Thema
der Woche
Kalenderwoche
2; Jahr 2007
Fett
ist nicht gleich Fett:
Transfettsäuren - die unbekannte Gefahr

Während
die USA bereits ein generelles Verbot von Transfettsäuren
plant
und einige Europäische Länder gesetzliche Obergrenzen
einführen, sind die Gefahren
die von Transfettsäuren ausgehen bei uns noch weitestgehend
unbekannt.
Transfettsäuren entstehen als Nebenprodukte bei der industriellen
Fetthärtung.
Diese Fette, die hauptsächlich in Fast Food und Fertigessen
vorkommen,
erhöhen nachweislich das Risiko von Herzkrankheit und Diabetes
enorm.
Überblick
Transfettsäuren
sind Fettsäuren mit trans-konfigurierten Kohlenstoff-Doppelbindungen.
Während in den natürlich vorkommenden ungesättigten
Fettsäuren fast ausschließlich die gewinkelte cis-Form
auftritt, wird durch industrielle Prozesse wie die Fetthärtung
eine teilweise Umwandlung in die langgestreckte trans-Form bewirkt.
Bei
der Fetthärtung (Hydrierung) wird zumindest ein Teil der
einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren durch
Druck, hohe Temperaturen (100-200° C) und durch die Verwendung
von feinverteiltem Nickel als Katalysator in ungesättigte
Fettsäuren umgewandelt. Bei optimaler Fetthärtung
sind die freien Doppelbindungen der vormals ungesättigten
Fettsäuren komplett mit den fehlenden Wasserstoffatomen
besetzt. Vor allem bei der häufig angewendeten Teil-Härtung
gelingt diese regelmäßige Anordnung nicht immer.
Durch die unvollständige Fetthärtung entstehen trans-Fettsäuren,
die eine Belastung für den gesamten Stoffwechsel sind.
Transfettsäuren entstehen also als Nebenprodukte bei der
partiellen Hydrierung ein- oder mehrfach ungesättigter
cis-Fettsäuren durch Isomerisierung im Zuge der industriellen
Fetthärtung. Sie bilden sich auch beim Erhitzen von mehrfach
ungesättigten Fettsäuren ab etwa 130 Grad - eine Temperatur,
die beim Braten leicht erreicht wird.
Bis
zu 4 Prozent aller Fettsäuren in Milchprodukten, Fleisch
und Fisch sind Transfettsäuren, pflanzliche Fette sind
von Natur aus praktisch frei davon. Bei der Margarineherstellung
betrug früher - laut Online-Enzyklopädie Wikipedia
- der Anteil aufgrund unvollständiger Fetthärtung
oft bis zu 20 Prozent. Heute sind aufgrund veränderter
Herstellungstechniken Produkte mit weit geringerem Anteil erhältlich
(maximal 2 Prozent).
Fett
ist nicht gleich Fett
Für
die Nahrungsmittelindustrie sind die minderwertigen Fettträger
günstige Mittel zum Zweck auf billigste Weise Convenience-Produkte
und Fast Food herzustellen. Da dafür feste und hitzebeständige
Fette benötigt werden, muss eben pflanzliches Öl gehärtet
werden. Konsequenz: Pommes Frites, Chips, Margarine, Wurstwaren,
eingedosten Fleischwaren, Fertigmenüs, Suppenwürfeln,
Soßenpulver, Waffeln, Erdnussbutter, Wurst, Käse,
selbst vegetarische Brotaufstriche und Light-Produkten sind
wahre Transfette-Bomben.
Nach
dem (vernünftigen) Ende der Low-Fat-Hysterie, gilt die
Aufmerksamkeit nun sinnvollerweise der Unterscheidung der "guten"
und der "schlechten" Fette: Nicht so sehr wieviel
Fett gegessen wird, sondern welche Arten von Fett konsumiert
werden steht dabei im Vordergrund. Im Wesentlichen lautet das
Match ungesättige (= gesund) gegen gesättigte (=ungesund)
Fettsäuren. Hier gibt es einen guten Überblick mit
weiterführenden Infos:
Gute Fette, schlechte
Fette
Gesundheitliche
Bedenken
Als
ungünstig und im Übermaß genossen - wie
dies in den meisten industrialisierten westlichen Ländern
der Fall ist - schädlich, gelten in erster Linie gesättigte
Fette aus tierischen Produkten: Wurst, fettes Fleisch, Butter,
Schlagobers usw. Dazu gesellen sich gehärtete pflanzliche
Fette, bei deren Herstellung neue, dem Körper fremde
Fettmoleküle - eben in Form von Transfettsäuren -
entstehen. Diese (früher als Alternative zu tierischen
Fetten gepriesen) sind aber besonders ungesund, weil sie das
Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen massiv steigern.
