, ist eine
seit Jahrhunderten bekannte Pflanze, die etwa von der indigenen Bevölkerung
Brasiliens und Paraguays seit langem als Süßstoff verwendet wird.
Die
Europäer lernten Stevia im sechzehnten Jahrhundert kennen, als die spanischen
Konquistadoren darüber berichteten, dass die südamerikanischen Eingeborenen
die Blätter einer Pflanze benutzten, um Kräutertee zu süßen.
Seitdem ist Stevia immer bekannter in Europa und Asien geworden. In den Vereinigten
Staaten benutzten Kräuterexperten das Blatt gegen Diabetes, hohen Blutdruck,
Infektionen und als Süßstoff. Die offenkundigen Vorteile - Stevia ist
nahezu kalorienfrei, bildet keine In Brasilien und seit 1970 auch in Japan, ist
Stevia als Nahrungsmittelzusatz und Zuckerersatz zugelassen, in den USA und Kanada
gelten Stevia-Produkte als Nahrungsergänzungsmittel. In
der EU sind sie jedoch (noch) als Lebensmittelzusatzstoff verboten. In
Europa unterliegen Stevia-Produkte der sogenannten "Novel-Foods"-Verordnung
und sind frei erhältlich, dürfen jedoch bis zu einer endgültigen
Zulassung durch das Scientific Committee on Food der EU nicht als Süßstoffe,
Lebensmittel oder Lebensmittelzutaten angeboten werden. Sie müssen deutlich
gekennzeichnet sein, um sich von Lebensmitteln und (künstlichen)
Süßstoffen zu unterscheiden. Die dazu notwendige EU-Zulassung,
die aufgrund - angeblich - fehlender Forschungsdaten noch nicht erteilt worden
ist, läßt noch auf sich warten. Die Gründe dafür sind nicht
schwer auszumalen: Stevia als Naturprodukt kann nicht monopolisiert werden, die
Kultivierung in unseren argrarischen Grenzen würde - mangels entsprechender
Erfahrung der Landwirtschaftsbetriebe - auch einige Anlaufkosten bedingen. Die
EU möchte den Binnenmarkt für Produkte aus Südamerika, China und
Japan nicht eher öffnen, bis eigene Anbau- u. Verarbeitungskapazitäten
aufgebaut sind. Und die Süßstoff- u. Zuckerindustrie scheinen auch
keinen unwesentlichen Einfluss auf die Entscheidungsfindung der zuständigen
Kommissionen zu haben, befürchten sie doch, dass dadurch der Zuckermarkt
zerstört wird. Dennoch
können
die Forscher der Universität Hohenheim nun aber einen ersten Erfolg auf dem
Weg zur EU-Zulassung verbuchen. Sie haben die aus dem Hochland von Amambay in
Paraguay stammende Stevia rebaudiana für den Anbau in Europa weiterentwickelt.
Die Pflanze eignet sich aufgrund ihrer Eigenschaften besonders für Regionen
mit Tabakanbau, den die EU künftig nicht mehr subventionieren möchte.
Stevia könnte somit eine Alternative für die jetzigen Tabakbauern sein. Im
Rahmen des Stevia-Forschungsprojektes der Europäischen Union hatte das Forscherteam
um Prof. Dr. Thomas Jungbluth und Dr. Udo Kienle von der Universität Hohenheim
die Stevia-Pflanze für den Anbau und die Anwendung in Europa maßgeblich
weiterentwickelt. Nach einer ersten Prüfung der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) ist die Zulassung der Pflanze in der EU in greifbare Nähe gerückt,
sagte Prof. Dr. Thomas Jungbluth, Direktor des Hohenheimer Instituts für
Agrartechnik. Aus anbau- und verfahrenstechnischer Sicht wäre Stevia somit
reif für die Markteinführung.
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Stevia.
Sündhaft süß und urgesund
Hatten
Sie bisher bei der Verwendung von Zucker ein schlechtes Gewissen? Dann können
sie aufatmen, denn Stevia, das Honigblatt aus den Hochebenen Paraguays, ermöglicht
es, Süßes unbeschwert zu genießen. Mit Stevia können Diabetiker,
Menschen mit Unterzucker-Problemen, Übergewichtige und alle, die auf ihre
Gesundheit achten, auf natürliche Weise süßen. Zudem enthält
Stevia wichtige Mineralstoffe, Vitamine und Flavonoide, die Ihre Immunsystem stärken.
Übrigens, die Japaner nutzen Stevia schon seit Jahren. |
| | Kundenrezension:
"Stevia ist eine seit langer Zeit bekannte Alternative zum Raffinadezucker,
die *ohne Kalorien* und nebenwirkungsfrei Zucker und Süßstoffe ersetzen
könnte --- was sicher nicht nur für Diabetiker interessant sein dürfte.
