Thema
der Woche
Kalenderwoche
15; Jahr 2007
Mineralstoffe
und Spurenelemente

Der
menschliche Organismus benötigt für seine ordnungsgemäße
Funktion neben
organischen Substanzen auch Mineralstoffe und Spurenelemente.
Sie sind z. B. Bestandteile von
Körperflüssigkeiten und wichtige Baustoffe von Zähnen
und Knochen. Da sie nicht vom Körper
gebildet werden können, müssen sie von außen,
allerdings nur in Spuren, mit der Nahrung zugeführt werden.
Mineralstoffe sind anorganische Bestandteile der Nahrung, die
der menschliche Körper nicht selbst bilden kann. Mineralstoffe
sind essentielle , also lebensnotwendige Bestandteile aller
lebenden Zellen und sind am Stoffwechsel beteiligt. Spurenelemente
wiederum gehören zu den Mineralstoffen, sind aber nur in
kleinsten Mengen (unter 50 mg/kg Körpergewicht) in unserem
Körper vorhanden. Trotz der geringen Mengen sind auch einige
Spurenelemente lebenswichtig - ein Fehlen solcher essentiellen
Spurenelemente führt zu Mangelerscheinungen, bei Eisenmangel
z.B. zu Anämie (Verminderung des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin)
bzw. bei
Jodmangel
zu Stoffwechselstörungen.
Um
Mangelerscheinungen vorzubeugen, wird eine bestimmte tägliche
Mindestzufuhr (EU-RDA-Wert) empfohlen. Ist diese Menge nicht
in den genossenen Lebensmitteln enthalten - was durch die industrielle
Produktion zunehmend häufig der Fall ist - kann oder muß
sie mit Nahrungergänzungsprodukten zugeführt werden.
Tatsächlich zeigen Untersuchungen in den USA, dass trotz
Natur- u. Vollwertkost nicht mehr sämtliche Vitamine und
Mineralien aufgenommen werden können. Die Ursachen liegen
auf der Hand: unreifes Ernten, lange Transportwege, industrielle
Verarbeitung und Lebensmittelzusätze. Gleichzeitig sinkt
die Wasser - und Luftqualität bei gleichzeitigem Ansteigen
des Nährstoffbedarfs.
Klar
ist aber auch, dass der Absatz von Nahrungsergänzungsmittel
ein gigantisches Wachstumspotenzial für die Industrie darstellt
und diese künstliche Zufuhr gerne propagiert wird. Doch
gerade bei den Mineralstoffen und Spurenelemente ist in Bezug
auf die Dosierung Vorsicht geboten: Zahlreiche Spurenelemente
entfalten bei überhöhter Aufnahme eine toxische Wirkung.
Aufgabe
der Mineralstoffe im Körper
- Aufbau
von Zähnen und Knochen
- Mineralstoffe
beeinflussen in gelöster Form, als Elektrolyte, lebensnotwendige
Eigenschaften der Körperflüssigkeiten
- Mineralstoffe
sind wesentliche Bestandteile von organischen Verbindungen
im Körper.
Essentielle
Spurenelemente
Dazu
zählen etwa
Chrom,
Kobald, Eisen, Fluor, Jod, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän,
Nickel, Selen, Vanadium, Zink und Zinn.
-
Eisen
Wichtig
für Stoffwechsel, ein Mangel führt zu einer Anämie;
nicht nur der Gehalt in Lebensmitteln ist wichtig, auch die
Nahrungskombination ist elementar, da z.B. Eisen aus Fleisch
schneller und besser resorbiert wird als aus Pflanzen; eine
zu hohe Zufuhr limitiert das Bakterienwachstum und hat negative
Auswirkungen auf den Dickdarm; verbessert wird die Aufnahme
durch eine gleichzeitige Zuführung von Vitamin C, verschlechtert
u.a. durch Gerbsäuren (Schwarztee, Kaffee);
Gute
Quellen sind Bohnen, Hirse, Nüssen, Hülsenfrüchten,
Vollkornprodukten, grünem Gemüse, Fleischwaren (Leber,
Niere); der Tagesbedarf von Erwachsenen liegt zwischen 10 bis
18 mg
Symptome
eines Eisenmangels sind Blässe, Müdigkeit, Inappetenz,
Dyspnoe, erniedrigter Immunstatus (alles Risikofaktoren für
Frühgeburt), Entzündungen der Mundschleimhaut, Pigmentverlust
in Haut und Haaren, reduzierte Konzentrationsfähigkeit;
Entstehung
eines Eisenmangels kann durch Blutverlust, Kortison, Wachstum
und ständige Einnahme säurebindender Medikamente hervorgerufen
werden.
