Thema
der Woche
Kalenderwoche
49; Jahr 2004
Vorbräunen
im Solarium gegen Sonnenbrand ?

Wie
sinnvoll ist Vorbräunen tatsächlich ?
Bali,
Mauritius, Seychellen - alles beliebte Urlaubsdestinationen um zu Weihnachten
der lästigen Winterkälte zu entkommen - doch dies wirft eine Frage auf:
Ist es sinnvoll sich vor einer solchen Reise im Solarium vorzubräunen um
dann am Urlaubsort schnell und sicher zu einer perfekten Tiefenbräune zu
gelangen? Grundlagen
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Die natürliche
Strahlung des Sonnenlichts besteht neben dem sichtbaren Licht und dem Infrarotanteil
(Wärmestrahlen) überwiegend aus Ultraviolettstrahlen (kurz UV): den
langwelligen UV-A-Strahlen und den kurzwelligen UV-B-Strahlen, wobei die energiereichen
UV-B-Strahlen als Mitursache für Hautkrebs gelten. Die
kurzwelligeren und damit energiereicheren UV-B-Strahlen verursachen die spät
eintretende, jedoch lang anhaltende Bräunung. Sie sind allerdings auch für
die Entwicklung des Sonnenbrandes verantwortlich und gelten damit als Risikofaktor
für die Entstehung des sog. schwarzen Hautkrebses (malignes Melanom). Ein
sinnvoller und biologisch gewollter Effekt ist die Bildung der Lichtschwiele durch
UV-B-Licht. Die Lichtschwiele ist eine Verdickung der Hornschicht der Oberhaut,
sie schützt bei genügender Ausbildung tiefere Hautschichten vor weiteren
UV-Schäden. Das
langwelligere und damit energieärmere UV-A-Licht bewirkt eine Sofortpigmentierung
der Haut, die aber nicht lange anhält. Zudem sind UV-A-Strahlen nicht in
der Lage, eine Lichtschwiele aufzubauen. Künstliche
UV-Strahlen setzen sich anders zusammen als die natürlichen. UV-B-Strahlen
sind schon lange als Auslöser von Hautkrebs bekannt, deshalb wurden sie bis
auf einen geringen Teil aus den Röhren herausgefiltert. Aber auch UV-A-Strahlung,
die heute in Solarien in erster Linie verwendet werden, sind gefährlich.
Sie bräunen zwar schneller, lassen die Haut aber auch schneller altern und
können ebenfalls Hautkrebs verursachen. |
Die
Dosis macht den Unterschied
Damit
durch UV-A-Strahlen die Sofort-Bräunung hervorgerufen werden
kann, ist die UV-A-Dosis deutlich höher als die der natürlichen
Strahlung. Manchmal sogar bis zu 10 x höher als in der
natürlichen Sonne. Das Gesundheitsrisiko ist dementsprechend
größer. Auch der verbleibende, geringe Anteil an
UV-B-Strahlen kann noch Hautkrebs verursachen. Messungen in
Solarien zeigen zudem bei fast allen untersuchten Geräten
eine viel zu hohe Bestrahlungsstärke. Werden bereits bei
einer MED [Minimale Erythem(Sonnenbrand)Dosis] Schäden
im Erbgut nachgewiesen, die
Hautkrebs auslösende genetische Veränderungen
auslösen, so wurden in vielen Solarien zehn bis zwölf
MED erreicht.
Solarien
sind also grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen - Ihre Haut wird es
Ihnen danken, wenn Sie nicht, oder nicht zu oft ins Solarium gehen und statt dessen
einige Tipps beim Sonnenbad beherzigen: -
Am ersten Urlaubstag nicht gleich die Haut der Sonne aussetzen, sondern erst mal
im Schatten bleiben.
-
Die Mittagssonne meiden
-
Die Haut mit Sonnencreme, besser mit Textilien schützen
- Eine
Kappe, bzw. einen Sonnenhut tragen
Schutz
für die Haut aufbauen Die
Haut reagiert auf UV-Bestrahlung mit zwei Schutzmechanismen: Zum einen mit der
Pigmentierung der Haut, der Bräune, zum anderen mit einer Verdickung der
obersten Hautschichten, der so genannten Lichtschwiele. Die Lichtschwiele verhindert
Sonnenbrand. Allerdings kann die Bildung der Lichtschwiele nur durch die in Solarien
meist ausgefilterte UV-B-Strahlung entstehen. Die Folge: Der vorgebräunte
Urlauber benutzt weniger Sonnenschutzmittel und zieht sich erst recht Verbrennungen
zu, einmalige Vorbräunung ist deshalb nicht nur unnötig, sondern auch
kontraproduktiv. Risiko
Vorbräunung - ist
Vorbräunung nun sinnvoll oder schädlich? Die
Antwort lautet: sinnvoll nein, schädlich nur dann, wenn nicht auf die Verwendung
der geeigneten Solarien (deren Strahlung einen moderaten Anteil an UV-B-Licht
enthält) geachtet wird und die Einhaltung u.a. Grundregeln missachtet wird.
