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Thema
der Woche
Kalenderwoche 15; Jahr 2010 Nahrungsmittelallergie bei Kindern
Nahrungsmittelallergien
sind bei Kindern kein seltenes Problem. Junge Neurodermitis-Patienten
trifft es besonders häufig. Etwa jedes dritte Kind
mit einer schweren Neurodermitis ist im frühen Kindesalter
auch von einer
Bei einem Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie bei Kindern ist nach jüngsten Erkenntnissen weder auf einfache Haut- noch auf Bluttests Verlass. Nur ein Doppelblindtest verschafft Gewissheit. Zu dieser Einschätzung kommt jedenfalls der Allergologe Paul Brand aus Zwolle (Niederlande) auf dem Jahreskongress der European Respiratory Society.¹ Dr. Huttegger: Ein positiver Allergietest ohne entsprechende klinische Symptome bedeutet nur Sensibilisierung und nicht Allergie und rechtfertigt keine Diätempfehlungen. Umgekehrt schließt ein negativer Test das Vorliegen einer Allergie nicht sicher aus. Eine genaue Diagnostik ist unumgänglich, um einerseits Schaden durch die Gabe von Nahrungsmittel aber andererseits auch durch deren unbegründete Elimination von den uns anvertrauten Patient/-innen fernzuhalten. Kreuzallergien und Abgrenzung zu Naurungsmittelunverträglichkeiten Ein erhebliches Problem stellen versteckte Allergene dar. So ist zum Beispiel Soja in vielen Produkten enthalten, wo es Konsument/-innen zunächst nicht vermuten würden. Sojaallergien werden als Kreuzreaktionen bei Birkenpollenallergien gefunden, die bereits ab dem 4. Lebensjahr steil ansteigen. Als Beispiel nennt Univ.-Prof. Dr. Reinhart Jarisch, Leiter des Floridsdorfer Allergie Zentrums in Wien, die häufigen Beifuß-Allergien, die meist auch eine Sellerieallergie bedeuten. Für die Betroffenen ist Vorsicht beim Essen von klaren Suppen geboten, da Sellerie im Suppengrün enthalten ist. Gründliche Schulung der Eltern und so früh wie möglich auch der Kinder ist daher von größter Wichtigkeit. Hinter den Symptomen einer vermeintlichen Nahrungsmittelallergie können sich auch Nahrungsmittelintoleranzen verbergen, betont Prof. Jarisch. So kann eine Milchunverträglichkeit auf eine Allergie, aber auch auf eine Laktoseintoleranz hinweisen, die es ebenfalls bei Kindern und Jugendlichen gibt. Gleiches gilt für die häufigere Fruktoseintoleranz, bei der typischerweise auch Sorbit nicht vertragen wird. Sorbit ist als Zuckerersatz Bestandteil vieler light Getränke. Auch bestimmte Nahrungsmittelintoleranzen treten oft gemeinsam mit einer Neurodermitis auf. Prof. Jarisch: Eine Hautrötung rund um den Mund, nach Essen von Ketchup, lässt an eine Histamin Intoleranz denken, die bei 25 Prozent der Kinder mit Neurodermitis gefunden wird. Bei
Nichterkennen drohen mitunter schwerwiegende Folgen Die Folgen einer nicht erkannten Allergie können schwerwiegend sein. Manchmal führt sie nur zu einer Verschlechterung der Hautsymptome, häufig treten aber auch andere Beschwerden wie Urticaria (Nesselausschlag), Erbrechen oder Durchfall auf. Im schlimmsten und zum Glück seltenen Fall kann eine Nahrungsmittelallergie auch bei einem Kind zum lebensbedrohlichen allergischen Schock führen. Dr. Huttegger: Neben der diätologischen Beratung müssen die Eltern und nach Möglichkeit der Patient oder die Patientin auch in der Behandlung eines potentiellen Notfalls geschult werden. Erfreulicherweise ist das Problem jedoch in vielen Fällen zeitlich begrenzt, denn kindliche Nahrungsmittelallergien vergehen häufig bis zum Eintritt in die Schule. Allergien auf Erdnüsse, Baumnüsse und Fisch bleiben in den meisten Fällen jedoch ein Leben lang bestehen. Diät als einzige Therapie Eine ursächliche Behandlung der Nahrungsmittelallergie ist derzeit leider noch nicht möglich. Betroffene müssen daher jene Nahrungsmittel sorgfältigst meiden, auf die sie allergisch reagieren. Wie einfach oder kompliziert das ist, hängt wesentlich davon ab, um welches Allergen es sich im individuellen Fall handelt. So ist es in Mitteleuropa natürlich deutlich einfacher, den Konsum von Krabben oder Muscheln zu vermeiden als von Weizen oder Milchprodukten. Es ist ganz wichtig, dass Kinder auch unter einer Eliminationsdiät ausgewogen ernährt werden, damit keine Mangelernährung entsteht, so Dr. Huttegger.
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