Bei
zu hohem Eisenkonsum kann es zu Leberkrebs oder Arteriosklerose
kommen
-
Fluor
Wichtig
für Stabilität von Knochen und Zähnen, wirkt
karieshemmend, in therapeutischer Anwendung jedoch sehr umstritten;
ein Mangel ist in unseren Breitengraden sehr selten, da das
Speisesalz in der Regel durch Fluor angereichert ist;
Der
Tagesbedarf liegt bei Kindern/ Jugendlichen zwischen 8-12 mg
und bei Erwachsenen zwischen 15-25 mg. In großen Menben
wirkt Fluor toxisch
-
Folsäure
Die
Folsäure, auch Vitamin B9 oder Pteroylglutamat genannt,
ist ein 1941 entdecktes, hitze- und lichtempfindliches, wasserlösliches
Vitamin aus dem B-Komplex. Es ist gut für Blut, Leber und
Drüsen; Vorkommen in Leber, Vollkornprodukten, Lachs, grünem
Blattgemüse, Spinat, Brokkoli, Karotten, Spargel, Rosenkohl,
Tomaten, Eigelb und Nüssen. Auch in Obst und Fleisch finden
sich geringe Mengen davon. Ein Fehlen der Folsäure im Körper
wirkt sich besonders auf das Blutbild aus und kann in der Schwangerschaft
beim Embryo zu Fehlbildungen und zu einer Frühgeburt führen.
-
Jod
Wichtig
für Bildung der Schilddrüsenhormone Thyroxins und
Triiodthyronin, sowie für Regulierung des Energiehaushalts.
Gefährlich
ist ein
Jodmangel
besonders in der Schwangerschaft, da er zu Schädigungen
des Kindes führen kann; bei Schwangeren empfiehlt sich
eine Blutreihenfunktion über den Schilddrüsenzustand
ebenso wie die Einnahme von Jodtabletten; Für den Aufbau
des Thyroxins benötigt die Schilddrüse täglich
etwa 200 Mikrogramm von dem Spurenelement Jod. Um die notwendige
tägliche Jodmenge zu erreichen, muss auf eine bewusst jodreiche
Ernährung geachtet werden. So lässt sich der Jodbedarf
durch den wohldosierten Genuss von jodhältigen Mineralwässern
oder regelmässigem Verzehr von Meeresfischen (z.B. ein
Mal pro Woche) decken. Besonders wichtig ist eine ausreichende
Jodzufuhr während des Wachstums (vor allem bei Früh-
und Neugeborenen), während der Schangerschaft und der Stillperiode,
da es in diesen Lebensabschnitten gilt, den erhöhten Jodbedarf
zu decken. Kann dies nicht ausreichend erreicht werden, so ist
die Gefahr der Kropfentstehung in diesen Lebensabschnitten besonders
gross.
Durch
die Bundesgesetze über den Verkehr mit Speisesalz wurde
1963 und 1990 die Jodbeimengung zum Speisesalz in Österreich
gesetzlich verankert. Die Kropfhäufigkeit, aber auch die
anderen durch Jodmangel hervorgerufenen Krankheiten, wie körperliche
und geistige Entwicklungsstörungen, Unfruchtbarkeit und
erhöhte Säuglingssterblichkeit haben deutlich abgenommen.