Bei all diesen Pluspunkten fragt man sich, warum Stevia nicht auch schon bei uns,
wie in Japan, in Eiskrem, Zahnpasta, Kuchen und Diätgetränken zu finden
ist, sind doch die gesundheitlichen Nachteile von Zucker und künstlichen
Süßstoffen mittlerweile hinlänglich bekannt. Auch darauf geht
Barbara Simonsohn in ihrem gut recherchierten Buch, das sich stellenweise wie
ein Polit-Krimi liest, ein." | Süßkraut:
Chancen und Risiken des alternativen Süßstoffes
Das süße Prinzip von Stevia, basiert auf dem Vorhandensein einiger
komplexe Moleküle, den Steviolglykosiden (Diterpenglykoside), die bis zu
300 mal so süß sind wie
Zucker. Da sie wasserlöslich sind, können sie ohne den Einsatz
von gesundheitlich bedenklichen Lösungsmitteln aus den Blättern der
Pflanze gewonnen werden. Stevia-Blätter und Steviolglykoside haben mit dem
Zucker nur den süßen Geschmack gemein. Die Blätter, wie auch die
isolierten Steviolglykoside haben nahezu keine Kalorien (mit 0,21 Kilokalorien
pro Gramm liefern die getrockneten Stevia-Blätter praktisch keine Energie,
haben aber eine 15 bis 30 mal höhere Süßkraft als Haushaltszucker)
und beeinflussen nicht den Blutzuckerspiegel. Besonders
ihre ernährungsphysiologischen Eigenschaften machen Stevia rebaudiana Bertoni
so interessant. Zucker ist wegen des süßen Geschmacks zwar sehr beliebt,
kann sich jedoch negativ auf die Gesundheit auswirken. Viele Menschen wie Diabetiker
und Übergewichtige sollten daher ihren Zuckerkonsum einschränken. Auch
für Diabetiker ist Stevia rebaudiana somit eine echte Alternative. Positiv
ist weiterhin, dass Stevia - im Unterschied zu Zucker - unschädlich für
die Zähne ist. Folgende
positive Eigenschaften lassen sich zusammenfassen: - Stevia
/ Steviolglykoside sind keine chemischen, sondern rein natürliche Produkte
- nahezu
kalorienfrei
- als
Süßungsmittel bei Diabetes, Neurodermitis, Zucker- und Sorbitunverträglichkeit
bestens geeignet
- dank
ihrer sehr großen Süßkraft, ist ein geringer Verbrauch erforderlich
- sowohl
Blätter als auch die Steviolglykoside können gekocht werden (beständig
bis 200°C)
-
es findet (etwa beim Trocknen) keine Gärung statt
"Durch
die vitaminschonende Eigenschaft und ein hohes antioxidatives Potenzial bietet
Stevia darüber hinaus auch für die Industrie viele Möglichkeiten.
Der rein pflanzliche Süßstoff könnte beispielsweise künstliche
Süßstoffe in Getränken, Brotaufstrichen und Süßwaren
ersetzen", so Prof. Gerhard Kroyer vom Institut für Lebensmittelchemie
der TU Wien. Risiken: Das
große Interesse an Stevia als kalorienfreiem, natürlichen Süßstoff
hat zu vielen weiteren Untersuchungen auch toxikologischer Art geführt. Bei
den veröffentlichten Studien zeigte sich keine Gift-Wirkung bei Kaninchen,
Meerschweinchen und Geflügel; die Stevioside wurden unverändert ausgeschieden.
Bei Ratten wurde durch Gabe einer überhöhten Menge von Steviosid eine
Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit festgestellt. Um diese Störung auch
bei einem erwachsenen Menschen auszulösen, müsste dieser täglich
mehr als die Hälfte seines eigenen Körpergewichtes zu sich nehmen. In
diesen Mengen wäre auch der normale Zucker, die Saccharose, gefährlich. Laut
Wikipedia konnte beim eigentlichen Süßstoff, dem Steviosid, keine mutagene
(also mutationsauslösende) oder genotoxische Wirkung nachgewiesen werden.
Die Blätter selbst sind auch nicht giftig. Das Abbauprodukt Steviol ist fruchtschädigend
in Hamstern und mutagen in vitro. Dieses Abbauprodukt entsteht im Darm und wird
schnell resorbiert, im Gegensatz zu Steviosid. Beruhend darauf ist es nicht
unberechtigt zu befürchten, das Steviol auch im Menschen resorbiert wird
und schädigend wirken kann. Nachweise dafür sind allerdings bisher nicht
erbracht. Bedenken
& Vermutungen im Überblick: - Möglicherweise
Auslöser für Hodenkrebs
- Möglicherweise
kontrazeptive Eigenschaft
- Möglicherweise
Einflußauf die männliche Fruchtbarkeit
- Mögliche
pharmakologische Wirkung von Steviol
- Mögliche
Mutagenität von Steviol
Insgesamt
wurden bei den bisher veröffentlichten Studien keine Nebenwirkungen beobachtet,
allerdings ist es denkbar, dass es bei zu hohen Dosierungen eine Auswirkung auf
die Wirkung von Blutdruck senkenden, Blutzucker senkenden und Harn treibenden
Medikamenten haben kann. Aufgrund seiner Wirkung sollten gefährdete Personengruppen
darauf achten, dass der Blutdruck, der Blutzuckerspiegel und der Puls bei übermäßigem
Stevia-Gebrauch nicht zu niedrig werden. Immer
wieder wurden gesundheitsschädigende Folgen beim Genuß von Stevia lanciert,
die allerdings mehr auf den Widerstand der Süßstoff-Hersteller und
anderer Lobbyisten zurückzuführen sind, als ernstzunehmender wissenschaftlicher
Arbeit. LINKTIPPS:
.... www.stevia.at
.... Forschungsprojekt der Uni Hohenheim
....
Wunderbeere macht aus sauer süß
.... Zucker & Zuckerersatzstoffe
.... Zuckerersatz- und Süßstoffe
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Warenkunde: Zucker & Sirup
.... Kräuter richtig konservieren
.... Kleines Gewürz-ABC
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Honig als Heilmittel
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Exotische Früchte (Teil1)
....
Exotische Früchte (Teil2)
.... Ingwer- Arznei aus der Küche
.... Gewürzlexikon: Gewürze von A bis Z
.... Gesunde Gewürze in der Adventzeit (Teil 1)
.... Gesunde Gewürze in der Adventzeit (Teil 2)
.... Gesund-TV: Fernseh-Tipps zum Thema
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