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Thema
der Woche
Kalenderwoche 51; Jahr 2000 Milchzuckerunverträglichkeit
Grundlagen Bei Laktoseintoleranz (auch als Milchzuckerunverträglichkeit, Kohlenhydratmalabsorption, Laktosemalabsorption oder Alaktasie bezeichnet) wird der mit der Nahrung aufgenommene Milchzucker (Laktose), als Folge von fehlender oder verminderter Produktion des Verdauungsenzyms Laktase, nicht richtig verdaut. Das Enzym Laktase wird von allen Säugetieren während der Stillzeit gebildet, es spaltet den Milchzucker in die für den Menschen verwertbaren Zuckerarten Galaktose und Glukose. Der
Organismus kann nicht den Milchzucker, sondern nur dessen Bausteine aufnehmen.
Das Enzym Laktase zerlegt den Milchzucker in diese Bestandteile. Fehlt Laktase,
wird der Milchzucker nicht zerlegt und verursacht die Beschwerden. Gelangt ungespaltener
Milchzucker in den Dickdarm, wird er von Darmbakterien aufgenommen und vergoren.
Die Gärungsprodukte führen u. a. zu Blähungen und osmotischer Diagnose & Therapie Es gibt bereits seit langer Zeit zwei einfache Verfahren, mit deren Hilfe man Laktoseintoleranz ganz einfach nachweisen kann: einen Bluttest und einen Atemtest. Diagnostiziert wird die Laktose-Intoleranz meist durch einen Belastungstest. Dabei wird Milchzucker in Tee oder Wasser aufgeloest, getrunken und danach der Anstieg des Blutzuckers gemessen. Bei einem anderen Test wird ebenfalls Laktose getrunken und danach der Wasserstoffgehalt in der Atemluft gemessen. Zusätzlich ist seit September 2005 ein Speicheltest auf dem Markt. Auch kann eine aus dem Darm entnommene Gewebeprobe auf Laktaseaktivität untersucht werden. "Als Therapie wird empfohlen, Milchprodukte zu meiden und den Laktasemangel durch Medikamente auszugleichen. Jedoch stellt auch die vorsichtige Wiedergewoehnung an Milchprodukte eine Therapiemöglichkeit dar, da ein voelliger Verzicht auf Milch oder Milchprodukte Nachteile hat. Milch enthaelt eine Reihe notwendiger Naehrstoffe, wie etwa Kalzium oder Vitamin D. Wird zu wenig Kalzium aufgenommen, nimmt die Knochensubstanz schneller ab. Nach Rücksprache mit dem Arzt müssen Kalziumpraeparate verabreicht werden", so Feinboeck. Die Beschwerden verschwinden dann meist recht rasch. Die geeigneten Lebensmittel sind in eigenen Listen zusammengefasst. Nach ein bis zwei Wochen absoluter Laktosemeidung kann die individuelle Toleranz ausgetestet werden. Feinboeck: "Die Therapie mit Laktasepräparaten ist besonders in den USA üblich. Allerdings wirken die Präparate nicht bei jedem Patienten gleich gut", so Feinboeck.
Ersatzprodukte Für viele Betroffene kommen als Ersatz für Kuhmilch pflanzliche Sojamilchprodukte in Frage. Sie werden aus Sojabohnen hergestellt und enthalten viel Eiweiß, essentielle Aminosäuren, Eisen und Vitamine. Inzwischen gibt es eine ganze Palette von Produkten auf der Basis von Sojamilch: zum Beispiel Sojawurst, Sojapudding, Terrinen und Brotaufstriche, Sojajoghurt oder Sojaquark (Tofu). Produkte aus Tofu können Ersatz für Käse und Fleisch sein. Man bekommt sie in Bioläden und Reformhäusern, aber auch bereits in vielen Supermärkten. Als Kuhmilchersatz insbesondere für Süßspeisen können neben der Sojamilch aber auch Mandel-, Hafer-, Kokos- oder Reismilch dienen. Wer Milch als wichtigen Kalziumlieferanten weglassen muss, der benötigt einen Ersatz. Zwar ist der Mineralstoff auch in Sojamilch enthalten, jedoch in deutlich geringeren Mengen als in Kuhmilch. Gute Kalziumlieferanten sind grüne Gemüse wie Broccoli, Grünkohl und Spinat. Bei den Früchten enthalten viele Beeren und Kiwis höhere Mengen Kalzium. Es gibt auch besonders kalziumreiche Mineralwässer, die mehr als 15 Milligramm Kalzium pro 100 Milliliter enthalten. Tipp: Interessant zu wissen ist, dass z.B. Butter praktisch keine Laktose enthält, wogegen sie in den meisten Margarinen enthalten ist, dass das Milchprodukt Käse nicht automatisch einen hohen Laktosegehalt haben muss (so enthalten etwa Emmentaler oder Parmesan nur wenig Laktose) oder dass manche Joghurts mit "Aktivkulturen" ein Enzym für die Laktoseverdauung enthalten.
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