Sex
- die schönste Nebensache der Welt

Im
Vergleich zu früher ist der Anspruch an eine erfüllte
Sexualität in unserer Gesellschaft - sowohl was die Qualität
als auch die Dauer von intimen Beziehungen betrifft - auffallend
gestiegen.
Stellenwert:
Paare
sind heute früher aufgeklärt, besser über ihre körperlichen Bedingungen
informiert und bemühen sich mehr um die gegenseitige Befriedigung.
Diese enorme Gewichtung von Sex macht Partnerschaften jedoch auch
besonders verletzlich: Wenn es im Bett nicht stimmt, die sexuelle
Befriedigung zu kurz kommt, sind Paare relativ schnell bereit, sich
zu trennen.
Häufigkeit:
Ganz
klar: Die Einstellung zum Sex muss sich im Lauf der Jahre ausdifferenzieren.
In unterschiedlichen Lebensphasen erlebt man die Sexualität unterschiedlich.
Befragungen ergaben, dass die Koitusfrequenz bei jungen Paaren im
ersten Jahr am höchsten ist, nämlich zwei- bis dreimal wöchentlich.
Schon im zweiten Jahr der Beziehung sinkt die Häufigkeit auf zweimal
wöchentlich und ab dem dritten Jahr noch weiter. Andere Faktoren
werden wichtiger - man orientiert sich nach der innigen Phase wieder
verstärkt nach außen und das ist auch wichtig, um ein soziales Netzwerk
aufrechtzuerhalten. Außerdem gibt es auch beim leidenschaftlichsten
Paar auf Dauer einen Sättigungseffekt.
Kommunikation:
Das
Thema Kommunikation wird hier positiver dargestellt, als es in Wirklichkeit
ist. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass in Beziehungen nicht
offen genug über sexuelle Probleme gesprochen wird. Vielleicht schneidet
man das Thema mal an, aber zu einer wirklichen Klärung oder einer
genauen Definition des Problems kommt es in den seltensten Fällen.
Außerdem verlassen sich viele Frauen immer noch zu sehr darauf,
dass die Männer wissen, was man sich im Bett wünscht. Wenn ihre
Bedürfnisse dann nicht erfüllt werden, leiden diese Frauen im Geheimen
und machen ihrem Partner einen stillen Vorwurf. Männer sprechen
generell nicht gern über Intimes, sei es über Sex oder über ihre
Gefühle im Allgemeinen. Ihnen fällt es auch viel schwerer als Frauen,
sich Schwächen einzugestehen.
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Etwa
10% - 20% aller Männer bzw. Paare leiden unter vorzeitigem
Samenerguß (Ejaculatio praecox). Während es eine
unüberschaubare Vielzahl an Büchern über
Impotenz und Unfruchtbarkeit gibt, ist Literatur zu dieser
frustrierenden Sexualstörung äußerst selten.
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vorzeitigen Samenerguss - es zeigt Wege zu mehr Lust sowohl
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Ablenkungen wie Kopfrechnen usw. sondern mit intensiverer Konzentration
auf sich und die Partnerin!" |
Probleme:
Viele
nach eigener Aussage glückliche Paare haben Probleme im Bett. Daran
sind oft in der Vergangenheit erlittene Verletzungen Gerade Männer,
die schon einmal einen vorzeitigen Samenerguss oder zeitweilige
Impotenz
erlebt haben, entwickeln große Versagensängste. Und setzen sich
dann unter einen Leistungsdruck, der ihre Probleme nur verstärkt.
Und das Klischee vom Mann, der immer will und kann, stimmt eben
einfach nicht. Mit zunehmendem Alter sinkt bei Männern die Initiative
sogar, während sie bei Frauen, die ihre Bedürfnisse eher zum Ausdruck
bringen und sich nicht mehr gerne dominieren lassen, zunimmt.
Für
viele gilt immer noch die ungeschriebene Regel: Ein- bis zweimal
Sex pro Woche ist "normal". Es ist eben beruhigend, zum Durchschnitt
zu gehören. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass die meisten
sehr unglücklich über diese Regel sind und sich dennoch nicht davon
lösen können - aus Gründen der gesellschaftlichen Akzeptanz. Dabei
hat Häufigkeit rein gar nichts mit Qualität zu tun: Sex hat man
schließlich aus Lust und nicht aus Pflichtgefühl. Schon vermehrter
Stress im Alltag genügt, um unsere sexuellen Bedürfnisse zeitweise
zu mindern. Was man sich klar machen sollte: Seltener Sex bedeutet
weder, dass die Beziehung schlechter wird, noch dass man für den
Partner weniger attraktiv ist als früher.
Singlesex
und Beziehungssex
Der
One-Night-Stand ist wirklich oft nur ein Notnagel. Und für den Mann
schon rein biologisch gesehen befriedigender als für die Frau -
sie hat in einer dauerhaften Beziehung eher Chancen auf einen Orgasmus.
Außerdem ist der Sex für eine Nacht relativ selten: Eine Umfrage
von "Psychologie Heute" ergab, dass 89 Prozent aller Frauen und
77 Prozent aller Männer innerhalb der letzten zwölf Monate nur einen
oder gar keinen Sexpartner hatten. Auch Masturbation spielt keine
so große Rolle im Leben der meisten Menschen, wie man annimmt. Und
noch ein Trost für alle, die ihr Sexleben für langweilig halten:
Die angeblichen modernen Sex-Trends - Cybersex und andere Formen
wie Telefon- oder Gruppensex - werden viel seltener praktiziert,
als man glaubt.
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