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-
Kupfer
Kupfer
ist Bestandteil der Abwehrzellen, reguliert den Eiseneinbau
in die roten Blutkörperchen. Ein
Mangel kann durch Kuhmilchernährung von Kleinkindern,
chronischen Darmentzündungen und Diarrhoe und einen
Missbrauch säurebindender Mittel entstehen und führt
zu Schwäche, Müdigkeit, Hautpigmentzerstörung,
erniedrigter Immunabwehr (häufige Infektionen), Gelenksentzündungen,
Karies, Blutarmmut, schlechte Herzdurchblutung, Schilddrüsenstörungen.
Vorkommen
in Nüssen, Hülsenfrüchten, Rosinen, Meeresfrüchten
und Soja; der Tagesbedarf liegt bei 3 mg, eine toxische
Wirkung tritt über 7 mg pro Tag auf und führt
zu abdominellen Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und
Leberschädigungen
-
Vanadium
wichtig
für Knochen, Zähne, Blutfette und Blutzucker-Senkung;
Vorkommen in Soja, Maiskeimen, Sonnenblumen- u. Erdnussöl
und Austern
-
Mangan
Wirkung:
Spielt bei der Zuckerverwertung eine Rolle
Mangelerscheinungen: Mangelhafter Calciumeinbau in die
Knochen, Allergiker, Asthmatiker, Epileptiker, Diabetiker
und Rheumatiker haben oft Manganmangel.
Enthalten z.B. in: Weizenkleie, Haferflocken, Haselnüssen,
Getreide, Hülsenfrüchten, Spinat, Sojabohnen
und Bananen
Tagesbedarf ca.: 4 mg
Steigert
geistige Belastbarkeit, Muskelreflexe und Leberschutz;
mitverantwortlich für Aufbau der Knochenstruktur
und des Bindegewebes, Cholesterinbildung, wirkt bei Kohlenhydrat-
Stoffwechsel mit; eine Unterversorgung ist sehr selten,
da es in vielen Lebensmitteln vorkommt
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-
Selen
Dient
dem Zellschutz durch Unterstützung von Vitamin C
und baut Kadmium, Thalium und Silber ab (krebshemmende
Wirkung?), besitzt Entgiftungsfunktion bei Quecksilber-
Amalgam- Vergiftung;
Wirkung:
wirkt als Antioxidans, verbessert die Abwehrkräfte
und Entgiftungsfunktionen des Körpers. Giftige Schwermetalle
können bei Selenmangel nicht abgebaut werden.
Mangelerscheinungen: Erhöhte Infektions- und Krebsanfälligkeit,
Bluthochdruck, Infarktgefahr, Rheuma, Leberfunktionsstörungen,
vorzeitige Alterung.
Enthalten
z.B. in: Nüssen, Weizenkeimen, Getreide, Fisch und
andere Meerestiere, Innereien und Eier
Tagesbedarf ca.: 0,25 mg
-
Silizium
Wichtig
für (Schleim-) Haut, Nägel, Haare und Zähne;
Vorkommen in Hirse, Brennnesseln und Kieselerde
-
Zink
Wirkung:
Verbessert die Insulinproduktion und Zuckerverwertung
und stärkt außerdem das Abwehrsystem.
Wichtig für: Haut, Haare, Nägel und bei der
Bewältigung von Stresssituationen.
Mangelerscheinungen: Diabetes, Hautkrankheiten, brüchige
Nägel
Enthalten z.B. in: Vollkorngetreide, Milchprodukten, Fleisch,
Fisch
Erhöhte Calcium und Manganzufuhr stört übrigens
die Zinkaufnahme.
Tagesbedarf (EU-RDA): 15 mg
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LINKTIPPS:
.... Österreichische Gesellschaft für Ernährung
.... Wadenkrämpfe: schmerzhaft aber meist harmlos
.... Kennen Sie Ihre Cholesterin-Werte?
.... Gesunder Schnittlauch: Schnittlauch senkt Cholesterinspiegel
.... Autogenes Training: mit Entspannungstechnik Stress überwinden
.... Entsäuern - Säure-Basen-Gleichgewicht halten
.... Gesund-TV: Fernseh-Tipps zum Thema
.... hier geht's zum Archiv
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