Generell gilt: Pro Jahr sollten Sie höchsten etwa 50 Sonnenbäder nehmen
- natürliche und künstliche Bestrahlungen insgesamt. Wenn
man sich unbedingt im Solarium auf den Sonnen-Urlaub vorbereiten will, sollte
man eine Sonnenbank benutzen, die neben dem sofort bräunenden UV-A-Licht
auch UV-B-Licht enthält. Bei diesen seltener vorkommenden Sonnenliegen mit
einem gewissen Anteil an UV-B-Licht sieht es so aus: Regelmäßige Bestrahlungen
würden hier eine Lichtschwiele und damit einen Schutz vor Sonnenbrand aufbauen.
Allerdings ist dies aus medizinischer Sicht nicht ratsam, denn jede zusätzliche
und überflüssige Belastung der Haut mit UV-Licht fördert die Hautalterung
und die Entstehung bösartiger Tumore. Haut,
die ausschließlich mit UV-A-Licht gebräunt ist, sieht zwar schön
aus, kann aber in der natürlichen Sonne trotzdem einen Sonnenbrand bekommen.
D.h. nur wenn Ihr Solarium-Anbieter ein Sonnendeck mit moderatem UVB-Anteil anbietet,
kann die Haut auch tatsächlich Schutzmechanismen aufbauen, wenn es nur die
UVA Bestrahlung enhält, sind Sie nicht vor Sonnenbrand geschützt. Wir
empfehlen daher, jedenfalls die Sonnenschutzmassnahmen wie bei ungebräunter
Haut! Wenn
es unbedingt das Solarium sein muss - Tipps für unverbesserliche Sonnenanbeter
Die
Arbeitsgemeinschaft
Dermatologische Prävention e. V.,
die Deutsche Krebshilfe, die World Health Organisation (WHO)
und die Strahlenschutzkommission (SSK) empfehlen folgende Grundregeln
zu beachten:
- Gehen
Sie so wenig wie möglich ins Solarium, und verzichten Sie auf ganzjährige
Dauerbräune. Pro Jahr sollten Sie höchsten etwa 50 Sonnenbäder
nehmen - natürliche und künstliche Bestrahlungen insgesamt. Einen Sonnenbrand
sollten Sie dabei grundsätzlich vermeiden.
- Die
Bräunungsapparate sollten zu Gerätetyp 2 oder 3 gehören und in
Anlehnung an die Standards IEC* 60335-2-27, DIN/EN 60335-2-27 und DIN 5050 Teil
I + II klassifiziert sein.
- Nur
speziell geschultes Fachpersonal kann Ihnen die richtigen Geräte und die
geeignete Dosierung empfehlen.
- Um
Selbstbedienungsstudios mit Münzautomaten sollten Sie auf jeden Fall einen
großen Bogen machen.
-
Halten Sie die für Ihren
Hauttyp
empfohlene Anfangsbestrahlung ein. Überschreiten Sie
auch nach mehreren Wochen nicht die am Gerät angegebene
Höchstdauer.
- Im
Sonnenstudio müssen Sie auf die Gesundheitsschädlichkeit hingewiesen
werden. Gesundheitsfördernde Aussagen in Bezug auf Solarien sollten nicht
getroffen werden.
- Nutzen
Sie das Solarium nicht zur sogenannten Vorbräunung bevor Sie in den Sonnenurlaub
fahren. Sie muten Ihrer Haut noch mehr schädigende UV-Strahlen zu und verschwenden
zudem Geld und Zeit. Gewöhnen Sie Ihre Haut lieber erst im Urlaub langsam
an die Sonne.
- Wenn
Sie unter einer Hautkrankheit leiden, Medikamente einnehmen oder zu krankhaften
Hautreaktionen neigen, sollten Sie vor dem Gang ins Solarium unbedingt Ihren Arzt
befragen.
- Verwenden
Sie bereits einige Stunden vor dem künstlichen Sonnenbad keine Parfüms
und entfernen Sie alle Kosmetika.
- Benutzen
Sie im Solarium keine Sonnenschutzmittel.
- Tragen
Sie immer (!) eine Schutzbrille aus UV-undurchlässigem Plastikmaterial.
- Überlegen
Sie sich genau, ob Sie wirklich ins Solarium müssen, denn auch der natürlichen
Sonnenbestrahlung sollen Sie sich nur mäßig und mit entsprechender
Vorsicht aussetzen.
Auf
keinen Fall ins Solarium gehen sollte, wer... -
unter 18 Jahre alt ist.
- Hauttyp
1 angehört (helle Haut, Sommersprossen, blonde oder rote Haare, blaue oder
grüne Augen).
- mehr
als 40 Leberflecke hat.
- auffällige
Leberflecke hat.
- als
Kind oft einen Sonnenbrand hatte.
- zu
Sommersprossen und Sonnenbrandflecken neigt.
- eine
Vorstufe von Hautkrebs zeigt.
- an
Hautkrebs erkrankt war oder ist.
- ein
transplantiertes Organ hat.
LINKTIPPS:
.... Tipps für den richtigen Sonnenschutz
....
Sonne ohne Reue - Hauttypenberatung
.... Vorsicht vor Sonnenstich
und Hitzschlag
.... Solarien u. Bräunungsstudios
.... Hauttypen
.... Vorbräunen im Solarium sinnvoll?
.... Sonnenschutz
.... lifeline.de
.... medinet.de
.... sonnenportal.de
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