Voyeurismus
- die Lust an der Beobachtung
Ein
Voyeur ist jemand der in sexuelle Erregung gerät, wenn
er (meist ahnungslosen) Fremden zusieht,
wie sie sich ausziehen, nackt sind oder wenn sie Sex haben.
Voyeuristen sind also (heimliche) Zuschauer,
die ihre Befriedigung durch die heimliche Beobachtung nackter
Menschen bekommen. Dabei ist zwischen
"natürlicher" Neugierde und zwanghafter Lustbefriedigung
zu unterscheiden, auch wenn der Grad oftmals schmal ist.
Voyeurismus
(von franz. "voir" = "sehen", "le voyeur"
= "der Seher") ist eine Form der Sexualität,
bei der ein Voyeur durch das (meist heimliche) Betrachten derjenigen
nackten Menschen sexuell erregt wird, die seiner sexuellen Orientierung
entsprechen. Obwohl es auch weibliche Voyeurs gibt, sind die
meisten davon Männer. Ein männlicher Voyeur ist im
deutschen Sprachraum auch unter der Bezeichnung Spanner
bekannt.
Definition
Sehen und gesehen werden ist für jeden ein wichtiger Teil
der Sexualität. Normalerweise betrifft es aber hierbei
Erwachsene, die ihre Zustimmung dazu geben. Man spricht nur
von Voyeurismus, wenn der Voyeur jemanden beobachtet, ohne dass
die beobachtete Person dies weiß oder will. Die Gefahr,
dabei ertappt zu werden, ist Teil des Nervenkitzels für
den Voyeur.
Die
sexuelle Erregung wird durch das Betrachten der Geschlechtsorgane
und durch den Reiz des heimlichen Tabubruchs gesteigert und,
falls Gelegenheit besteht, gleichzeitig durch
Masturbation
zum
Orgasmus gebracht, anderenfalls möglichst bald
danach. Die Suche nach einer passenden Gelegenheit wird als
spannend empfunden, was zur Luststeigerung beiträgt. Voyeure
suchen gezielt nach Orten, an denen Menschen sich unbekümmert
ausziehen.
Besonders
beliebt bei Voyeuren sind deshalb beispielsweise im Hochsommer
Strände oder Baggerseen ohne Umkleide-Einrichtungen, flaches
Wasser vor Nacktbadestellen, FKK-Gebiete, in der Wintersaison
gemischte Saunen oder Fenster, durch die sie bei Einbruch der
Dunkelheit und eingeschalteter Zimmerbeleuchtung ihre "Opfer"
beobachten usw. Weil das Betrachten der Geschlechtsorgane für
Voyeure wichtig ist, bevorzugen sie Gelegenheiten, bei denen
dies länger als nur für Sekundenbruchteile möglich
ist, also das Ziel der Begierde sich nur wenig und langsam bewegt.
Voyeure wenden viel Phantasie auf, um mit unterschiedlichen
Hilfsmitteln Sichtschutzmaßnahmen zu unterlaufen, ihr
Verhalten zu tarnen und unerkannt zu bleiben. In Erotikshops
gibt es mittlerweile auch für diese Vorlieben selbstverständlich
einschlägiges Video- und DVD-Material käuflich
zu erwerben.
Recht
auf Privatsphäre, rechtliche Aspekte
Grundsätzlich gilt sowohl in Österreich, wie auch
in Deutschland und der Schweiz das Recht auf Privatsphäre.
In Österreich wird allerdings der Begriff nicht näher
definiert, sondern lediglich als Gegenteil öffentlicher
Sphäre betrachtet, wennglich als Kernbereich der Privatsphäre
die persönlichen Räumlichkeiten unumstritten sind.
Die relevanten Passagen sind in Österreich im Wesentlichen
im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) im
Paragrafen 16 festgehalten. Dabei wird sexuelle Belästigung
nicht explizit erwähnt, doch anhand der Urteilspraxis scheint
die Richtung des Gesetzgebers klar umrissen: Sexuelle Belästigung
ist, was als solche empfunden wird und für den Belästiger
erkennbar unerwünscht ist.
In
Deutschland ist Voyeurismus in bestimmten Fällen strafbar.
Paragraf 201a StGB regelt, dass unbefugte Aufnahmen von einer
Person, "die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick
besonders geschützten Raum befindet" nicht erlaubt
sind. Der Täter wird mit maximal ein Jahr Freiheitsstrafe
oder Geldstrafe bestraft. Voyeure wenden viel Phantasie auf,
um mit unterschiedlichen Hilfsmitteln Sichtschutzmaßnahmen
zu unterlaufen, ihr Verhalten zu tarnen und unerkannt zu bleiben.
Immer mehr Bedeutung erlangen Webcams, die man wegen ihrer versteckten
Installation auch Hidcams nennt (o.a. hidden cam), sowie Mobiltelefone
mit Kamera. Wer solche Fotoaufnahmen benutzt oder einem Dritten
zugänglich macht wird ebenfalls mit max. ein Jahr Freiheitsstrafe
oder Geldstrafe bestraft.
Krankheit
?
Für einige Personen ist Voyeurismus das einzige sexuelle
Auslassventil. Die meisten Spanner (nicht Voyeure im medizinischen
Sinn) haben jedoch eine normale sexuelle Beziehung. Sie befriedigen
ihren Drang zum Voyeurismus hin und wieder, wobei sie Ausschau
halten nach gardinenlosen Fenstern in der Hoffnung, einen flüchtigen
Blick zu erhaschen von jemanden, der sich entkleidet oder von
einem Pärchen das Sex betreibt. Spanner sind oft harmlos
und werden nur selten zudringlich oder gar handgreiflich.
Die
krankhafte Veranlagung zum Spanner nennt man Voyeurismus (Voyeur
beim Mann und Voyeuse bei der Frau). Voyeurismus ist
nach ICD-10 eine Persönlichkeitsstörung in Form einer
Störung der Sexualpräferenz (Schlüssel F65.3),
die wie folgt beschrieben wird: Wiederkehrender oder anhaltender
Drang, anderen Menschen bei sexuellen Aktivitäten oder
intimen Tätigkeiten, z.B. Entkleiden, zuzusehen ohne Wissen
der beobachteten Person. Zumeist führt dies beim Beobachtenden
zu sexueller Erregung und Masturbation. (Quelle: ICD, Version
10 - die International Classification of Diseases and Related
Health Problems (ICD) ist eine von der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) herausgegebene internationale Klassifikation der Krankheiten
und verwandten Gesundheitsproblemen).
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