Nach derzeitigem Wissensstand führen Trans-Fettsäuren
im menschlichen Körper u. a. zum Anstieg des gesundheitsgefährdenden
LDL-Cholesterins, dem Abfall des schützenden HDL-Cholesterins
und zur Ausschüttung von Entzündungsmediatoren, die,
wie man seit einiger Zeit weiß, zu krankhaften Veränderungen
der Gefäße führen - mit der Folge eines erhöhten
Risikos für
Schlaganfälle
und Herzinfarkte.
Transfettsäuren
werden vom Körper nicht als Schadstoff erkannt und wie
normale Fettsäuren in die Zellen eingebaut; dies trägt
wesentlich zu ihrer Schädlichkeit bei. Menschen mit speziellen
Ernährungsgewohnheiten (häufiger Verzehr von Fast-Food,
Fertiggerichten, verschiedenen Backwaren und minderwertigen
Margarinen) nehmen große Mengen gehärteten Fettes
zu sich und erhöhen damit ihr Risiko, an den oben genannten
Krankheiten und Stoffwechselstörungen zu erkranken.
Dringender
Handlungsbedarf
Zur Gesamtaufnahme dieser Fettsäuren tragen vor allem Margarinen
und Backfette bei. Wir finden sie auch in Lebensmitteln wie
zum Beispiel in Fast Food, fertigen Kuchen und Keksen. Einen
hohen Anteil an Transfettsäuren (TFA) haben generell Frittiertes,
Gebackenes (auch aus der Bäckerei) und industriell hergestellte
Lebensmittel wie z.B. Fertigpizzen, Knabbereien oder auch Softeis
und Billig-Schokolade.
Während
die USA bereits ein generelles Verbot von Transfettsäuren
(TFA) plant, es in Dänemark gesetzlich festgelegte Obergrenzen
und in der Schweiz offizielle Obergrenzen-Empfehlungen für
TFA gibt, sind die Gefahren die von Transfettsäuren ausgehen
bei uns weitestgehend unbekannt und werden erst von einigen
Firmen in der Produktion umgesetzt. Der Zusatz "Pflanzenfette
(z. T. gehärtet)" gibt zwar bei manchen Produkten
den Hinweis auf Transfettsäuren aber eine generelle Deklarationspflicht
(wie derzeit in den USA diskutiert) gibt es nicht. Jedoch würde
eine Deklarationspflicht allein nicht helfen, da der Konsument
in deren Anwendung überfordert wäre.
Allein
sinnvoll wäre es auf Transfettsäuren generell zu verzichten
und auf gesunde, ungesättigte Fettsäuren umzusteigen,
wie dies z.B. der internationale Marktführer bei gebackenen
Suppeneinlagen - die österreichische Firma LAND-LEBEN getan
hat. Alle von LAND-LEBEN hergestellten Produkte sind frei von
Transfettsäuren - es wird in der Produktion tatsächlich
seit jeher nur ungehärtetes Palmfett verwendet.
LINKTIPPS:
....
Analyse und Bewertung von trans-Fettsäuren (Arbeiterkammer
Wien)
....
Geschichte der Fett-Härtung
....
Lebensmittelkennzeichnung: Inhaltsstoffe verstehen
....
www.landleben.at
.... gute Fette, schlechte Fette
....
Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen
.... Ernährung für Männer
.... Entschlacken & Entgiften
....
Geschmacksverstärker: unnötig und nicht ganz ungefährlich
.... Entsäuern - Säure-Basen-Gleichgewicht halten
.... Gesund-TV: Fernseh-Tipps zum Thema
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